Dirk Nowitzki will zu Olympia 2012 und eventuell in die Bundesliga

Die Hoffnung auf einen NBA-Titel hat Dirk Nowitzki noch nicht aufgegeben.
Über einen mangelnden Unterhaltungswert in seinem Leben kann sich Dirk Nowitzki momentan nicht beschweren. Nach der Vertragsverlängerung in Dallas und der WM-Absage an die Nationalmannschaft, hofft der 32-Jährige weiter auf seine zweite Olympiateilnahme 2012. Zudem schließt Nowitzki ein Karriereende in Deutschland nicht aus und wird in dieser Woche gleich zweifach ausgezeichnet.
Seine WM-Absage verteidigt er auch mit den Wünschen seines Clubs Dallas Mavericks. "Die sagen, du wolltest einmal bei Olympia dabei sein, das hast du geschafft. Was willst du denn jetzt noch?", erklärte Nowitzki, der seinen Vertrag in Dallas in dieser Woche um vier weitere Jahre verlängert hatte. Nun will er sich voll auf die neue Saison in der NBA konzentrieren.
Dirk Bauermann zeigt Verständnis für WM-Absage
Der 32-Jährige meinte mit Blick auf seinen EM-Verzicht im Vorjahr, es sei wieder eine schwere Entscheidung gewesen, nicht Ende August in der Türkei für die Nationalmannschaft zu spielen. Der jungen DBB-Auswahl könne dies aber helfen, noch einmal einen Schub zu bekommen. Nowitzki will 2011 zur Europameisterschaft zurückkehren, wo die Chancen größer als bei der WM sind, sich für Olympia 2012 in London zu qualifizieren. "Dass wir noch mal Olympia schaffen, das wäre Wahnsinn", betonte er.
Voller Verständnis ist Bundestrainer Dirk Bauermann, der eine Absage schon vor der Bekanntgabe der Entscheidung vermutet hatte. Eine WM sei für einen Nowitzki als einen der fünf besten Basketballer "auf unserem Planeten", kein so hohes Ziel wie Olympia. "Dirk hat bei der Absage gleichzeitig gesagt, dass er 2011 zur Verfügung stehen wird. Das gibt uns Planungssicherheit und uns 2011 eine gute Chance, uns für Olympia zu qualifizieren", sagte der Coach des Zweitligisten FC Bayern.
Wohlfühlfaktor Dallas entscheidend
Nach dem frühen Playoff-Aus will Nowitzki mit Dallas nun einen neuen Anlauf unternehmen, um endlich Meister zu werden. Einen möglichen Wechsel zu einem anderen Club hatte er verworfen. "Du liegst nächtelang da und überlegst, was du machst. Das war nicht so eine tolle Situation für mich", berichtete der bodenständige Würzburger. "Ich fühle mich in Dallas einfach sehr wohl. Irgendwo anders hinzugehen und bei Null anzufangen - da hatte ich keine Lust drauf. Mir kann ja keiner die Meisterschaft garantieren, wenn du irgendwo anders neu hingehst."
Mavericks-Eigentümer Mark Cuban, mit dem ihn ein fast freundschaftliches Verhältnis verbinde, sei ein "Riesenfaktor" gewesen, weil er ihm in den vergangenen zehn Jahren immer geholfen habe, auch außerhalb des Spielfeldes. Selbst bei einer Chance, mit den Superstars LeBron James oder Dwyane Wade zusammenzuspielen, "hätte ich schwer überlegen müssen", gestand Nowitzki. James, Wade und Chris Bosh spielen in der kommenden Saison gemeinsam für Miami Heat, die dank des Trios als Titelanwärter starten.
Karriereausklang in der Bundesliga möglich
Nowitzki schloss erneut nicht aus, nach dem Ende seiner NBA-Karriere noch einmal in der Bundesliga auf Korbjagd zu gehen. Dies sei auf jeden Fall eine Option, aber genauso offen wie die Frage, wo später sein Lebensmittelpunkt sein wird.
Sein Ausrüster Nike ehrte Nowitzki vor der Niederlassung in der Tauentzienstraße in Berlin mit einem Stern auf dem Gehweg. Nachempfunden ist der Stern dem Walk of Fame für Filmstars in Hollywood. Am Samstag wird Nowitzki zudem mit der IOC-Trophy des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ausgezeichnet. Am Brandenburger Tor verabschiedet der NBA-Star die deutsche Mannschaft für die Olympischen Jugendspiele im August in Singapur.