09.01.2008
Keine Spur von verletztem Haas

Startet Haas wieder verletzt in ein Jahr?
Während sich Nicolas Kiefer rechtzeitig vor dem Start der Australien Open wieder einsatzfähig meldete, warten die Veranstalter noch auf ein Zeichen von Tommy Haas. Die deutsche Nummer eins scheint wie vom Erdboden verschluckt zu sein.
"Hier auf der Anlage hat ihn noch niemand gesehen", hieß es am Rande der Qualifikationsspiele für das erste Grand-Slam-Turnier in Melbourne (14. bis 27. Januar). An seinem Telefon meldete sich nur die Mailbox und E-Mails blieben unbeantwortet, was die Hoffnungen auf einen Start des an der Schulter operierten besten deutschen Tennisprofis nicht größer werden ließ.
"Ich will auf jeden Fall bei den Australian Open spielen und werde alles dafür tun", hatte der 29-Jährige noch vor zwei Tagen bei seiner Absage für das Einladungsturnier in Kooyong den Veranstaltern mitgeteilt. Angeblich soll er sich zu der Zeit noch im Trainingslager am Persischen Golf befunden haben.
Federer kann spielen
Auch Topfavorit Roger Federer hatte sich in Dubai auf die Titelverteidigung in Melbourne vorbereitet und konnte wegen einer Magen-Darm-Verstimmung nicht bei dem traditionellen Vorbereitungs-Turnier an der früheren Stätte der Australian Open mitspielen.
Der Weltranglisten-Erste aus der Schweiz meldete sich allerdings gesund und fit zurück und absolvierte in der Rod Laver Arena ein erstes kurzes Training auf der neuen Unterlage des Center Courts. Die Organisatoren der Kooyong Classic hoffen nun, den 26-Jährigen noch zu einem Schaukampf motivieren zu können. Zeit dafür wäre, denn Federers Ersatzmann David Nalbandian verabschiedet sich mit Krämpfen in der Rückenmuskulatur aus dem Turniergeschehen.
Kiwis Lieblingsturnier
Eine Woche nach seinem erneuten Verletzungs-Aus in Doha meldete sich auch Nicolas Kiefer fit und bereit für das Turnier in Melbourne, an das "ich ganz besondere Erinnerungen habe". Zwar musste er im vorigen Jahr wegen einer Handverletzung pausieren, doch im Jahr zuvor spielte Kiefer groß auf und stand im Halbfinale gegen Roger Federer sogar vor einer Riesenüberraschung.
"Doch dafür kann ich mir heute nichts mehr kaufen. Wir fangen alle bei Null an", sagte der 30-Jährige, der bei Olympia im Doppel mit Haas antreten will. "Ich habe 2004 mit Rainer Schüttler an Gold geschnuppert. Dieser Geruch steckt immer noch in meiner Nase", sagte der Hannoveraner.
Mit Haas habe er darüber schon gesprochen, erzählte Kiefer. Nicht aber mit Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen, der für die Nominierung verantwortlich ist. "Wir müssen das mal in Ruhe durchsprechen", sagte Kühnen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und offenbarte, dass er von dem Vorpreschen des um seine Rückkehr ins Nationalteam kämpfenden Niedersachsen nicht begeistert ist. "Natürlich könnte die Kommunikation auch über mich laufen, und das wäre auch sinnvoll."