21.01.2009
Bussler rettet Snowboard-Ehre

Patrick Bussler sicherte sich die Bronze-Medaille
Die Medaillenhoffnungen kamen eigentlich aus dem weiblichen Lager, doch Snowboarderin Amelie Kober enttäuschte auch im Parallel-Slalom. Dafür fuhr mit Patrick Bussler ein männlicher SVD-Fahrer im gleichen Wettbewerb furios und holte die Bronze-Medaille.
"Das ist unglaublich. Als ich oben stand, wollte ich unbedingt diese Medaille. Das Ergebnis hat meine Erwartungen übertroffen nach dem Pech von gestern", sagte Bussler, der bei den Weltmeisterschaften im südkoreanischen Gangwon beim Parallel-Riesenslalom noch gestürzt und 31. geworden war.
Im kleinen Finale bezwang Bussler den ehemaligen slowenischen Riesentorlauf-Weltmeister Rok Flander. "Als ich gemerkt habe, dass Rok gestürzt war, habe ich im Flachteil richtig weiche Knie bekommen. Ich kann das Alles immer noch nicht glauben." Der Sieg ging an Benjamin Karl, der damit das dritte Gold für Österreich holte.
Bei den Damen gewann die Schweizerin Fränzi Mägert-Kohli. Als beste Deutsche kam Junioren-Weltmeisterin Selina Jörg auf den neunten Platz. Die Olympia-Zweite Kober, die noch im Zielraum zu den ersten Gratulantinnen von Bussler zählte, schied in der Qualifikation des nicht-olympischen Slaloms ebenso aus wie Anke Karstens (Platz 29). Als 31. beendete Maximilian Hafner die WM.
Gedanken an Olympia
Busslers Bronze war die erste Medaille für den Snowboard Verband Deutschland (SVD) in Südkorea und die erste für einen deutschen Mann seit Markus Ebner vor acht Jahren. Für den kleinen Verband ist das Edelmetall auch finanziell äußerst wichtig. Denn nach den vorolympischen Weltmeisterschaften und den Winterspielen 2010 im Vancouver wird die Höhe der Fördergelder festgelegt - und bis zum Mittwoch hatte die SVD-Truppe in Südkorea in den zwei olympischen Disziplinen Boardercross und Parallel-Riesenslalom enttäuscht. "Patrick Bussler hat von Anfang an kontinuierlich gearbeitet und ist ohne Wenn und Aber super gefahren", sagte Sportdirektor Timm Stade.
In der Halle in Landgraaf war Bussler zu Saisonbeginn des WM-Winters als Dritter zum ersten Mal aufs Weltcup-Podest gefahren. "Ich bin richtig konstant geworden, das kann man auf das Training zurückführen", sagte der "Planungsmensch", der mit zehn Jahren das erste Mal auf dem Snowboard stand und sich damals mit seinen Brüdern das Brett noch teilen musste.
Mit Außenseiterchancen war Bussler, der noch an der Seite Ebners trainierte, nach Südkorea gefahren - er selbst hatte schon vor Monaten an Edelmetall geglaubt. Den Aufwärtstrend will er auch beim großen Ziel in einem Jahr in Vancouver fortsetzen. "Man denkt schon an Olympia, es sind ja die selben Fahrer wie im Weltcup."