Novak Djokovic nahm die erste schwiergie Hürde auf dem Weg zum Titel
Bis kurz vor Mitternacht kämpfte und ackerte der Titelverteidiger, dann hatte auch Novak Djokovic bei den World Tour Finals in London seinen ersten Sieg eingefahren. Der Serbe schlug Nikolay Davydenko mit 3:6, 6:4, 7:5.
Djokovic tat sich bei der Neuauflage des letztjährigen Masters Finals überraschend schwer. Es dauerte bis zum dritten Satz, ehe der 22-Jährige gegen den Russen seinen Spielrhythmus finden konnte.
"Komischerweise habe ich mich heute auf dem Court nicht so richtig wohl gefühlt. Irgendwie ging alles ein wenig langsamer bei mir. Aber jetzt bin ich froh, dass ich es irgendwie doch noch geschafft habe, denn er ist in einer guten Form und spielt sehr aggressiv", berichtete Djokovic nach dem Match.
Der Verlierer war der bessere Spieler
Das stellte Davydenko vor allem im ersten Durchgang unter Beweis, als er mit starken und mutig geschlagenen Returns das erste Break schaffte und mit 3:2 in Führung ging. Mit dem zweiten Break im neunten Spiel holte er sich den ersten Satz.
Doch dann warf Djokovic seinen großen Kampfgeist in die Waagschale. Beim Stande von 4:4 konnte er den Russen erstmals mit druckvollen Schlägen in Bedrängnis bringen. Und nach zwei leichten Vorhandfehlern verlor Davydenko erstmals den Aufschlag und wenig später den zweiten Satz.
"Eigentlich glaube ich, dass er in den ersten beiden Sätze der bessere Mann auf dem Court war. Und eigentlich hätte er auch den Sieg verdient gehabt", lobte Djokovic später seinen Gegner.
Davydenko glaubt ans Halbfinale
Mit einem schnellen Break im finalen Durchgang verschaffte sich Djokovic eine gute Ausgangsposition und bis zum 5:4 sah alles nach einem Sieg für den Serben aus. Doch dann gelang Davydenko mit seiner beidhändigen Rückhand ein wahrer Zauberschlag. Weit aus dem Feld getrieben jagte er den Ball genau in die Ecke der anderen Platzhälfte. Gleichstand in den Spielen. Die Freude bei Davydenko über den sensationellen Schlag hielt nicht lange an, plötzlich produzierte er unnötige Fehler und so nutzte Djokovic die sich bietende Gelegenheit und ging nach 2 Stunden und 47 Minuten doch als Sieger vom Platz.
Der Russe nahm es gelassen: "Ich habe heute gutes Tennis gespielt und doch verloren. Dennoch habe ich alle Chancen, hier noch weiter zu kommen." Davydenko trifft im zweiten Match in seiner Gruppe auf Rafael Nadal, der sein erstes Match etwas überraschend gegen Robin Söderling verloren hatte.
Dagegen scheint die Erfolgsserie bei Djokovic kein Ende nehmen zu wollen. Seit der Halbfinalniederlage bei den US Open gegen Roger Federer hat der Mann aus Belgrad eine imposante Matchbilanz von 19:1. Zuletzt gewann er die Turniere in Beijing, Basel und Paris.