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Brüderpaare in der NHL
Brüderpaare in der NHL
Flames-Headcoach Brent Sutter

Die Hanson-Brüder aus dem Film Slap Shot mögen das berühmteste Brüder-Trio in der Geschichte des Eishockeys sein, doch die Raubeine haben viele reale Vorbilder und Nachfolger in der NHL. sportal.de hat sich auf die Suche nach Brüdern in der NHL gemacht und wurde reichlich fündig.

Über 225 Brüder-Gespanne spielten bisher in der NHL. Unübertroffen ist zweifellos der Sutter-Clan. Nicht weniger als sechs der sieben Brüder spielten in der NHL. Und das äußerst erfolgreich. Jeder absolvierte mindestens 400 Spiele, insgesamt waren es über 5000.  Brent Sutter wurde 1980 als 17. Spieler in der ersten Runde von den New York Islanders gedraftet. Er gewann 1982 und 83 den Stanley Cup mit den Islanders und absolvierte insgesamt 1111 NHL-Spiele. Heute ist er Headcoach der Calgary Flames.

Brian Sutter wurde 1976 als 20. in der zweiten Runde von den St. Louis Blues gedraftet und spielte dort zwölf Jahre, wobei er 844 Spiele absolvierte. Nach seiner aktiven Karriere coachte er die St. Louis Blues, Boston Bruins, Calgary Flames und die Chicago Blackhawks. Darryl Sutter wurde 1979 von den Chicago Blackhawks in der elften Runde als 179. Spieler gedraftet. Durch viele Verletzungen kam er nur auf 457 Spiele in der NHL. Als Coach betreute er die Chicago Blackhawks, San Jose Sharks und Calgary Flames, wo er heute als Generalmanager die Geschicke leitet.

Sutter-Zwillinge stiegen als letzte in die NHL ein

Duane Sutter spielte ebenfalls für die Islanders, von denen er auch 1979 als 17. gedraftet worden war. Mit seinem Team gewann vier Mal den Stanley Cup (1980-83), später spielte er noch für die Chicago Blackhawks und trainierte die Florida Panthers. Heute ist auch Duane bei den Flames und arbeitet dort als Personal-Direktor.

Als Letzte stiegen die Zwillinge Rich und Ron Sutter in die NHL ein. Rich wurde 1982 als Zehnter von den Pittsburgh Penguins gedraftet, absolvierte 952 NHL-Spiele für die Penguins, die Philadelpha Flyers, Vancouver Canucks, St. Louis Blues, Chicago Blackhawks, Tampa Bay Lightning und Toronto Maple Leafs.

Im gleichen Jahr wurde Ron von den Philadelpha Flyers gedraftet, allerdings sechs Plätze früher als sein Zwilling. 1197 NHL-Spiele für die Flyers, Blues, Quebec Nordiques, Islanders, Bruns, Sharks und Flames standen am Ende seiner Karriere für ihn zu Buche. Beide arbeiten heute als Talentscout - für die Calgary Flames.

Bemerkenswert auch, dass der siebte Bruder. Gary Sutter, das Angebot in der NHL zu spielen ausschlug und lieber die Farm der Eltern mit betreute. Und das, obwohl er von seinen sechs Brüdern als der talentierteste von ihnen angesehen wurde...

Niemand war erfolgreicher als die Richard-Brüder

Noch erfolgreicher, obwohl nur zwei Brüder, waren Maurice und Henri Richard. Die beiden spielten zusammen bei den Montréal Canadiens von 1955-1960 und gewannen zusammen fünfmal den Stanley Cup. Insgesamt war Henri elfmal Champion, unübertroffener NHL-Rekord, Bruder Maurice kam auf acht Titel und war erster NHL-Spieler, der 50 Tore in einer Saison erzielen konnte. Henri kam auf 1436 Spiele, Maurice auf 1101 Partien. Beide spielten nur für die Montréal Canadiens.

Es gibt keinen NHL-Fan, dem die Namen Bobby und Dennis Hull nichts sagen. Bobby, vielleicht der beste Linksaußen, der jemals in der NHL gespielt hat, führte siebenmal die Torschützenliste der NHL an. Seine 610 Saisontore, die er bei seinem Karriereende 1980 auf dem Konto hatte, bedeuteten damals NHL-Rekord. Chicago Blackhawks, Winnipeg Jets und Hartford Whalers waren seine NHL-Teams.

Aber auch Dennis Statistiken waren nicht schlecht. Acht Jahre spielte er zusammen mit seinem Bruder bei den Blackhawks. Fünfmal wurde er zum NHL-All-Star-Spiel eingeladen. Nach 1063 NHL-Spielen beendete er seine Karriere, hat heute aber nur noch wenig mit Eishockey zu tun und tourt als Komödiant durchs Land.

Goalie und Topscorer: Die Espositos

Unvergessen auch Phil und Tony Esposito. Phil spielte für die Blackhawks, Bruins und New York Rangers, während sein Bruder Tony für die Blackhawks und die Canadiens auflief. Während Phil mit 1590 Punkten auf Platz zehn der ewigen NHL-Scorerliste liegt, stand Tony am anderen Ende auf dem Eis, sorgte als Goalie für Furore und liegt mit 423 Karriere-Siegen auf Platz sieben der ewigen Bestenliste. Mit dem Treffer Phils gegen Tony am 3. November 1968 traf zum ersten Mal ein Spieler gegen seinen Bruder im gegnerischen Tor.

Das derzeit prominenteste Brüderpaar der NHL sind wohl die schwedischen Zwillinge Daniel und Henrik Sedin von den Vancouver Canucks. Beide wurden 1999 von den Canucks an Position zwei und drei gedraftet. Spielen noch heute zusammen in einer Reihe bei den Canucks und unterschrieben im Sommer 2009 identische Verträge, die ihnen jeweils 30,5 Millionen Dollar in fünf Jahren einbringen werden.

Noch erfolgreicher als die Hedin-Zwillinge sind Rob und Scott Niedermayer. 2003 standen sie sich in den Stanley Cup-Finals mit den New Jersey Devils (Scott) und den Anaheim Mighty Ducks (Rob) gegenüber. Scott gewann mit den Devils. Vier Jahre später waren sie gemeinsam mit den Anaheim Ducks erfolgreich und das erste Brüderpaar seit Duane und Brent Sutter 1981, die den Stanley Cup gewinnen konnten. Vor dieser Spielzeit wechselte Rob zu den Devils, während Scott bei den Ducks blieb.

Brent im Schatten des großen Wayne Gretzky

Aber es gibt auch reichlich Beispiele, wo es nicht mit beiden Brüdern geklappt hat und der eine im Schatten des großen (oder kleinen) Bruders scheiterte. Das Paradebeispiel dafür sind Brent und Wayne Gretzky. Nachdem Wayne bereits alles gewonnen hatte, was es zu gewinnen gab, kam auch Brent 1992 mit viel Hype in die NHL und wurde von Tampa Bay Lightning gedraftet.

Doch der jüngere Gretzky sollte nicht über 13 NHL-Spiele hinauskommen und spielte in seiner Karriere für nicht weniger als 14 Teams weltweit. Unter anderem auch in Österreich für die Graz 99ers. Zusammen sind sie aber mit 2861 Punkten das erfolgreichste Brüderpaar der NHL-Geschichte, wobei Wayne 2857 Punkte auf seinem Konto hat und Brent 4.

Henning Schulz

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