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Alois Vogl steht unter Artenschutz
Alois Vogl steht unter Artenschutz
Alois Vogl in Aktion

Im Sog von Felix Neureuther will Alois Vogl endlich wieder abheben. Im Januar 2005 hatte der 35-Jährige den deutschen alpinen Ski-Herren den letzten Weltcup-Erfolg beschert. Jetzt möchte der Routinier zusammen mit Neureuther die Durststrecke in dieser Saison beenden.

"Felix, der ist richtig gut drauf", lobte Vogl das 23 Jahre alte Ausnahme-Talent. Neben den beiden geht Dominik Stehle beim ersten Slalom der Saison auf der Reiteralm bei Schladming an den Start. Während der DSV von Neureuther konstant gute Platzierungen erwartet, ist Vogl die große Unbekannte im Team.

"Ihm ist alles zuzutrauen", sagte auch Cheftrainer Christian Scholz. In der vergangenen Saison fand der Familienvater "nie zur gewünschten Form" (Vogl). In neun Rennen schaffte er es gerade zweimal zu einer vorderen Platzierung. Durch Rang drei Ende Januar in Kitzbühel schöpfte der Sportler vom SC Zwiesel zwischenzeitlich neuen Mut, doch bei der WM in Are legte er förmlich eine Bruchlandung hin.

Noch vor der ersten Zwischenzeit schied er aus. "Das war der Tiefpunkt in den letzten vier, fünf Jahren", gestand Vogl nach der Saison. Die Enttäuschungen aus dem WM-Winter will Vogl jetzt hinter sich lassen.

Harte Arbeit steht an

Dem Pechvogel, der beim DSV unter Artenschutz steht und nur teilweise mit den deutlich jüngeren Kollegen im Nationalteam trainiert, wäre angesichts der vielen gesundheitlichen Rückschläge ein Erfolg ähnlich dem aus dem Januar 2005 zu gönnen.

Beim Klassiker in Wengen feierte der als ewiges Talent geltende Vogl endlich den Durchbruch und den ersten deutschen Slalom-Sieg seit 14 Jahren. "Man weiß nie was passiert, damals ging es auch zack, bumm. Und nach einem Sieg schwebst du, alles geht von alleine", sagte der herausragende Techniker. "Aber da muss man hinkommen, und das ist harte Arbeit."

Hart muss er vor allem an einer Verbesserung seines Startplatzes arbeiten. Nur noch knapp zählt er zur Gruppe der ersten 30, durch die vielen Ausfälle fiel er zurück. "Es ist entscheidend, dass er die Nummer wieder verbessert", sagte Scholz. Sollte Vogl aus dieser Startgruppe rausfallen, "wird es nicht mehr so lang gehen", ergänzte der Techniker.

Noch kein Ende in Sicht

Gesundheitlich hatte er in der Saisonvorbereitung kaum Probleme, nur kurz vor dem Start auf der Reiteralm musste er wegen Knieproblemen eine kleine Trainingspause einlegen. Mehr Fahrten als sonst legte er im Sommer hin, "weil durch die Reglementierung von Taillierung und Bindungsplattenhöhe eine Umstellung entstanden ist", erklärte "der Lois". "Das dauert seine Zeit bis man das immer so abgestimmt hat."

Wie lange er noch im Stangenwald unterwegs sein wird, darauf will sich der Vogl seit Jahren nicht festlegen. "So lange ich schnell fahren kann und die Chance sehe, richtig vorne mitzufahren, sehe ich keinen Grund aufzuhören. Vor allem mache ich weiter, so lange es Spaß macht", erklärte der im Gegensatz zum forschen Neureuther stille Vogl, der für Scholz "eine feste Größe im Team" bleibt.