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Wohin gehen LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh?
Wohin gehen LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh?
Der König wird von sechs Teams hofiert: LeBron James

Gemeinhin ist der Juli ein ziemlich stressfreier Monat für den geneigten NBA-Profi. Doch in diesem Jahr ist alles anders: Ein Team-Sextett buhlt um die Dienste von LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh. sportal.de beleuchtet die Chancen der Teams auf die Dienste der Superstars.

Während andere Teams wie die Boston Celtics mit Paul Pierce, die Atlanta Hawks mit Joe Johnson und natürlich die Dallas Mavericks mit Dirk Nowitzki die Dienste ihrer Sahnestücke noch vor dem Stichtag für Unterschriften der Free Agents am 8. Juli gesichert haben, geht gerade in Cleveland, aber natürlich auch Miami die große Angst um: James, Wade und Bosh, dessen Abschied von den Toronto Raptors zumindest sicher scheint, sind die großen Drei, um die sich General Manager quer durch das ganze Land reißen. Dementsprechend ist und war auch der Terminplan der Herren in den letzten Tagen. Doch wer hat wirklich die Chance auf das große Los - wer zieht LeBron an Land?

New York Knicks: Die Knicks haben seit einem Jahr keinen Hehl aus ihrem Interesse an King James gemacht. LeBron wäre im Big Apple allerdings auch in einer Situation wie Cleveland, mit dem Unterschied, dass die Presse gnadenlos ist - da wäre ein Verbleib bei den Cavs mit Sicherheit die klügere Entscheidung. Allerdings möchten ja auch die New Yorker mindestens einen zweiten Superstar neben James haben, wenn es perfekt läuft, unterschreibt das Free-Agent-Duo James und Wade gleich gemeinsam.

Noch muss sich Manager Donnie Walsh gedulden, wie der Cleveland Plain Dealer berichtet, wird James seine Entscheidung nicht vor dem 8. Juli bekanntgeben. Allerdings verfolgt Walsh laut espn.com auch "Plan B, C, D, E, F". Plan B ist schon einmal da: Amare Stoudemire unterschrieb bereits bei den Knicks. Die Verpflichtung Stoudemires könnte auch James' Entscheidung zugunsten der Knicks beeinflussen, wollte er doch im Februar schon den Center bei den Cavs sehen.

Aber auch der Ex-Suns-Spieler will weiterhin am Plan A feilen: "Ich werde versuchen, mit ihm zu reden und zu überzeugen, dass er hierherkommt. Ich habe keine Ahnung, in welche Richtung er sich orientiert. Aber er hat noch keine Entscheidung getroffen, hoffentlich kann ich ihn dazu bringen, uns auszuwählen", zitiert espn.com Stoudemire.

New Jersey Nets: Vor den Toren New Yorks macht man sich ebenfalls Hoffnungen auf die Dienste des Kings. Der größte Trumpf soll Berichten zufolge die Freundschaft LeBrons mit Nets-Mitbesitzer Jay-Z sein. Bis dato machte James allerdings nicht den Eindruck, seine Loyalität gegenüber den Cavs nur aus Freundschaft aufgeben zu wollen. Coach Avery Johnson und Hauptbesitzer Mikhail Prokhorov sprachen allerdings nicht nur mit dem Topspieler, sondern auch mit Wade und Bosh.

Glaubt man Johnson, ist eine Verpflichtung der großen Drei fast sicher. "Wir denken, dass wir einfach die besten Bedingungen für einen Free Agent haben", zitiert The Star Ledger den Coach. "Wir sind sehr optimistisch. Wir haben mit ihnen gesprochen, sie waren sehr interessiert und haben den Eindruck gemacht, als wollten sie hierherkommen." Sollte dies nicht der Fall sein, haben die Nets Probleme, einen Plan B zu verwirklichen. Die ansonsten anvisierten Spieler haben entweder, wie Rudy Gay, bereits bei ihrem alten Team unterschrieben oder drohen, wie Stoudemire, bei der Konkurrenz zu landen.

Chicago Bulls: Auch hier möchte man am liebsten die großen Drei verpflichten, auch hier macht man sich noch berechtigte Hoffnungen, zumindest einen Teil vom Free-Agent-Kuchen abzubekommen. Die größte Chance hat das Ex-Jordan-Team wohl bei Wade, der als Bull zurück in seine Heimatstadt kommen würde. Interessanterweise hielt Wade auch seine Meetings mit den interessierten Teams in Chicago ab. In Windy City glaubt man aber auch, dass den anderen beiden genug Anreiz geboten werden kann, um dem Team zu altem Glanz zu verhelfen.

