Drogba und Co. locken Startrainer nach Afrika
Früher war ein Trainerjob in Afrika nur etwas für Weltenbummler oder anderswo Gescheiterte. Heute wechseln immer bekanntere Namen dorthin. Vahid Halilhodzic (Elfenbeinküste) ist so etwas wie der Felix Magath Frankreichs. Paul Le Guen (Kamerun) machte aus Olympique Lyon einen europäischen Spitzenverein. Und Alain Giresse (Gabun) gehörte zu den besten Fußballern der 80er-Jahre.
Le Guen arbeitet mit den gleichen Methoden, mit denen er Lyon von 2002 bis 2005 dreimal zur französischen Meisterschaft führte. Er nimmt auch in Kamerun keine Rücksicht auf große Namen und setzte Rekordnationalspieler Rigobert Song als Kapitän ab. Und er professionalisierte das Umfeld seines Teams, indem er zum Beispiel mehr Betreuer einstellte. "Le Guen hat uns zusammengeschweißt. Er ist ein großartiger Psychologe und ein Coach mit modernen Ideen", lobt Starstürmer Samuel Eto'o.
Über Vahid Halilhodzic hört man so etwas seltener. Der Bosnier gilt als überaus harter Trainer, der Distanz zu seinen Spielern wahrt. Aber auch in seinem Fall ist die Arbeit in der Elfenbeinküste ein Geben und Nehmen: Seine Spieler haben Respekt vor ihm, weil er OSC Lille und Paris St. Germain jeweils in die Champions League geführt hat und die Ivorer nun an der kurzen Leine hält. Mittelfeldstar Romaric vom FC Sevilla durfte aus disziplinarischen Gründen nicht mit zum Afrika Cup. Der Bosnier selbst sagt über seinen Job: "Es ist eine großartige Herausforderung, weil hier sehr viel Potenzial vorhanden ist. Dafür sind gegen uns alle Gegner hochmotiviert."
Alain Giresse wiederum hat Gabun binnen zwei Jahren vom 109. auf den 31. Platz der Weltrangliste geführt. Spätestens seit dem 1:0-Sieg gegen Kamerun ist der Europameister von 1984 in dem kleinen Land ein Held. Ein Garant für Siege ist die Verpflichtung eines bekannten Namens jedoch nicht. So hat Nigeria den ehemaligen Bundestrainer Berti Vogts wieder durch Shuaibu Ahmodu ersetzt. Auch Ägypten und Algerien haben mit einheimischen Trainern Erfolg. Wichtig ist laut Afrika-Experte Otto Pfister eines: "Die Spieler wollen halbwegs professionell arbeiten."