28.03.2008
Boll gegen Olympia-Boykott
Weltklasse-Tischtennisspieler Timo Boll hat sich deutlich gegen einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking ausgesprochen. "Ein Boykott wäre ein Schuss in die falsche Richtung", sagte der Europameister dem "Hamburger Abendblatt". Ähnlich hatte er sich bereits zuvor in der ZDF-Sendung "Kerner" geäußert. Dem "Hamburger Abendblatt" sagte der Düsseldorfer weiter: "Ich glaube, dass so eine Aktion nur zu mehr Abschottung und Fremdenfeindlichkeit in China führen und Tibet nicht helfen würde." Boll, der hinter vier Chinesen auf Rang fünf der Weltrangliste steht, sieht vielmehr die Regierungen in der Pflicht. Sportler vorzuschicken, sei "falsch und billig". Auch wenn die Bilder aus Tibet einen anderen Eindruck vermittele, sei China seit seinem ersten Besuch vor zwölf Jahren viel liberaler geworden, meinte Boll. Der 27-Jährige verbringt jedes Jahr mehrere Wochen in der Volksrepublik und hat auch schon einmal für einen chinesischen Verein gespielt.