Lisicki ist jetzt eine richtige Spielerin

Sabine Lisicki mit ihrem Vater
Sabine Lisicki hat in Wimbledon den größten Erfolg ihrer Karriere feiern dürfen. "Dies ist ein großes Turnier, und niemand hat damit gerechnet, dass ich so weit komme - ich auch nicht", sagte sie nach der Dreisatz-Niederlage gegen die Weltranglistenerste Dinara Safina.
Doch die kesse Berlinerin, die in London schon als neue Steffi Graf gehandelt wurde, will mehr. Und ihr Umfeld mit Trainer-Vater Richard Lisicki und Mutter Elisabeth als gutem Geist wird ihr beim Aufstieg in die Weltelite weiter den Weg weisen. Im Hintergrund wirken zudem Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner und Tennis-Guru Nick Bollettieri, in dessen Akademie in Florida Lisicki trainiert.
Bollettieri gibt schon mal wichtige Ratschläge, die der "alte Fuchs" freilich auch medienwirksam einzusetzen weiß. So breitete er den Inhalt seiner aufmunternden E-Mail vor dem Viertelfinale auch in der britischen Presse aus.
Alle wollen was von dir
"Du wirst jetzt eine richtige Spielerin und jeder will etwas von Dir", schrieb Bollettieri. Aber sie solle sich an ihren Vater halten und sich um ihr Geschäft kümmern. Die Adressatin freute sich über den Zuspruch ihres Mentors. "Seine Ratschläge sind wertvoll", erzählte sie. "Er bespricht sich aber meistens mit meinem Vater. Das finde ich gut."
Nicht gut kann sie gefunden haben, dass sie im zweiten Satz Chancen hatte, die Favoritin zu stürzen, sie aber ungenutzt ließ. Nach beeindruckend selbstbewusstem Beginn glich sie sich der hohen Fehlerquote der vier Jahre älteren Safina an. Beide zusammen brachten es auf 80 leichte Fehler. Zudem servierte die Russin 15 Doppelfehler - und gewann trotzdem.
Der erste Schritt ist gemacht
Was bleibt, ist die Erkenntnis, auch Top-Ten-Spielerinnen schlagen zu können. Schon bald will Sabine Lisicki selbst eine sein. "Das war nur das erste Ziel", meinte die auf Platz 26 vorgerückte deutsche Hoffnungsträgerin. "Ich hoffe, es geht so weiter." Bei den US Open wird die Aufsteigerin des Jahres bereits zu den Gesetzten gehören. "Das ist gut so, dann komme ich nicht gleich gegen eine Venus Williams."