Chappuis gewinnt Saisonfinale in Oslo

Jason Lamy Chappuis war wie in Vancouver nicht zu schlagen
Jason Lamy Chappuis hat sich auf der Loipe den Sieg beim Saisonfinale der Nordischen Kombinierer in Oslo gesichert. Trotz Schanzenrekord hatte der Franzose nach dem Springen nur auf Platz zwei gelegen. Doch der Olympia- und Weltcup-Gesamtsieger spielte seine Stärke aus.
Nach dem 10-Kilometer-Lauf setzte er sich an die Spitze und verwies bei seinem sechsten Saisonsieg in 25:58,3 Minuten den Österreicher Felix Gottwald mit 14,5 Sekunden Vorsprung auf Platz zwei. Dritter wurde der Norweger Magnus H. Moan.
Bester Deutscher wurde Tino Edelmann, der auf Rang acht landete. Eric Frenzel war bereits nach dem Springen abgeschlagen und musste sich am Ende mit Rang 21 begnügen. "Es war nach einem starken Saisonstart ein ständiges Auf und Ab", bilanzierte Bundestrainer Hermann Weinbuch die Saison.
Weinbuchs Resümee fällt durchwachsen aus
Mehr als ihm lieb war, musste er experimentieren und Rückschläge hinnehmen. Das Formtief seines bisherigen Leitwolfes Ronny Ackermann und dessen freiwilliger Olympia-Verzicht machte ihm ebenso zu schaffen wie Krankheiten und Formtiefs von Edelmann und Björn Kircheisen sowie Materialprobleme bei Frenzel. All das führte dazu, dass die Vorzeigedisziplin des DSV erstmals seit Jahren die selbstgesteckten Ziele nicht erreichte. Selbst die Bronzemedaille bei Olympia im Team-Wettbewerb hing am seidenen Faden und musste extrem hart erkämpft werden.
Dies wiederum gibt aber auch Anlass zu Hoffnungen für die Zukunft. Denn das Olympia-Team hatte ein Durchschnittsalter von 22 Jahren, war von allen Nationen mit Abstand das Jüngste. Zudem bestätigten Edelmann, Kircheisen und Frenzel mit Einzelerfolgen im Weltcup ihre internationale Klasse. "Wir sind gut aufgestellt. Die Jungs sind hungrig nach Erfolgen. Mit Johannes Rydzek haben wir viel eher als erwartet ein neues Talent bis ganz nach oben geführt. Für uns Trainer heißt es nun, das Training so zu gestalten, dass wir weiter Weltspitze sein können", meinte Weinbuch.
So soll sich die Arbeit besonders in Bezug auf das Laufen nicht mehr an den "Alten" orientieren. "Wir müssen die Ansprüche erhöhen. Die Saison hat gezeigt, dass wir da Defizite haben", sagte Weinbuch, der wie die meisten Trainer und Sportler auch mit den Rahmenbedingungen der Sportart nicht mehr einverstanden ist und eine Protestaktion der Athleten unterstützte.