Jan Philipp Rabente (li.) und Christoph Menke jubeln
Das erste Endspiel hat Deutschland bei der Hockey-WM in Indien erfolgreich überstanden. Mit einem 5:2-Sieg gegen Neuseeland schaffte die DHB-Auswahl zum elften Mal in Serie den Einzug in das WM-Halbfinale, in dem nun Europameister England wartet.
Seit 1973 ist Deutschland ein ständiger Gast in der Runde der letzten Vier. Dort ist am Donnerstag England Gegner der Deutschen, weil die Niederlande im letzten Gruppenspiel mit 1:2 gegen Korea verloren. Die Holländer treffen im Anschluss an das erste Halbfinale auf Topfavorit Australien. Gegen die Briten hatte Deutschland das EM-Finale 2009 in Amsterdam mit 3:5 verloren.
Christoph Menke (15. Minute), Florian Fuchs (28.), Philip Witte (47.), Moritz Fürste (63.) und Matthias Witthaus (67.) erzielten die Tore für Titelverteidiger Deutschland gegen Neuseeland.
Nur ein blaues Auge
"Bis zum 3:0 haben wir ein gutes Spiel gemacht. Dann kam eine wackelige Phase, da sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen", meinte Weise nach dem aber letztlich verdienten dritten Turniersieg. Zum Halbfinale meinte er: "Da bevorzuge ich keinen Gegner, wir müssen nehmen, was kommt. Nun gibt es sowieso keine einfachen Spiele mehr."
In der Nachmittags-Hitze von Neu Delhi übernahmen die angesichts der hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit vorteilhaft ganz in weiß gekleideten DHB-Herren sofort das Kommando. Witte (5./Außennetz) und Menke (10.) boten sich früh gute Einschussmöglichkeiten. Im zweiten Versuch machte es der Gladbacher Menke besser, als er Fuchs' schöne Linksflanke zu seinem ersten Turniertor nutzte.
Mit der Führung im Rücken drängte der WM-Champion weiter, nur die Passgenauigkeit ließ zu wünschen übrig. Die erste Strafecke führte dann zum 2:0: Martin Häners Schlenzer wurde noch pariert, aber gegen den Nachschuss von Youngster Fuchs war kein Kraut gewachsen.
Deutschland gerät kurz ins Wanken
Die knapp 100 mitgereisten deutschen Fans schwenkten fröhlich schwarz-rot-goldene Fähnchen. Tim Jessulat, der erneut für den angeschlagenen Stammkeeper Max Weinhold zwischen den Pfosten stand, hatte bis kaum etwas zu tun. Aber auch das Glück auf seiner Seite, als nach einer Unachtsamkeit und Neuseelands erster Ecke Nick Wilson Sekunden vor der Pause freistehend am leeren Tor vorbeizielte.
Nach dem Wechsel plätscherte die Partie so vor sich bis, bis Weise aufsprang und von seinen Jungs mehr Bewegung einforderte. Sofort gelang Witte das dritte Tor - sein erstes bei dieser WM. Nun aber schlichen sich Nachlässigkeiten ein, die Shea MacLeese (50.) und Nick Wilson (54.) per Doppelschlag prompt bestraften. Die Nervosität in Reihen des nun etwas ins Wanken geratenen Favoriten legte sich erst, als Fürste und Witthaus nach Strafecken für die Entscheidung sorgten.