Was haben Maria Riesch und Felix Neureuther gemeinsam? Beide durften sich nach dem letzten Slalom der Saison am heimischen Gudiberg genüsslich zurücklehnen und feiern. Während Neureuther den zweiten Weltcup-Sieg seiner Karriere einfuhr, sicherte sich Riesch erneut die kleine Kristallkugel im Slalom.
Neureuther gewann den Slalom auf seinem Hausberg in Garmisch-Partenkirchen. 36 Jahre nach dem Sieg seines Vaters Christian Neureuther an selber Stelle verwies der WM-Vierte den österreichischen Weltmeister Manfred Pranger und den Olympia-Dritten Andre Myhrer aus Schweden auf die Plätze. Die kleine Kristallkugel ging im letzten Saison-Rennen an den Österreicher Reinfried Herbst. Seinen Premieren-Sieg im Weltcup hatte Felix Neureuther im Januar in Kitzbühel gefeiert.
Eine Entschädigung der Sonderklasse
Ein Jahr vor der WM in Garmisch-Partenkirchen jubelte Neureuther am Gudiberg. "Ich hab mich heute einfach sehr gut gefühlt", sagte Neureuther. Der 25-Jährige, der bei Olympia im Slalom ausgeschieden war, hat kein leichtes Jahr hinter sich. Zwischenzeitlich hatte er gar mit dem Gedanken gespielt, seine Laufbahn zu beenden.
Nachdem Weltmeister Manfred Pranger aus Österreich beim Finale in Garmisch-Partenkirchen Neureuthers Zeit nicht hatte toppen können, platzte die Freude aus dem 25-Jährigen förmlich heraus. Der WM-Vierte rannte nach dem Sieg am Gudiberg in den Zielraum. Er warf die Ski in den Schnee, riss die Arme in die Höhe - mit einem größeren Erfolg hätte die Slalom-Saison für ihn nicht enden können.
"Es ist Vieles nicht so gelaufen wie ich es mir vorgestellt hab. So entschädigt zu werden, ist traumhaft. Am Anfang will man nicht dran glauben und dann läuft es wie im kleinen Traum ab." Und auch Vater Christian war nach dem Coup des Sohnes an dem Berg, an dem er am 5. Januar 1974 gewann, überglücklich. "Das ist eine besondere Familienstory", schwärmte der Vater.
Neureuther schloss bei der Hymne zur Siegerehrung zwischenzeitlich die Augen und genoss nach dem Erfolg in Kitzbühel nun beim Heimsieg einen der größten Tage seiner Sportlerkarriere.
Riesenglück für Riesch
Doppel-Olympiasiegerin Maria Riesch hat wie vor einem Jahr die kleine Kristallkugel im Slalom gewonnen. Rund eine Stunde nachdem ihr Partenkirchener Vereinskollege Neureuther den Slalom der Herren für sich entschieden hatte, holte sich Riesch die Trophäe für die Disziplin-Beste. Beim Rennen musste sie sich zwar den österreichischen Skirennfahrerinnen Marlies Schild und Kathrin Zettel geschlagen geben. Aber für Platz eins im Slalom-Klassement reichte es trotzdem.
Reaktionen:
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Frage an Felix Neureuther: "Erst der Sieg in Kitzbühel, jetzt der Sieg in Garmisch. Sind Sie der Mann für die Klassiker im Weltcup?"
Zettel hatte auf der WM-Strecke des kommenden Jahres vorgelegt und Riesch konnte die Zeit der Kombinations-Weltmeisterin nicht erreichen. Danach schied Susanne Riesch als Dritte des ersten Durchgangs aus, Sarka Zahrobska (Tschechien) leistete sich Fehler, Schild fuhr zum Sieg - und damit nicht für Zettel.
"Der Ausfall meiner Schwester tut mir Leid, aber auf der anderen Seite war es wohl der entscheidende Punkt für mich. Es war Riesenglück", gestand Maria Riesch nach dem Gewinn der Kristallkugel, die sie mit einem Vorsprung von drei Punkten gewann.