Schlierenzauer siegt, Neumayer Dritter

Michael Neumayer genießt den Augenblick
Michael Neumayer riss nach dem zweiten Podestplatz seiner Karriere beide Fäuste in den Abendhimmel von Willingen. Er musste nur Sieger Gregor Schlierenzauer und Anders Jacobsen den Vortritt lassen.
Mit dem dritten Platz bescherte Neumayer den deutschen Skispringern das erhoffte Erfolgserlebnis vor den Olympischen Winterspielen in Vancouver. Der 31-Jährige glänzte vor 16.000 begeisterten Fans mit Sprüngen von 140,5 und 141 Metern. Michael Uhrmann als Zehnter und Martin Schmitt auf Rang elf komplettierten das gute Abschneiden der DSV-Springer.
"Das ist affengeil"
"Das ist affengeil und gibt Selbstvertrauen", sagte Neumayer. Beim Neujahrsspringen der Vierschanzentournee 2008 hatte er - auch damals als Dritter - zum bisher einzigen Mal auf dem Podest gestanden. In Willingen genoss er dieses Gefühl daher in vollen Zügen. "Es ist schön, dass es so kurz vor Olympia den erhofften Tick besser wird. Ich bin zur Zeit sehr locker und hoffe, dass es so weiter geht und Spaß macht", sagte der Berchtesgadener.
Auch Schmitt befindet sich im Aufwind, obwohl es beim Vize-Weltmeister noch nicht rund läuft. "Ich habe ein ganz gutes Niveau, aber es fehlt eine Kleinigkeit in der Absprungbewegung. Dadurch geht es ein bisschen zäh", mäkelte der 32-Jährige nach 133,5 Metern im ersten Durchgang. Im Finale legte er mit 137,5 Metern eine Schippe drauf und stellte danach zufrieden fest: "Das war kein schlechter Tag für mich. Ich merke, dass langsam ein guter Rhythmus drin ist, auch wenn es noch nicht aus einem Guss läuft."
Schlierenzauer eine Klasse für sich
Uhrmann unterstrich mit Rang zehn ebenfalls, dass er für Olympia gerüstet ist. 131 und 138,5 Meter weit trug es den Bayern ins Tal. "Ich bin zufrieden, aber beide Sprünge hätten besser sein können. Ich bin nicht weit weg von der Spitze", sagte der 31-Jährige. Leichte Sorgen bereiten dagegen die Youngster Pascal Bodmer (21.) und Andreas Wank (24.), die erneut nicht überzeugen konnten. "Heute lief es nicht so gut, aber die Form kommt langsam wieder. Ich bin zuversichtlich", sagte Bodmer.
Eine Klasse für sich war Schlierenzauer, der mit 142,5 und 137,5 Metern seinen 32. Weltcupsieg feierte. In der Weltcup-Gesamtwertung rückte der 20-Jährige mit 1192 Punkten dem führenden Schweizer Simon Ammann (1249), der auf einen Start im Sauerland verzichtete, wieder dichter auf die Pelle. In der Team-Tour liegen die Österreicher im Rennen um den Siegerscheck von 100.000 Euro vor dem finalen Mannschafts-Wettbewerb am Sonntag weiter vorn.