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Nationale Meisterfreuden bei Süß und Silbereisen
Nationale Meisterfreuden bei Süß und Silbereisen
Kristin Silbereisen holte den Titel bei den Damen

Am Ende fehlte Timo Boll der letzte Biss. Der Tischtennis-Star scheiterte unerwartet beim Angriff auf die deutsche Rekordmarke.

Im Finale der Titelkämpfe in Trier verlor der neunfache Einzelmeister knapp mit 3:4-Sätzen gegen seinen Düsseldorfer Clubkollegen und Doppel-Partner Christian Süß. Damit konnte Boll einen Tag vor seinem 29. Geburtstag die neunfachen Champions Eberhard Schöler und Conny Freundorfer nicht überflügeln. Für den 24 Jahren alten Süß ging dagegen ein Traum in Erfüllung: Er trug sich wie Damen-Siegerin Kristin Silbereisen (Busenbach), die 4:3 gegen die 15-jährige Petrissa Solja (Saarlouis) gewann, erstmals in die Meisterliste ein.

"Ich wollte gegen Timo unbedingt das Beste aus der Situation machen. Und es hat letztlich gereicht", kommentierte der willensstarke Süß sein Husarenstück. Obwohl Boll nach einer schmerzhaften Zahn-Operation erst am vergangenen Mittwoch ins Training zurückgekehrt war, galt der Weltranglisten-Vierte als Favorit. Auf dem Weg ins Finale hatte sich der Linkshänder in vier Partien kontinuierlich gesteigert und nur einen Satz abgegeben. Doch Süß spielte im Endspiel deutlich aggressiver als Boll, der schnell 1:3 zurücklag und erst ab dem fünften Satz zu seiner Normalform fand.

Kein Weltuntergang

"Das ist kein Weltuntergang für mich. Diesmal hat es mit dem zehnten Titel nicht geklappt. Ich habe aber sicherlich noch weitere Chancen", sagte der zehnfache Europameister. Er hat zwar noch Probleme beim Essen ("Nur weiche Sachen sind erlaubt. Lieber Filet statt harte Brötchen"), wollte die verdiente Niederlage aber nicht auf sein Missgeschick zurückführen: "Beim 4:0 im Halbfinale habe ich nahezu fehlerfrei gespielt. Im Endspiel ist mir das nicht gelungen". Christian war sehr gut."

«Das Niveau war ordentlich, aber bis zur Team-WM im Mai in Moskau müssen wir uns steigern. Da sehe ich noch Luft nach oben», bilanzierte Bundestrainer Richard Prause. Bereits an diesem Montag fliegt das Top-Team der Herren zu einem einwöchigen WM-Lehrgang nach Katar. An Bord sind dann auch die Doppel-Sieger Dimitrij Ovtcharov/Patrick Baum. Rund 3500 Zuschauer besuchten das dreitägige Turnier. «Die Resonanz ist enttäuschend. Wir hatten uns mehr erhofft», gestand DTTB-Präsident Thomas Weikert.

Nachwuchs dominierte die Damen-Konkurrenz

Bei den Damen setzte sich in Deutschlands ältester Stadt der Nachwuchs durch. Europameisterin Jiaduo Wu (Kroppach/32 Jahre) und Titelverteidigerin Elke Schall (Holsterhausen/36) verpassten das Einzel-Finale und verloren auch das Doppel-Endspiel gegen das junge Duo Kathrin Mühlbach/Sabine Winter Holsterhausen/Schwabhausen).

"Unsere Offensive weiblich trägt erste Früchte", urteilte Prause. Er lobte vor allem die unterlegene Finalistin Petrissa Solja: "Bei ihr ist eine Steigerung zu erkennen. Das nötigt uns Respekt ab."

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