Weiter Negativ-Schlagzeilen für Londoner Olympiastadion
Das neue Londoner Olympiastadion kommt nicht aus den Schlagzeilen. Am Donnerstag trat die Vorsitzende der Nachhaltigkeitskommission der Spiele, Meredith Alexander, aus Protest zurück. Sie wolle nicht länger den Chemiekonzern Dow Chemical verteidigen. Der Konzern sponsert die aus Textilstrukturen bestehende Außenhülle für das Stadion. Diese Tatsache stößt in Großbritannien auf Kritik. Dow Chemical ist Rechtsnachfolger des US-Konzerns Union Carbide Corporation, der für eine der schlimmsten Chemiekatastrophen der Geschichte im indischen Bhopal verantwortlich war. Bei dem Unglück 1984 starben 15.000 Menschen, und viele Tausende leiden noch heute unter den Folgen. Dow Chemical hatte Union Carbid erst 2001 übernommen und fühlt sich deshalb nicht verantwortlich. Auch Olympia-Organisationschef Sebastian Coe hatte den Sponsor verteidigt. Das Olympiastadion war wegen seiner unklaren Nachnutzungsstrategie bereits zuvor in die Schlagzeilen geraten. Der Fußballclub Tottenham Hotspur wollte dort seine Premier-League-Spiele austragen, unterlag aber im Vergabeverfahren West Ham United. Um einer Klage Tottenhams aus dem Weg zu gehen, wurde das ursprüngliche Vergabeverfahren abgebrochen und eine neue Ausschreibung veranlasst. In Zusammenhang mit dem Streit hat es inzwischen vier Festnahmen gegeben. (dpa)