Deutsche Hockey-Herren besiegen Argentinien

Der zweifache Torschütze Martin Zwicker
Deutschlands Hockey-Herren haben bei der Weltmeisterschaft in Indien durch einen Zittersieg klaren Kurs auf das Halbfinale genommen. Mit dem unerwartet hart erkämpften 4:3 (3:2) über Argentinien feierte die Auswahl von Bundestrainer Markus Weise in Neu Delhi im dritten Vorrundenspiel den zweiten Sieg und hat die Qualifikation für das erste WM-Etappenziel weiter in der eigenen Hand.
Martin Zwicker (5./14. Minute), Matthias Witthaus (23.) und Martin Häner (51.) erzielten die Tore für den stark geforderten WM-Titelverteidiger, der in der Gruppe A weiterhin Zweiter ist und am Sonntag auf Spitzenreiter Niederlande trifft. Das bisher dreimal siegreiche Oranje-Team führt die Tabelle mit neun Punkten vor Deutschland (7) und Neuseeland (6) an, das überraschend die starken Südkoreaner mit 2:1 (2:0) bezwang. Neuseeland ist am Dienstag der letzte deutsche Vorrunden-Gegner.
Ein unzufriedener Bundestrainer
Perfektionist Weise war nach den Nerven aufreibenden 70 Minuten sichtlich ungehalten. "Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis, aber nicht mit der Performance", monierte der Coach. "In der zweiten Halbzeit haben wir ziemlich den Faden verloren. Hätte unser Torwart keinen guten Tag gehabt, wäre ich bestimmt auch nicht glücklich mit dem Ergebnis gewesen." Auch für Kapitän Maximilian Müller zählten am Ende nur die drei Punkte. "Es war klar, dass Argentinien richtig hart spielen würde, aber wir mussten halt dagegenhalten. Das haben wir gemacht. Und dann braucht man halt auch mal ein Quäntchen Glück."
Die im ungewohnten Dress mit schwarzem Hemd, weißer Hose und roten Stutzen angetretene DHB-Mannschaft begann gewohnt offensiv und ging nach einem schönen Doppelpass zwischen Witthaus und Zwicker wie erhofft früh in Führung. Doch schon im Gegenzug überraschte Lucas Vila den deutschen Torwart Jessulat, der für den angeschlagenen Stammkeeper Max Weinhold erneut im Einsatz war, mit einem Heber zum prompten Ausgleich.
Argentinien hält dagegen
Im erneut nur spärlich besetzten Hockey-Stadion versuchten die Südamerikaner, das deutsche Aufbauspiel durch frühes Attackieren zu unterbinden, aber Witthaus und Co. erhöhten den Druck. Dies wirkte sich gleich positiv aus: Nach der zweiten deutschen Strafecke war erneut Zwicker zur Stelle und vollstreckte Häners Schlenzer per Stecher zur erneuten Führung, die Witthaus neun Minuten später mit einem tollen Vorhandschuss sogar ausbauen konnte.
Ruhe wollte in die Aktionen des Titelverteidigers aber nicht kommen: So leistete sich Moritz Fürste einen unnötigen Ballverlust und beschwor Argentiniens dritte Strafecke herauf, die Matias Paredes eine Minute vor der Pause konsequent zum Anschlusstreffer nutzte.
Nach dem Wechsel führte eine Eckenvariante aus der Trickkiste zum 4:2: Fürste passte quer durch den Schusskreis zu Häner, der gekonnt zu seinem zweiten Turniertor vollendete. Die Gauchos ließen aber nicht locker - Pedro Ibarra (56.) verkürzte erneut nach einer Ecke. Torwart Jessulat musste nun mehrmals in höchster Not klären. Als dann auch noch Kapitän und Abwehrchef Müller ebenso wie Argentiniens Ibarra eine Zeitstrafe kassierte, begann das große Zittern.