Haas patzt - Kohlschreiber verpasst Finale

Tommy Haas hatte 2007 einen Lauf bei den Australien Open
Die Australien Open stehen vor der Tür und damit auch das erste Grand-Slam des Jahres. Für den Großteil der Bewohner in Down Under ist damit ein Ausnahmezustand angebrochen und auch die deutschen Tennisprofis stehen im Rampenlicht. Die Auslosung ist vielversprechend, die Generalproben teilweise ernüchternd.
Die Australien Open sind das größte regelmäßige Sportereignis auf dem Kontinent, aus deutscher Sicht starten bislang 16 Profis beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres im Melbourne Park. Tommy Haas ist in Normalform sicherlich der stärkste, seine Generalproble beim Einladungsturnier in Melbournes Stadtteil Kooyong hat der Hamburger allerdings nicht sonderlich erfolgreich gestalten können.
Nach Niederlagen gegen den Weltranglisten-Dritten Novak Djokovic aus Serbien und dem Chilenen Fernando Gonzalez, bei denen er keinen Satz gewinnen konnte, verlor er auch sein letzten Spiel mit 4:6, 3:6 gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga. Dies könnte allerdings ein gutes Zeichen sein, denn auch 2007, als Haas in Melbourne erst im Halbfinale an Gonzales scheiterte, verlor er alle seine Spiele beim Turnier in Kooyong.
Der Auftakt ist in jedem Falle machbar, er trifft im deutschen Duell auf Simon Greul. Wenn von Montag an alles nach Plan läuft im Melbourne Park, dürfte es in der dritten Runde erneut ein Duell zwischen Haas und dem ehemaligen Australian-Open-Finalisten Tsonga geben.
Kohli scheitert am Routinier
Besser lief es im Vorfeld für Philipp Kohlschreiber. Beim Turnier in Auckland kam der Deutsche immerhin bis ins Halbfinale, verlor dort letztendlich gegen Frankreichs Routinier Arnaud Clément mit 3:6, 6:7 (2:7). Damit musste der 26-Jährige die Hoffnungen auf sein fünftes Finale auf der ATP-Tour und die Wiederholung des Auckland-Sieges von 2008 begraben.
Um den Titel kämpfen Clément und der Amerikaner John Isner. Der US-Aufschlag-Riese setzte sich im zweiten Semifinale gegen den Spanier Albert Montañes 6:2, 7:6 (7:5) durch. In Melbourne trifft Kohlschreiber, der 2009 in der zweiten Runde scheiterte, zunächst auf Horacio Zeballos aus Argentinien. Auch für ihn könnte es in Runde drei knüppeldick kommen: Auf die Nummer 27 der Setzliste wartet dann Titelverteidiger Rafael Nadal aus Spanien.
In weiteren Spielen treffen Michael Berrer auf Kristof Vliegen aus Belgien, Mischa Zverev auf den Polen Lukasz Kubot und Benjamin Becker auf einen Qualifikanten. Rainer Schüttler hat indes eine weitaus schwierigere Aufgabe zu bewältigen, er bekommt es mit dem an Nummer 25 gesetzten Amerikaner Sam Querrey zu tun. In einem weiteren rein deutschen Duell spielt Philipp Petzschner gegen Florian Meyer.
Von den sechs deutschen Damen ist das Trio aus Sabine Lisicki, Anna-Lena Grönefeld und Andrea Petkovic der größte Trumpf. Die an Position 21 gesetzte Berlinerin Lisicki tritt bei der mit 14,9 Millionen Euro dotierten Hartplatz-Veranstaltung zunächst gegen Petra Martic aus Kroatien an.
Nach Verletzungspech am Ende der vergangenen Saison will die Weltranglisten-22. in diesem Jahr endlich den Sprung unter die Top 20 schaffen und mehr Konstanz in ihr Spiel bringen. Grönefeld, die in der Winterpause hart an ihrer Fitness gearbeitet und deutlich abgenommen hat, spielt gegen die Italienerin Roberta Vinci, Andrea Petkovic bekommt es mit einer Qualifikantin zu tun.