Der erste Monat in der National Hockey League ist absolviert. Grund genug für den sportal.de-Icecrusher, sich die Top-Teams der beiden Conferences näher anzuschauen und zu sagen, wer derzeit den Sprung in die Playoffs schaffen würde.
Eastern Conference:
1. Pittsburgh Penguins 15 Spiele, 12 Siege, 3 Niederlagen und keine Niederlage nach Verlängerung. Der Vorjahreschampion ist glänzend in die neue Saison gestartet und die üblichen Verdächtigen bestimmen bei den Penguins das Geschehen. Sidney Crosby und Evgeni Malkin führen die Scorerliste der Pens an und Goalie Marc-Andre Fleury ist bei den Torhüterstatistiken vorne mit dabei. Allerdings fällt Malkin nun zwei bis drei Wochen mit einer verletzten Schulter aus und Crosby und Co. müssen zeigen, wie sie diese enorme Schwächung wegstecken können.
2. Washington Capitals 14 Spiele, 8 Siege, 2 Niederlagen und 4 Niederlagen nach Verlängerung. Unverändert an der Spitze der Eastern Conference thront Pittsburgh vor Washington. Alex Ovechkin zeigt sich für die Capitals bereits wieder in Galaform und führt die Torjäger- und Punkteliste der NHL an. Bei der Niederlage gegen die Columbus Blue Jackets zog sich Ovechkin allerdings eine leichte Verletzung zu, die ihn in nächster Zeit zu einigen Spielen Pause zwingen wird. Ein Problem ist derzeit noch der Platz im Tor. Jose Theodore konnte bislang noch nicht überzeugen, Ersatzmann Semyon Varlamov konnte bislang zwar fünf seiner sechs Spiele gewinnen, aber ohne von den Statistiken her überzeugen zu können. Zudem verloren die Caps bereits vier ihrer sechs Partien, die in die Verlängerung gingen.
3. Buffalo Sabres 11 Spiele, 8 Siege, 2 Niederlagen und 1 Niederlage nach Verlängerung. Das Team des deutschen Stürmers Jochen Hecht wäre heiß, richtig heiß - wenn da nicht die 0:5-Pleite gegen die New York Islanders gewesen wäre. Aber auch so haben die Sabres einen glänzenden Saisonstart hingelegt und dürfen sich in dieser Form berechtigte Hoffnungen auf die Playoffs machen. Die Größe Stärke des Teams aus Buffalo ist die Ausgeglichenheit. Tim Connolly, bester Scorer der Sabres, hat gerade einmal 10 Punkte (4 Tore, 6 Assists) auf seinem Konto. Bei Buffalo liegt die Verantwortung auf vielen Schultern. Glänzend bisher Goalie Ryan Miller, der sowohl bei Gegentoren als auch bei gehaltenen Schüssen unter den Top-Drei der NHL liegt. Mit Rookie-Verteidiger Tyler Myers haben die Sabres im Draft ein Goldenes Händchen bewiesen und sich einen der künftigen Abwehr-Stars der Liga geangelt.
4. New Jersey Devils 12 Spiele, 8 Siege, 4 Niederlagen und keine Niederlage nach Verlängerung. Die gute Platzierung der Devils hat einen einfachen Grund: Ihre makellose Auswärtsbilanz von sieben Siegen in sieben Spielen. Seit Gründung der NHL sind die Devils erst das vierte Team, dem dieses gelang. Daheim ist der Knoten der Devils allerdings noch nicht richtig aufgegangen. Jay Pandolfo und Paul Martin werden New Jersey im November fehlen, was eine enorme Schwächung der Defensive bedeutet. Dafür steht Starstürmer Patrick Elias nach seiner Verletzung vor seinem ersten Saisoneinsatz.
5. New York Rangers 16 Spiele, 9 Siege, 6 Niederlagen und 1 Niederlage nach Verlängerung. Nach ihrem glänzenden Saisonstart mit sieben Siegen in acht Spielen sind die Rangers zuletzt etwas ins Straucheln geraten, aber nichtsdestotrotz ist das Team aus dem Madison Square Garden diese Saison ernstzunehmende Konkurrenz für einen Platz in den Playoffs. Für die Tore sorgt die Tschecho-Slowakische Connection mit Marian Gaborik, Vaclav Prospal und Ales Kotalik, während im Kasten Henrik Lundqvist gewohnt solide schwedische Wertarbeit abliefert.
