21.10.2008
Alois Vogl gibt Rücktritt bekannt

Alois Vogl Porträt
Die Folgen einer Darmerkrankung setzten Alois Vogl in den letzten Jahren immer wieder zu. Nach einer Behandlung im Sommer fühle er sich zwar fit, sagte er, doch der Trainingsrückstand sei einfach zu groß gewesen, um ganz vorne mitzufahren. Damit beendet der 36-jährige nach 16 Jahren seine Karriere als aktiver Fahrer im alpinen Rennsport.
"Es ist schade, dass man Aktive mit einem solch hohen Leistungspotenzial durch langjährige Erkrankungen verliert. Alois wäre auch mit seinen 36 Jahren noch in der Lage gewesen, auf internationalem Niveau ganz vorne mitzufahren", sagte der Alpin-Direktor des Deutschen Skiverbands (DSV), Wolfgang Maier. Der Verband hoffte vergeblich auf die Genesung von Vogl. Ein Start beim ersten Weltcup-Rennen der Saison im österreichischen Sölden hatte er aber ohnehin bereits abgesagt.
Vom Talent zum Patient
Alois Vogl startete erstmals 1991 in einem Weltcup-Rennen. Sein Talent war unbestritten, doch gute Trainingsleistungen konnte er in Rennen nur selten bestätigen. 1996 kam er bei einem Rennen im schweizerischen Adelboden erstmalig unter die top zehn und fuhr auf Rang fünf. Zwei Jahre später folgten zwei sechste Plätze.
Dann begann seine Leidenszeit. Die Winterspiele 1998 in Nagano musste er, ebenso wie den Start bei den Weltmeisterschaften 2001 und 2005, aus gesundheitlichen Gründen absagen.
Als Routinier erstärkt
Dabei war es vor allem die Weltcup-Saison 2004/2005, in der Alois Vogl auftrumpfte. Nach mehreren vorderen Platzierungen, gewann er im Januar 2005 als letzter deutscher Alpinrennfahrer ein Weltcuprennen und landete in der Gesamtwertung auf dem fünften Rang.
Alois Vogl gehörte 17 Mal zu den besten zehn bei Weltcup-Rennen und gewann insgesamt acht nationale Meisterschaften. Seine Rennquote ist dennoch unbefriedigend: In sechs von sieben WM-Rennen schied er zwischen 1996 und 2007 aus, darunter auch wie bei Olympia 2006.
Rücktritt ohne Rückzug
Genaue Zukunftspläne hat Alois Vogl noch nicht genannt. Für ihn steht aber fest, dass er dem Ski-Sport in jedem Fall, "in welcher Form auch immer", treu bleiben will.
Julian König