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Deutschland deklassiert Kanada bei Hockey WM
Deutschland deklassiert Kanada bei Hockey WM
Benjamin Wess (re.) und Matthias Witthaus bejubeln einen Treffer

Im Eishockey gab es für Deutschland gegen Kanada bei Olympia nichts zu holen - im Feldhockey sind die Vorzeichen vertauscht. Da geben die Deutschen den Ton an und ließen den Kanadiern im zweiten WM-Gruppenspiel mit 6:0 nicht den Hauch einer Chance.

Den Grundstein für den ersten Sieg beim WM-Turnier 2010 in Indien - nach dem zuvor hart umkämpften 2:2 gegen Südkorea - legten die Deutschen in der ersten Hälfte. Bei Temperaturen um die 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit legten Benjamin Weß (3. Minute), Jan-Marco Montag (21.), Maximilian Müller (22.), Martin Häner (27.) mit ihren Toren vor. Ein Doppelpack von Florian Fuchs (58./64.) machte den zweithöchsten deutschen Sieg der WM-Geschichte perfekt.

"Ich denke, wir haben unseren Plan erfüllt: Wir brauchten drei Punkte mit einem schnellen Tor. Damit haben wir sichergestellt, dass es in die richtige Richtung geht", erklärte Kapitän Maximilian Müller, der als bester Spieler des Matches gekürt wurde. Auch Bundestrainer Weise war "zufrieden" mit der Ausbeute: "Es kann in unserer Gruppe auf die Tordifferenz ankommen."

Weinhold-Ersatz kaum geprüft

Weise schonte in diesem Match in Neu Delhi Max Weinhold. Der Stammtorhüter, einer von noch neun Olympiasiegern von Peking im WM-Kader, hatte eine Knieblessur nach Indien mitgebracht, die sich im Auftaktmacht gegen Südkorea verschlimmert hatte. So kam der Hamburger Tim Jessulat zu seinem 25. Länderspiel-Einsatz.

Und anders als gegen die Asiaten, als man rasch 0:2 hinten lag, kamen die  Deutschen diesmal früh in Schwung. Nach schönem Pass von Oskar Deecke markierte Weß mit seinem zweiten Turniertor die schnelle Führung. Im nur spärlich gefüllten Stadion waren Weises Anweisungen gut zu vernehmen, der sein Team immer wieder nach vorne trieb.

Doch es dauerte einige Zeit, bis die deutschen Bemühungen auch von Erfolg gekrönt waren. Und endlich "saßen" die Strafecken: Innerhalb von knapp sieben Minuten sorgten Montag und Häner mit Direktschüssen sowie Kapitän Müller nach einer Eckenvariante schon vor der Pause für die Vorentscheidung.

Zielgenauigkeit ließ im zweiten Durchgang nach

Das DHB-Team ließ den Außenseiter, der durch Ken Pereira (25.) bis dahin nur einmal Ersatzkeeper Jessulat prüfte, kaum zur Entfaltung kommen, sondern zwang den Gegner öfter zu Fehlern. Auch nach dem Wechsel hielt die Dominanz gegen die vom Hamburger Joachim Mahn betreuten Kanadier an.

Nur klappte es jetzt mit der Chancenverwertung längst nicht mehr so gut. So ließen Montag (42.), Häner (44.) und Müller (47.) drei weitere Kurze Ecken ungenutzt, was dem Perfektionisten Weise auf der Bank ganz und gar nicht gefiel. Immerhin konnte Youngster Fuchs (18 Jahre) seinen ehrgeizigen Coach durch seine Turnier-Tore zwei und drei besänftigen.

Damit war Kanadas bisher höchste WM-Schlappe perfekt. Dennoch monierte Weß: "In der zweiten Halbzeit haben wir ein Stück von der Gnadenlosigkeit vermissen lassen, die wir in den nächsten Spielen brauchen." Mit einem weiteren Erfolg am Freitag gegen Argentinien will man dem Zwischenziel Semifinale einen weiteren Schritt näher kommen.

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