Northug siegt - Deutsche mit schlechtem Ski

Tobias Angerer war sauer
Axel Teichmann gab entnervt nach 25 Kilometern auf, Tobias Angerer wurde 15. - mit der Entscheidung bei den 50 Kilometern im neuen Holmenkollen-Skistadion hatten die Deutschen dank schlechter Ski nichts zu tun. Den Sieg und die Audienz bei König Harald V. sicherte sich Lokalmatador Petter Northug in einem furiosen Schlussspurt.
Lange hatte Northug den Italiener Pietro Piller Cottrer die Führungsarbeit leisten lassen und im Windschatten Kräfte gespart. So hatte er genügend Kraftreserven, um im Zielsprint am Kontrahenten vorbei zu gehen und in gewohnt unwiderstehlicher Art zu triumphieren. Als Dritter kam der Franzose Vincent Vittoz ins Ziel.
Während die Norweger ihren Petter Northug, der seinen Vorsprung im Gesamtweltcup auf Lukas Bauer (heute 17.) weiter ausbauen konnte, frenetisch feierten, herrschte im deutschen Lager große Ernüchterung - schlechtes Material hatte den Läufern die Stimmung gehörig verhagelt.
Angerer meckert - Teichmann gibt auf
Angerer war sauer. "Ich habe heute Boxenstopps geübt. Ich habe mein Wechselkontingent ja schon ganz früh ausgeschöpft. Erst der letzte Ski funktionierte. Ich hatte immer das Gefühl, auf Sand zu laufen. Das geht dann auf die Muskulatur, so dass ich am Ende, als die Post abging, nicht mehr mithalten konnte", schimpfte Angerer, der sogar an Aufgabe gedacht hatte.
Nicht nur dran gedacht, sondern auch umgesetzt hatte diese Teamkollege Teichmann, der sich mit den gleichen Problemen herumschlug. "Der erste Ski ging gar nicht, der zweite lief bergab nicht und als es mit dem dritten einigermaßen funktionierte, hatte ich einen zu großen Rückstand. Da hatte es keinen Sinn", sagte der zweifache Silbermedaillen-Gewinner von Whistler.
Bundestrainer Jochen Behle suchte vergebens nach einer Erklärung. "Es muss am Schliff liegen. Immer bei Temperaturen um den Gefrierpunkt haben wir solche Probleme. Das muss endlich mal geklärt werden", bemerkte der Coach sichtlich angefressen.
Sachenbacher bestätigt gute Form
Besser lief es bei den Frauen. Evi Sachenbacher-Stehle hatte ihre starke nacholympische Form mit Platz fünf über 30 Kilometer bestätigt. Sie lief erneut taktisch und kämpferisch überzeugend, konnte aber die seit Olympia wie entfesselt von Sieg zu Sieg stürmende Norwegerin Marit Björgen nicht halten. Die als Gesamt-Weltcupsiegerin bereits feststehende 30-Kilometer-Olympiasiegerin Justyna Kowalczyk hatte auf einen Start in Oslo verzichtet.
Dagegen strahlte Evi Sachenbacher-Stehle. "Es war ein langer und schwerer Dreißiger, aber es hat unheimlich viel Spaß gemacht", sagte Sachenbacher-Stehle, die schon bei Olympia auf der langen Strecke als Vierte ein unerwartet gutes Ergebnis eingefahren hatte. "Zum Saisonende geht es immer hervorragend. Ich glaube, ich muss mal irgendetwas umstellen, damit es auch zu Saisonbeginn gute Ergebnisse gibt", sagte die Bayerin aus Reit im Winkl.
Tränen bei Miriam Gössner
Unter Tränen beendete Miriam Gössner ihr erstes 30-Kilometer-Rennen. "Ich hatte zu Wochenbeginn einen Magen-Darm-Infekt. Das war heute zu viel. Mir geht's so schlecht", bemerkte die Garmischerin, die dennoch mit Platz 25 überzeugte und sich als nun Gesamt-50. den Start beim Weltcup-Finale nächste Woche in Stockholm und Falun ebenso erkämpfte wie Steffi Böhler (Ibach), die als 20. das Ziel erreichte.