6. Philadelphia Flyers 12 Spiele, 7 Siege, 4 Niederlagen und 1 Niederlage nach Verlängerung. Star-Verteidiger Chris Pronger hat der Flyers-Defensive mehr Stabilität verliehen. Simon Gagne droht hingegen der Offensive längere Zeit zu fehlen, beim Stürmer wurde ein doppelter Leistenbruch festgestellt, der wahrscheinlich operiert werden muss. Zwei Monate Pause drohen. Topscorer Mike Richards hatte Glück, dass sein Schultercheck gegen David Booth von den Florida Panthers keine längere Sperre nach sich zog.
7. Ottawa Senators 12 Spiele, 6 Siege, 4 Niederlagen und 2 Niederlagen nach Verlängerung. Die Senators konnten in dieser Saison bisher überraschen. Nachdem im Vorjahr klar die Playoffs verpasst wurden, ist in dieser Spielzeit wieder etwas drin für das Team aus Kanadas Hauptstadt. Neuzugang Milan Michalek (San Jose Sharks) ist mit sechs Treffern bisher bester Torschütze, aber Jonathan Cheechoo (ebenfalls Sharks) und Alexei Kovalev (Montréal Canadiens) sind bis dato noch nicht wie gewohnt zum Zuge gekommen und hier ist noch einiges an Steigerungspotenzial vorhanden.
8. Atlanta Thrashers 11 Spiele, 6 Siege, 4 Niederlagen und 1 Niederlage nach Verlängerung. Von den Senators kam vor der Saison Christoph Schubert zu den Thrashers. Nun hat der deutsche Verteidiger bisher einen eher geringen Anteil am gelungenen Saisonstart der Thrashers, doch zufrieden ist man in Atlanta allemal. Dies könnte sich nun aber ändern. Starstürmer Ilya Kovalchuk ist einer der vielen verletzten NHL-Stars zu Saisonbeginn und fehlt seinem Team mit einem Fußbruch drei bis fünf Wochen. Andere müssen nun für den russischen Torjäger (9 Treffer) einspringen, und ob die Thrashers schon diese Breite im Kader haben, muss der November zeigen.
Western Conference:
1. San Jose Sharks 15 Spiele, 10 Siege, 4 Niederlagen und 1 Niederlage nach Verlängerung. Für die Sharks ging es etwas holprig in die neue Spielzeit, aber seit Ende Oktober läuft es bei den Kaliforniern. Neuzugang Dany Heatley ist voll eingeschlagen und unterstützt die Topscorer Patrick Marleau und Joe Thornton wie man es sich bei den Sharks vorgestellt hat. Thomas Greiss durfte bereits zweimal für Stargoalie Evgeni Nabokov in den Kasten und machte dabei jeweils eine sehr gute Figur.
2. Colorado Avalanche 15 Spiele, 10 Siege, 3 Niederlagen und 2 Niederlagen nach Verlängerung. Wer vor der Saison diesen fantastischen Saisonstart der Colorado Avalanche vorhergesagt hätte, der hätte damit viel Geld verdienen können. Das junge Team aus Denver legte los wie die Feuerwehr, gewann unter anderem zweimal gegen die Detroit Red Wings und setzte sich an die Spitze der NHL. Mittlerweile ist nach zwei Niederlagen gegen San Jose und Vancouver wieder etwas Ruhe eingekehrt, aber die Eishockey-Welt blickt immer noch staunend nach Colorado und fragt sich, ob das Momentum von Saisonbeginn nicht vielleicht über die gesamte Spielzeit mitgenommen werden kann und am Ende vielleicht sogar ein Playoff-Platz winkt. Sollte Goalie Craig Anderson die hervorragende Form der ersten Wochen konservieren können, ist dieser durchaus möglich.
