DTB-Quintett bei US Open weiter

Andrea Petkovic machte es spannend
Die deutschen Profis werden bei den tropischen Tennis-Tagen von New York allmählich warm. Am Dienstag entledigte sich bei den US Open gleich ein Quintett mit Bravour seiner Auftakt-Aufgaben: Sabine Lisicki, Julia Görges, Andrea Petkovic, Benjamin Becker und Philipp Petzschner folgten dem zum Auftakt erfolgreichen Andreas Beck.
Die beiden Topgesetzten kamen derweil ohne Satzverlust weiter: Der Spanier Rafael Nadal musste gegen den Russen Teimuras Gabashvili allerdings zwei Tiebreaks überstehen und hatte mehr Mühe als die Dänin Caroline Wozniacki beim 6:1, 6:1 gegen Chelsey Gullickson aus den USA.
Von den Deutschen hatten tagsüber zunächst Petzschner, Görges und Becker bei Temperaturen von mehr als 35 Grad erfolgreiche Hitzeschlachten absolviert. Als Lisicki und Petkovic dann am Abend unter Fluchtlicht nachzogen, zeigte das Thermometer immer noch 30 Grad an. Dennoch lief Petkovic gegen Nadja Petrova aus Russland richtig heiß. "Die Hitze macht mir nichts aus, ich bin topfit und hätte noch drei weitere Sätze spielen können", betonte Petkovic.
Petkovic: "Das war mein bestes Match des Jahres"
Die 22-Jährige lag bereits mit 6:2, 4:2 vorn, gab den zweiten Satz dennoch mit 4:6 ab. Umso größer war die Freude der Fed-Cup-Spielerin, als sie nach 2:32 Stunden im Tiebreak des dritten Durchgangs gegen die Nummer 17 der Setzliste ihren ersten Matchball zum 7:6 (7:4) nutzen konnte. "Das war mein bestes Match des Jahres. Ich habe schon öfter knappe Begegnungen gegen Top-Spielerinnen verloren. Aber heute habe ich mental nie aufgegeben und ich habe mittlerweile auch Erfahrung", freute sich Petkovic.
In beeindruckendem Tempo meldete sich Sabine Lisicki zurück. In ihrem ersten Match bei einem der vier Grand-Slam-Turniere seit dem Zweitrunden-Aus bei den Australien Open spielte die Berlinerin grandios auf. Nach nur 47 Minuten und einer 6:1, 6:0-Lektion für Coco Vandeweghe aus den USA durfte Lisicki schon wieder vom Platz.
"Ich habe nichts erwartet, wollte mich auf jeden Punkt konzentrieren und kämpfen. Dass es so glatt geht, hätte ich nicht gedacht", sagte die 20-Jährige erfreut. Aufgrund einer Knöchelverletzung konnte sie viereinhalb Monate nicht spielen, trug sogar sechs Wochen Gips. Wie gut Lisicki tatsächlich wieder ist, wird der Härtetest in Runde zwei gegen die russische Wimbledon-Finalistin Vera Svonareva zeigen. Lisicki scheiterte in Flushing Meadows bislang zweimal in Runde zwei, vor einem Jahr war sie dabei umgeknickt und musste mit einem Rollstuhl vom Platz gefahren werden.
Mühelos und ohne Satzverlust weiter kamen auch Görges gegen Romina Oprandi aus Italien, Becker gegen den Deggendorfer Daniels Brands und Petzschner gegen Dusan Lojda aus Tschechien. Der Bayreuther trifft nun auf den serbischen Weltranglisten-Dritten Novak Djokovic.
Schüttler: "Ich werde jetzt nicht sentimental"
Nichts zu lachen hatte dagegen Schüttler. "Es ist ziemlich frustrierend - nicht nur, dass ich verloren habe, sondern auch wie ich gespielt habe. Aber ich bin über den Punkt hinweg, wo ich mich zu lange über Tennis-Matches ärgere", sagte der sichtlich enttäuschte Schüttler. Der Oldie sah gegen seinen 13 Jahre jüngeren Kontrahenten zunächst ganz alt und später wie der sichere Sieger aus.
Nachdem ihm in den ersten beiden Sätzen zahlreiche Leichtsinns-Fehler unterliefen und er immer wieder wütend seinen Schläger in die Ecke oder auf den blauen Hartplatz warf, schuftete sich Schüttler auf bemerkenswerte Weise zurück in die Partie. Als ihm bei einer 5:2-Führung im fünften Satz jedoch der erste Zweitrunden-Einzug seit 2005 winkte, verlor der Routinier völlig seine Linie und letztlich auch das Match mit 3:6, 3:6, 6:4, 6:3, 6:7.
"Tennis hat bei mir nicht mehr eine so hohe Priorität wie früher. Von daher habe ich hier nichts zu verlieren, kann eigentlich ohne Druck aufspielen. Und deshalb ärgere ich mich, wenn ich dann so ein Match abliefere", sagte Schüttler. Ob seine zwölfte Niederlage im 19. US Open-Spiel seiner Karriere sein letzter Auftritt in Flushing Meadows war, ließ der Rechtshänder offen: "Ich werde jetzt nicht sentimental, denn ich weiß, dass ich garantiert später als Besucher hierher zurückkommen werde."