Nur Andreas Beck durfte jubeln

Für Andreas Beck geht ein großer Traum in Erfüllung
Am Ende eines langes und ernüchternden Auftakttages bei den US Open durfte dann doch noch ein Deutscher jubeln. Das war aber zu erwarten, denn Andreas Beck setzte sich gegen einen Landsmann durch.
Nachdem vier deutsche Tennis-Profis trotz 30 Grad Celsius zuvor kalt erwischt wurden und jeweils ihre Auftaktspiele verloren, zog zumindest Beck in die zweite Runde des Grand-Slam-Turniers ein. Der 24-Jährige setzte sich im ersten offiziellen Match gegen seinen Stuttgarter Trainingspartner Michael Berrer nach 2:11 Stunden mit 7:6 (3), 6:3, 6:1 durch.
Ein Lebenstraum wird wahr
Zur Belohnung steht ihm nun in Big Apple ein "big Moment" bevor. Es geht in Runde zwei gegen Roger Federer, der den Argentinier Argentinier Brian Dabul sicher in drei Sätzen bezwingen konnte. "Ich habe immer gesagt, dass ich einmal in meinem Leben gegen Federer spielen will. Sollte es wirklich so kommen und ich auf dem Centre Court gegen ihn antreten, werde ich es einfach nur genießen", betonte Beck.
Seinem Freund Berrer stellte er spontan als Entschädigung für die Niederlage eine Karte fürs Zweitrunden-Duell in Aussicht. "Wenn er will, kann er gerne ein Ticket für meine Box haben", so der Linkshänder.
Neben Berrer gab es auch für Simon Greul, Björn Phau, Angelique Kerber und Kristina Barrois am ersten Tag des mit 22,6 Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Highlights nur Lehrstunden und Lektionen. Lediglich der Weilerswister Phau konnte bei seiner 4:6, 5:7, 6:4, 6:7 (4:7)-Niederlage in 3:12 Stunden gegen Ricardo Mello aus Brasilien einen Satzgewinn verbuchen. Alle anderen Deutschen waren absolut chancenlos.
Zu spät eingerenkt...
Der Kornwestheimer Greul verlor gegen den favorisierten Franzosen Richard Gasquet nach 1:51 Stunde mit 3:6, 4:6, 2:6. Die Kielerin Kerber war bei der 3:6, 1:6-Schlappe gegen Gisela Dulko aus Argentinien in 72 Minuten ebenso chancenlos wie Barrois, die der Russin Anastasia Pawljutschenkowa in 70 Minuten mit 4:6, 1:6 unterlag. Greul hatte nicht nur mit dem Gegner, sondern auch mit seinem Nacken Probleme, musste im zweiten Satz beim Stand von 3:3 behandelt werden.
"Ich hatte mir einen Halswirbel etwas verschoben und daher einen Physiotherapeuten angefordert. Ich habe ihn gebeten, den Wirbel wieder in die richtige Position zu schieben, aber er meinte nur, dass er das nicht so gerne macht", sagte Greul, der anschließend sein Service zum 3:4 abgab.
Durch die Blockade, die er sich "durch eine komische Bewegung" beim Return zugezogen hatte, habe er besonders beim Aufschlag große Probleme gehabt. "Ich habe es weiterhin probiert, aber durch die Einschränkung war es schwer, auf solch hohem Niveau mitzuhalten."
Kühnen versucht es positiv zu sehen
Aufmerksamer Zuschauer bei allen Herren-Spielen war Patrik Kühnen. Der Davis-Cup-Teamchef will in New York letzte Eindrücke für das Davis Cup-Abstiegsmatch vom 17. bis 19. September in Stuttgart gegen Südafrika sammeln.
"Simon hat gegen einen sehr starken Gasquet verloren, Björn in einem hartumkämpften Match etwas Pech gehabt. Und Andi Beck konnte den Schwung nach einem hartumkämpften und offenen ersten Satz gut mitnehmen", sagte Kühnen.