Carlo Janka gewinnt die Abfahrt in Garmisch

Didier Cuche und die Trophäe für den Abfahrts-Weltcup
Beim letzten Abfahrtsrennen des alpinen Ski-Winters brauchten die Verantwortlichen eine sehr genaue Stoppuhr, um den Sieg von Carlo Janka zu bestätigen. Der Schweizer verwies den Österreicher Mario Scheiber mit einem Vorsprung von zwei Hundertstel auf Rang zwei und stürzte die Österreicher in ein Tränental.
Doch es war kein Zweikampf um die Position eins - gar ein Achtkampf. Zwischen Janka und dem Achtplatzierten Eidgenossen Didier Cuche lagen gerade einmal 19 Hundertstel Sekunden Abstand. Die Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen bot damit einen spannenden Rahmen für das Saisonfinale.
Janka braucht das Polster
Für Janka bedeutete der Sieg die Übernahme im Gesamt-Weltcup. Hinter Scheiber reihten sich Erik Guay (Kanada) und Patrick Küng (Schweiz) ein, die sich mit jeweils sieben Hundertstel Sekunden Rückstand den dritten Platz auf dem Podest teilten.
In der Gesamtwertung hat der Riesenslalom-Olympiasieger Janka nun 1073 Punkte und liegt damit 54 Zähler vor Benjamin Raich (1019). Der Österreicher verzichtete nach seinem schwachen Trainingslauf auf die Abfahrt und trainierte stattdessen für den Riesenslalom.
"Beides ist schön und wichtig", sagte Janka über seinen dritten Abfahrtssieg und die Führung im Gesamt-Weltcup. Er werde "bis zum Schluss kämpfen", um sie zu verteidigen. "Ich habe jetzt ein kleines Polster, aber das brauche ich auch, wenn es in die technischen Disziplinen geht", meinte er.
Österreicher ohne Sieg in der Abfahrt
Der Schweizer ging nach eigenen Angaben "sehr entspannt" in dieses Rennen, da er nach seinem Olympiasieg in Vancouver schon jetzt sehr zufrieden mit seiner Saison sei. "Verlieren kann ich hier nichts mehr", sagte er.
Die österreichischen Fahrer blieben zum ersten Mal seit 1991/92 ohne Saisonsieg in der Abfahrt. "Im ersten Moment war ich sehr, sehr enttäuscht, als Carlos Zeit angezeigt wurde. Aber mit etwas Abstand bin ich zufrieden. Ein Platz auf dem Stockerl ist immer sehr schön", sagte der Zweitplatzierte Scheiber. Didier Cuche (Schweiz), der bereits vorzeitig als Sieger des Abfahrt-Weltcups feststand, belegte nur den achten Platz.