02.03.2008
Federer gegen den besten Rest der Welt

Roger Federer
Federer gegen Murray, Nadal gegen Kohlschreiber, Haas gegen Ferrer - nein, das sind nicht die Viertelfinals eines Grand Slam-Turniers, sondern die Erstrundenpartien eines "normalen" ATP-Turniers.
Aber kann man die "Barclays Dubai Tennis Championships" überhaupt als ein normales ATP-Turnier bezeichnen? Natürlich nicht. Denn wer den höchsten Wolkenkratzer der Welt plant, wer eine künstliche Insel mit 60 km Strand anlegt und wer ein Unterwasser-Hotel plant, der will auch die besten Tennisspieler der Welt haben.
Und so hat es Dubai dieses Jahr geschafft, sechs der sieben weltbesten Spieler in die rasend wachsende arabische Metropole zu locken - das Peisgeld von insgesamt 1,4 Millionen US-Dollar dürfte für die Top-Stars nur das Bonbon auf die gezahlten Antrittsgelder sein.
Federer mag das Umfeld
Roger Federer hat das Turnier bereits vier Mal gewonnen. Der Schweizer Ausnahmeathlet sieht Dubai als den perfekten Ort an, sich auf seine Jagd nach weiteren Rekorden vorzubereiten. "Hier kann ich mich nur auf Tennis konzentrieren und werde nicht abgelenkt; während ich in der Schweiz meine Familie und meine Freunde habe, mit denen ich natürlich gerne etwas unternehmen. Dazu gibt es hier mit dem Strand und den Shopping-Malls eine Vielzahl an Möglichkeiten um auszuspannen."
Mit Rafael Nadal (Nr. 2 der aktuellen ATP-Weltrangliste) und Novak Djokovic (Nr. 3) sind auch die beiden Spieler am Start, die zuletzt mächtig am Thron des "Swiss Master" gerüttelt haben und so den fünften Triumpf Federers am persischen Golf verhindern möchten. Der Serbe Djokovic hatte Federer zuetzt im Halbfinale der Australian Open eindrucksvoll in drei Sätzen besiegt - was auch gleichzeitig das letzte Match des Schweizers war.
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Spielplan: Dubai
Doch zuvor wartet in Runde eins der junge Schotte Andy Murray, immerhin die Nr. 12 der Welt und hat im Jahr 2008 bereits zwei Turniersiege (Doha und Marseille) auf seinem Konto. Die neue Hoffnung aller Briten auf einen Erfolg in Wimbledon sieht es aber sportlich: "Es ist natürlich nicht gerade die leichteste Auslosung, aber ich freue mich sehr über die Chance gegen Federer spielen zu können. Natürlich muss man sein bestes Tennis zeigen, um eine Chance zu haben, aber nur so sieht man, wie gut man wirklich ist, wenn man sich mit dem besten Tennispieler der Welt messen kann".
Kohli zum Auftakt gegen Nadal
Ähnlich sollte es Philipp Kohlschreiber sehen, der es in der ersten Runde mit Rafael Nadal mit dem Zweitbesten zu tun bekommt. Nach seinem tollen Auftreten bei den Australian Open (Achtelfinale), seinem Turniersieg in Auckland zu Beginn des Jahres und dem souveränen Auftreten als neue Nr. 1 des deutschen Davis Cup Teams gegen Süd-Korea erlitt er zuletzt einen kleinen Rückschlag,als er in Rotterdam in Runde 1 bereits die Segel streichen musste.
Allerdings erinnern wir uns gerne an seinen couragierten Auftritt gegen den spanischen Sandplatzspezialisten bei den Australian Open im vergangenen jahr, als er sich nach großem Kampf erst in vier knappen Sätzen geschlagen geben musste. Und in Anbetracht seiner enormen Entwicklung in den letzten 12 Monate könnte das ein erneut enges Match werden.
Auch Haas ist dabei
Auch die (Noch-)Nr. 1 des deutschen Tennis ist am Start und setzt damit seinen neuerlichen Comeback-Versuch nach neuerlicher Schulter-OP fort. Allerdings waren die bisherigen drei Turniere von Tommy Haas mit zwei Siegen und drei Niederlagen eher durchwachsen. Ob Sieg Nummer drei ausgerechnet in Dubai folgt, bleibt zu bezweifeln, da er mit dem an Nr. 4 gestzten Spanier David Ferrer eine alles andere als leichte Aufgabe vor sich hat.
Blickt man auf die Reaktionen von Roger Federer auf Niederlagen in der Vergangenheit, stellt man fest, dass seine Antwort in Form von Leistung in den Turnieren danach, umso beeindruckender war. Und nicht zuletzt deswegen scheinen Dubai, die Stadt der Superlativen und Roger Federer, der Tennispieler der Superlativen, so gut zusammenzupassen.
Christian Fichter