Die New Orleans Saints haben den Super Bowl XLIV gewonnen und sich erstmals in der 43-jährigen Clubgeschichte zum NFL-Titelträger gekrönt. Die Saints besiegten im Endspiel in Miami vor 74.000 Zuschauern die favorisierten Indianapolis Colts mit 31:17.
Danach hatte es lange Zeit nicht ausgesehen, denn die Colts waren zunächst das bessere Team. Das beste Team der Vorrunde dominierte die erste Halbzeit und führte durch ein Fieldgoal von Matt Stover (38 Yards) sowie einen Touchdown von Pierre Garcon nach einem 19 Yard-Pass von Quarterback Peyton Manning mit 10:0. Die Saints um Quarterback Drew Brees kamen zu diesem Zeitpunkt noch nicht ins Rollen. Zwei Fieldgoals von Garrett Hartley (46 und 44 Yards) sorgten immerhin dafür, dass der Rückstand beim 6:10 zur Pause im erträglichen Rahmen blieb.
Saints-Coach Payton geht volles Risiko
Während draußen auf dem Rasen Roger Daltrey und The Who den Fans die Pause versüßten, schmiedete in der Kabine Saints-Coach Sean Payton einen verwegenen Plan. Sein Team musste in der zweiten Hälfte den Kick-Off ausführen und hätten den Ball somit wieder an die Colts abgegeben. Dazu war Payton nicht bereit.
Er entschloss sich dazu, einen Onside-Kick ausführen zu lassen, bei dem der Ball flach und nur kurz nach vorn gespielt wird. Neben der Chance, gleich wieder in Ballbesitz zu kommen, birgt dieser das Risiko, den Gegner in aussichtsreicher Position ins Spiel zu bringen. Dieses Risiko wollte Coach Payton jedoch eingehen.
"Wir wollten aggressiv sein. Und der Onside-Kick bot eine gute Chance, wieder an den Ball zu kommen", erklärte er bei espn. Seine Spieler waren von dem Plan begeistert. "Als er die Ansage machte, waren wir total aufgeregt", sagte Linebacker Jonathan Casillas. "Das hat alles verändert."
Der Plan ging tatsächlich auf: Thomas Morstead spielte den Ball nach vorn. Das Leder sprang erst einmal auf dem Boden auf und Colts-Spieler Hank Baskett konnte es folglich nicht kontrollieren. In dem Durcheinander sicherte Chris Reis den Ball für die Saints.
Touchdown krönt den Spielzug
Nach diesem Schachzug war New Orleans am Drücker und Quarterback Brees übernahm das Kommando. Über 58 Yards führte er seine Mannschaft im nächsten Drive über den Platz und schloss den Spielzug mit einem Pass auf Pierre Thomas, der zum Touchdown vollendete, ab.
Die Saints führten mit 13:10. Indianapolis schlug jedoch wieder zurück und ging durch einen 4-Yard-Lauf von Joseph Addai erneut mit 17:13 in Führung. Ein weiteres Fieldgoal von Garrett Hartley brachte die Saints am Ende des dritten Viertels auf 16:17 heran. Das Feld für ein packendes Schlussviertel war bestellt.
Mannings Fehlpass entscheidet das Spiel
Zunächst glänzte die Defense der Saints, die den Gegner zu einem Fieldgoal-Versuch aus großer Entfernung zwang. Aus über 50 Yards vermochte Matt Stover das Ziel dann auch nicht zu treffen. Besser machte es New Orleans, das sich in dieser Phase auf seinen starken Quarterback Brees verlassen konnte.
Traumhaft sicher führte er sein Team über das Feld und krönte den Drive mit einem kurzen Pass auf Jeremy Shockey, der sechs Minuten vor Spielende per Touchdown auf 22:17 erhöhte. Da auch die Two-Point-Conversion von Brees auf Lance Moore noch gelang, führten die Saints nun mit 24:17.
Knapp sechs Minuten blieben den Colts und deren Quarterback Peyton Manning noch, um das Spiel zu drehen. Zunächst lief auch alles nach Plan und Indianapolis kam der Endzone näher. Die Entscheidung zugunsten des Außenseiters fiel knapp drei Minuten vor dem Ende, als Manning ein Fehlpass unterlief und Saints-Cornerback Tracy Porter den Ball zum 30:17 in die Endzone trug.
Erinnerung an Katrina
Der Erfolg der Saints gilt landesweit als Symbol für den Wiederaufbau von New Orleans, nachdem Hurrikan Katrina Ende August 2005 viele Teile der Stadt verwüstet und die anschließende Flut 80 Prozent unter Wasser gesetzt hatte.
Daran erinnerte auch Brees in der Stunde des großen Triumphs. "Das ist unglaublich Ich kann es nicht fassen. Wer hätte vor vier Jahren gedacht, dass so etwas möglich ist. 85 Prozent der Stadt standen unter Wasser. Viele Leute sind gegangen und wussten nicht, ob sie jemals wiederkommen. Aber wir haben zusammengehalten und gemeinsam alles wieder aufgebaut. Das haben wir die letzten vier Jahre getan und dieser Erfolg ist die Krönung dieser Entwicklung", sagte Brees. Er selbst wurde auch noch zum wertvollsten Spieler (MVP) des Endspiels gewählt.