100 verwegene deutsche Fans wollen mit ihrer Mannschaft den WM-Titel feiern
Deutschlands Hockey-Asse wollen ihr Titel-Abonnement bei Weltmeisterschaften verlängern und einen Rekord wohl für die Ewigkeit herausschießen. Noch nie in der Geschichte der seit 1971 ausgespielten WM-Turniere hat ein Herren-Nationalteam drei Titel nacheinander gewonnen.
"Jede Serie geht einmal zu Ende", meinte Kapitän Max Müller nach dem 4:1-Erfolg im WM-Halbfinale in Neu Delhi gegen England mit Blick auf das Finale am Samstag gegen Australien, das sich 2:1 gegen die Niederlande durchsetzte. Und Moritz Fürste, einer von noch drei WM-Champions von 2006 im aktuellen WM-Kader, versprach: "Endlich wieder ein Finale. Es ist das Größte, was man in unserem Sport erreichen kann, wenn man um die Krone kämpft", sagte der Olympiasieger von Peking 2008.
Den meisten in der Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes war der Endspiel-Gegner egal. Es gilt allein, ihn zu besiegen. Der ewige Kontrahent Australien, den man unter dem langjährigen Erfolgscoach Bernhard Peters bei den WM-Endspielen 2002 in Kuala Lumpur/Malaysia (2:1) und bei der Heim-WM in Mönchengladbach 2006 (4:3) jeweils knapp bezwingen konnte, galt in Indien von vornherein als Turnier-Favorit und steigerte sich nach der 2:3-Auftaktpleite gegen England stetig.
Deutsche erwarten "Riesenkampf"
"Auch die Holländer wären ein superstarker Gegner im Endspiel gewesen", sagte der Hamburger Fürste, der nach dem England-Spiel mit seinen Teamkollegen das zweite Semifinale aufmerksam verfolgte. Und verkündete: "Auf jeden Fall werden sich die Australier auf einen Riesenkampf gegen uns einrichten müssen."
Torhüter Tim Jessulat, der seit dem zweiten Spiel Stammkeeper Max Weinhold (Meniskus-Quetschung) glänzend vertritt, setzt auf die durchweg immer besser werdende Form aller Kader-Mitglieder. "Es ist beeindruckend, dass wir uns von Spiel zu Spiel steigern konnten. Wir wissen jetzt, dass wir hier in einem Spiel jeden schlagen können."
Das Ziel: Revanche Teil Zwei
Bundestrainer Markus Weise kommt nun die wichtige Aufgabe zu, die Euphorie in seinem verjüngten Team (Altersschnitt 23,7 Jahre) in die richtigen Bahnen zu lenken. Dafür muss der Erfolgscoach, der die DHB-Damen 2004 in Athen und -Herren 2008 in Peking zum Gewinn der Goldmedaille führte, im Hockey-Geschichtsbuch allerdings gar nicht weit zurückblättern. Denn erst im Dezember hatte sein Team beim Turnier der sechs weltbesten Teams um die Champions Trophy in Melbourne das Endspiel gegen die Australier mit 3:5 verloren. Aber vielleicht gelingt wie gegen die Engländer, denen man im August 2009 im EM-Finale ebenfalls 3:5 unterlegen war, ja erneut die Revanche.