Laut Chicago Tribune waren diese Tatsachen auch die Eckpfeiler der Präsentation, schließlich können die Bulls mit Joakim Noah und Derrick Rose zwei junge Talente vorweisen, die die Fähigkeiten von James, Wade und Bosh hervorragend ergänzen. Zudem gäbe es die Historie eines Teams, das immerhin sechsfacher NBA-Champion ist, dadurch bedingt eine verlässlich gut gefüllte Arena und das Leben in einer der In-Städte der USA: Außerdem - und dies ist beileibe nicht unerheblich - haben sie für dieses Jahr noch 30 Millionen Dollar an Gehalt zu verteilen.

Miami Heat: Eigentlich hatte man in Miami gehofft, sich zurücklehnen zu können und nach geeigneten Ergänzungsspielern für Wade zu suchen. Doch der ist auf einmal mit in der Verlosung und so besteht die Hauptarbeit der Heat mittlerweile darin, ihren eigenen Superstar in der Stadt zu halten. Dabei kamen Teamverantwortliche, wie die anderen Interessenten auch, zunächst nach Chicago, um Wade das Angebot zu machen. Letztlich traf sich Besitzer Micky Arison mit dem Shooting Guard nach dessen Rückkehr nach Miami, um den fast verlorenen Sohn zum Bleiben zu überreden.

Arison hatte sich zuvor auch gemeinsam mit dem Team-Präsidenten Pat Riley, Coach Erik Spoelstra und Ex-Star Alonzo Mourning und den anderen beiden Topmännern James und Bosh zur Präsentation getroffen. Rileys Rekrutierungswaffen dabei: Die Tatsache, dass Florida ein Bundesstaat ist in dem keine Einkommensteuer gezahlt wird, dürfte für die Männer mit Millioneneinkommen nicht uninteressant sein. Zudem möchte Riley eine Dynastie ähnlich der Bulls in den Neunzigern in Südflorida etablieren. Tendenzen vermochte man in Miami allerdings auch noch nicht auszumachen.

Los Angeles Clippers: Auch hier steht James und stand Stoudemire ganz oben auf der Wunschliste. Dabei haben die Clippers einen bescheidenen Ansatz bei ihrer Präsentation gesucht und laut espn.com eben nicht mit Prominenten gewuchert. "Wir wollten, dass er sich unser Team anguckt. Ich habe zu LeBron gesagt: 'Mit wem möchtest du Basketball spielen?", so General Manager Nick Olshey, der James' Karriere seit der High School eng verfolgt, gegenüber espn. Bei allem Respekt, ob das talentierte Team mit den Allstars Baron Davis und Chris Kaman, sowie den Nachwuchshoffnungen Eric Gordon und Blake Griffin gegen ein mögliches James-Wade-Bosh-Triumvirat anstinken kann, bleibt fraglich. Und nicht zu vergessen: Auch wenn es Los Angeles ist, die Stadt ist wahrscheinlich zu klein für Kobe Bryant und den King. Von den meisten Experten wird den Clippers keine Chance in der Königs-Lotterie eingeräumt.

Cleveland Cavaliers: In Cleveland hängt derweil ein ganzes Team an der Entscheidung LeBrons. Bleibt er, muss man sich Gedanken um hochkarätige Mitspieler machen, die James bei der Jagd nach dem Titel unterstützen sollten. Natürlich sind zwei der Namen im Spiel einmal mehr Bosh und Wade, wobei der Noch-Raptor bereits vor einiger Zeit von James höchstpersönlich für die Cavs favorisiert wurde. Geht James aus Cleveland weg, können sich die Cavaliers neu orientieren und ein Team mit Perspektive aus jungen Spielern aufbauen.

Doch noch sind die Hoffnungen bei seinem Noch-Team hoch: "Wir hatten ein gutes Treffen mit LeBron und seinen Leuten", wird General Manager Chris Grant von der New York Times zitiert. Unter Experten ist ein möglicher Verbleib des Kings bei den Cavaliers nicht unwahrscheinlich, allerdings werden die Verantwortlichen ihrem Small Forward einiges an Versprechen gegeben haben, um ein Ja für ihr Team zu forcieren.

James ist derzeit der Dominostein, der die restlichen Free Agents letztlich mit sich reißen würde. Die meisten sparen ihr Geld, um James' Entscheidung abzuwarten und dann vielleicht zuzuschlagen. Aber nicht nur LeBron, auch Wade und Bosh machen sich ihr Ja zu einem der Teams auch nicht leicht: ''Sie möchten sichergehen, dass sie alles evaluiert haben'', so der gemeinsame Agent der beiden, Henry Thomas, in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AP. ''Die Entscheidung fällt beiden schwerer, als sie jemals für möglich gehalten haben.''

Wie auch immer die Königs-Lotterie ausgeht, wenn der Staub sich wieder lichtet, werden höchstwahrscheinlich zwei der großen Drei in einem Team spielen.

Sven Kittelmann

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