Kohlschreiber vergibt gegen Novak Djokovic drei Matchbälle

Hilflos, ratlos. Philipp Kohlschreiber verschenkte einen großen Sieg
Philipp Kohlschreiber hegt große Ansprüche. Die Top 20 sollen es schon sein. Doch die Realität sieht anders aus. Der talentierte 26-Jährige stagniert in seiner Entwicklung. Zwar liefert er in schöner Regelmäßigkeit bei großen Turnieren gegen große Spieler starke Spiele ab, doch der entscheidende Schritt in Richtung Weltspitze lässt seit nunmehr drei langen Jahren auf sich warten.
Bestes Beispiel dafür war sein Zweitrunden-Match (3:6, 6:2, 6:7) gegen den Weltranglisten-Zweiten beim Masters in Indian Wells. Nachdem er gegen Novak Djokovic den ersten Satz deutlich hatte abgeben müssen, steigerte sich der Deutsche im zweiten Durchgang und zeigte beeindruckend, über welch großes Potential er in seinem Spiel doch verfügt. Nach dem Break zum 3:2 spielte er urplötzlich sicher und konstant, bestimmte nicht nur mit seiner starken Rückhand das Match und fuhr den Durchgang locker mit 6:2 ein.
Es roch noch einer Sensation. Denn auch zu Beginn des finalen Satzes setzte Kohlschreiber seinen Höhenflug fort. Gleich das erste Spiel gewann er zu Null. Geduldig und mit viel Übersicht zwang er Djokovic zu Fehlern und nach neun gewonnenen Spielen in Folge stand es 3:0. Dem Serben gelang nichts mehr, alles sah nach einem Dreisatzerfolg für Kohlschreiber aus. Djokovic wirkte hilf- und ratlos gegen den wie entfesselt spielenden Kohlschreiber
Immer das gleiche Spiel
Doch dann begann die Achterbahnfahrt. Kohlschreiber verlor wie aus dem Nichts den Faden. Zu ungeduldig, zu unüberlegt gab er die Punkte ab und brachte so seinen schon geschlagenen Gegner wieder zurück ins Match. Die entscheidende Situation dann beim Stande von 5:4 für Kohlschreiber und Aufschlag Djokovic. Nach einem wunderbaren Passierschlag hat er sogar drei Matchbälle. Doch dann wieder das alte Leid. Kohlschreiber zu passiv, Djokovic rettete sich in den Tiebreak und gewann dort doch noch das Match.
Die passende und ernüchternde Analyse zum Spiel von Kohlschreiber präsentierte ausgerechnet der Gegner nach dem Match. "Im zweiten und dritten Satz war er über lange Zeit der bessere Spieler. Doch wenn es drauf ankam, habe ich meine Chance genutzt und die entscheidenden Punkte gemacht", so der Indian Wells-Champion von 2008. Und Djokovic weiter: "Dass ich diese Partie noch gewonnen habe, war letztlich nur Glück."