Allen Iverson beendet Karriere

Allen Iverson mit der MVP-Trophäe
14 Saisons hat Allen Iverson in der NBA für Furore gesorgt, doch nun scheint seine Zeit gekommen - der vielleicht beste Rookie und Point Guard aller Zeiten geht in Rente. Nachdem der Versuch, sich den New York Knicks anzuschließen, gescheitert ist, erklärte der 34-jährige Iverson seinen Rücktritt.
Dabei ist The Answer einer der größten Stars in der NBA und der Gedanke an einen stillen und leisen Abschied mag dem Fan ein wenig unbehaglich vorkommen. Denn er gehört zweifellos zu den schillerndsten Figuren im Basketball-Zirkus und nach 24.020 Punkten hätte Iverson einen pompöseren Abschied verdient gehabt.
Eine einzigartige Serie
1996 wurde er an erster Stelle von den Philadelphia 76ers gedraftet, für die er die nächsten zehn Jahre spielen sollte. Zunächst als Shooting Guard aktiv, schaffte er es, als einziger Rookie in der Geschichte der NBA in fünf aufeinanderfolgenden Spielen 40 oder mehr Punkte zu erzielen. Die Auszeichnung zum Rookie of the Year war nur Formsache.
Zehn Jahre 76ers reichten ihm, in dieser Zeit schaffte er zwar den Einzug in die Finalspiele, scheiterte aber 2001 an den LA Lakers - dabei wurde er zum MVP gekürt. Ohne Meisterschaftsring verließ er Philadelphia und heuerte bei den Denver Nuggets an. Von dort aus ging die Reise weiter zu den Detroit Pistons und schließlich zu den Memphis Grizzlies, wo sein Vertrag nach wenigen Spielen im gegenseitigen Einvernehmen gekündigt wurde.
Zuletzt kam er - schon bei den Pistons - nicht mehr über die Position des Ersatzspielers hinaus, für Iverson - der in seiner Karriere auf einen Punkteschnitt von 27,1 Zählern pro Spiel zurück schauen kann - ein Ding der Unmöglichkeit. "Ich dachte immer, dass ich erst aufhören werde, wenn ich meinem Team nicht mehr so helfen kann, wie ich es gewohnt bin. Aber in diesem Fall ist das nicht so", erklärte Iverson gegenüber ESPN.
Die Jugend steht im Wege
So sollte ihn sein Weg eigentlich zu den Knicks führen, doch die Verantwortlichen hatten erklärt, dass eine Verpflichtung von Iverson, der immerhin zehnmaliger Allstar ist, den jungen Spielern zu viel Einsatzzeit kosten würde. Das wars mit der Karriere - Ende, aus.
"Er hinterlässt ein großes Vermächtnis", kommentierte LeBron James die Nachricht. "Er ist einer der Besten. Er hat sogar verletzt gespielt und sich immer für sein Team geopfert. Ich denke nicht, dass seine Karriere so enden sollte. Wenn es denn so sein wird, dann wird er viele großartige Dinge zurücklassen."
Nur ein Bewerbungsschreiben?
So ganz abfinden mag sich auch George Karl nicht mit dem Rücktritt von Iversen. Karl, der Iverson in Denver trainierte, meinte: "Ich denke, er hat der NBA immer noch eine ganze Menge zu geben. Aber wenn dies sein Wille ist, wird er in die Geschichte der NBA eingehen. Als der beste kleine Guard, der jemals Basketball gespielt hat."
Und das ist auch der Grund, warum direkt von einem Rücktritt vom Rücktritt gesprochen wird. Das Karriereende von Iverson hat die NBA aufhorchen lassen und so scheint es nicht unwahrscheinlich, dass sich vielleicht doch noch ein Team mit Ansprüchen auf den Gewinn der Meisterschaft bei ihm melden wird.
Seine Statistiken sind überragend, doch der Gewinn der Meisterschaft fehlt ihm eben noch. Doch eins dürfte klar sein, auf der Bank will er die letzten Tage seiner Karriere mit Sicherheit nicht versauern. Klar ist aber auch, Iverson macht im Spiel eigentlich so gut wie keine Pause und meidet die Bank, wie der Teufel das Weihwasser.