3. Phoenix Coyotes 14 Spiele, 9 Siege, 5 Niederlagen und keine Niederlage nach Verlängerung. In einem Atemzug mit Colorado sind die Phoenix Coyotes als die Überraschung der Saison zu nennen. Die ungewisse Zukunft der Coyotes machte den Spielern Beine und sie zeigen, was wirklich in ihnen steckt. Auch in Phoenix ist es kein einzelner Superstar, der heraussticht, sondern die kompakte Leistung des kompletten Teams, die zum Erfolg geführt hat. Einzig Goalie Ilya Bryzgalov gilt es hervorzuheben, absolviert der Russe doch eine Gala-Saison, ist in allen Statistiken mit vorne zu finden und durfte bereits drei Shutouts feiern. Bleibt abzuwarten, wie das Team damit umgeht, wenn der vor der Tür stehende Verkauf an die NHL über die Bühne gegangen ist.
4. Chicago Blackhawks 13 Spiele, 8 Siege, 4 Niederlagen und 1 Niederlage nach Verlängerung. Auch ohne ihren abgewanderten Torwart-Star Nikolai Khabibulin haben die Blackhawks nicht viel von ihrer Stärke verloren. Cristobal Huet und Antti Niemi konnten bisher in die Bresche springen, ohne dabei aber zu glänzen. Schwerwiegender ist derzeit der Ausfall Marian Hossas, der mit seiner Erfahrung den jungen Hawks zu einem Schritt nach vorne verhelfen sollte. Der Slowake konnte mit einer Schulterverletzung noch kein Spiel seines gigantischen Zwölfjahresvertrages für Chicago absolvieren und droht auch noch den kompletten November auszufallen.
5. Calgary Flames 12 Spiele, 7 Siege, 4 Niederlagen und 1 Niederlage nach Verlängerung. Vier Siege, drei Niederlagen, drei Siege, zwei Niederlagen - den Flames fehlt in dieser Saison bisher noch die Konstanz, um ganz oben mitspielen zu können. Erzrivale Edmonton Oilers wurde dreimal geschlagen, was in Calgary für Hochstimmung sorgte. Kapitän Jarome Iginla hat noch nicht den Torriecher vergangener Spielzeiten wieder gefunden und konnte den Abgang Mike Cammalleris nicht komplett vergessen machen. Trotzdem haben die Flames das beste Powerplay der NHL.
6. Los Angeles Kings 15 Spiele, 9 Siege, 4 Niederlagen und 2 Niederlagen nach Verlängerung. Ein weiteres Überraschungsteam finden wir auf dem sechsten Platz unseres Icecrushers. Mit dem starken Saisonstart der Los Angeles Kings hätte vor der Saison wohl niemand gerechnet. Der slowenische Superstürmer Anze Kopitar spielt bis dato eine überragende Saison und wird in der Scorerliste nur von Ovechkin und Marleau übertroffen. Neben Kopitar (22 Jahre) haben die Kings mit Dustin Brown (24) und Drew Doughty (19) noch ein paar weitere vielversprechende Talente in ihren Reihen, die Los Angeles zu einer glorreichen Zukunft führen könnten.
7. Vancouver Canucks 16 Spiele, 9 Siege, 7 Niederlagen und keine Niederlage nach Verlängerung. Einen ganz schwachen Saisonstart hatte das neue Team von Christian Ehrhoff zu verkraften. Die Canucks verloren die ersten drei Saisonspiele und dann auch noch Stürmerstar Daniel Sedin, der mit einem gebrochenen Fuß noch einige Zeit fehlen wird. Aber durch den Ausfall ihres schwedischen Stürmers rückte das restliche Team enger zusammen. Zwillingsbruder Henrik sprang in die Bresche und seit dem vierten Saisonspiel läuft es für Vancouver. Offensivverteidiger Ehrhoff fühlt sich in Kanada pudelwohl und ist viertbester Scorer seines Teams.
8. Dallas Stars 14 Spiele, 6 Siege, 3 Niederlagen und 5 Niederlagen nach Verlängerung. Ohne zwei ihrer Starstürmer haben die Stars einen durchschnittlichen Saisonstart hingelegt. Doch nun stehen Mike Modano und Jere Lehtinen vor der Rückkehr ins Team und mit den beiden Veteranen kommt die nötige Erfahrung zurück, die Dallas in den bisherigen Partien ein ums andere Mal gefehlt hat. Fünf Niederlagen nach Verlängerung, davon vier im Penaltyschießen, sprechen eine deutliche Sprache. Goalie Marty Turco, zwischenzeitlich mit einer Grippe außer Gefecht gesetzt, kommt bisher auf solide Statistiken und sollte einem Aufschwung der Stars nicht im Weg stehen.