Martin Schmitt in der Qualifikation stark

Autogramme von Martin Schmitt sind noch gefragt
Für die deutschen Skispringer geht es in Willingen nicht nur um Weltcup-Punkte, sondern auch schon um eine interne Ausscheidung für einen Startplatz bei den Olympischen Spielen. Martin Schmitt scheint sich davon bisher beflügeln zu lassen.
Mit dem zweiten Platz in der Qualifikation machte der Routinier nachhaltig Werbung in eigener Sache. Vier Startplätze für die erste Entscheidung bei den Winterspielen in einer Woche sind zu vergeben. "Ich werde nach den letzten Eindrücken zwei, drei Springer fix für den Wettbewerb auf der Normalschanze benennen, bevor wir am Montag in den Flieger steigen", sagte der Bundestrainer Werner Schuster.
"Ich bin ein großer Fan davon, zwei, drei Springern rechtzeitig das Vertrauen zu geben und nur ein, zwei Plätze ausspringen zu lassen. Man kann sich auch zu Tode qualifizieren, deshalb werde ich vorher für Klarheit sorgen", kündigte Schuster an. Allerdings wird er sich nur für den Wettkampf auf dem kleinen Bakken festlegen. Wer auf der Großschanze und im Team-Wettbewerb zum Einsatz kommt, wird der Coach erst vor Ort entscheiden.
Schmitt erwartet ein Top-5-Resultat
Derzeit dürften die Routiniers Schmitt, Michael Uhrmann und Michael Neumayer die Nase vorn haben. Der bereits als neuer Hoffnungsträger gefeierte Pascal Bodmer wird sich wohl mit Andreas Wank um den letzten freien Platz duellieren müssen. "Ich muss weiter hart an mir arbeiten und mich noch weiter steigern", meinte der 19-jährige Bodmer.
Die Messlatte liegt hoch, denn Schuster erwartet beim Finale der Team-Tour, dass seine fünf Auserwählten für Vancouver den Aufwärtstrend der vergangenen Tage fortsetzen. "Wir wollen kompakt der Spitze näher rücken und im Einzel die Top 5 angreifen. Es wäre wichtig, einen weiteren Schritt nach vorn zu machen, um mit einem guten Gefühl ins Flugzeug zu steigen", sagte Schuster.
Einige Stars fehlen
Die Chancen dafür stehen gut, denn in Willingen fehlen eine Reihe von Spitzenspringern. Der im Gesamt-Weltcup führende Schweizer Simon Ammann verzichtete genauso auf die Reise ins Upland wie Polens Medaillen-Hoffnung Adam Malysz und Finnlands Altmeister Janne Ahonen.
Im Mannschafts-Wettbewerb am Sonntag wollen dann auch die Österreicher, die im Einzel mit Gregor Schlierenzauer, Andreas Kofler und Thomas Morgenstern stark vertreten sind, nur mit der zweiten Garnitur antreten. "Für Olympia wird das Ergebnis daher keine Aussagekraft haben", relativierte Schuster schon im Vorfeld.
Schmitt sprang in der Qualifikation 137,5 Meter weit und musste nur dem Norweger Tom Hilde (139,5) den Vortritt lassen. "Ich bin hier gut reingekommen und super zufrieden. Mal sehen, was im Wettkampf vor dieser tollen Kulisse möglich ist", sagte Schmitt.
Auch Neumayer mit 134 Metern als Vierter, Severin Freund mit 131,5 Metern auf Rang sieben und Tobias Bogner als 19. qualifizierten sich ohne Mühe. Die für den Wettbewerb gesetzten Wank (123,5), Bodmer (127,5) und Uhrmann, der auf die Ausscheidung verzichtete, komplettieren das DSV-Septett am Samstag.