Deutsche Hockey-Herren remis gegen Südkorea

Benjamin Weß schoss den Ausgleich
Die deutschen Hockey-Herren haben zum Auftakt der WM in Indien einen Fehlstart gerade noch verhindert. Die DHB-Auswahl rettete nach einem 0:2-Pausenrückstand noch ein 2:2 gegen den als äußerst unbequem eingestuften Weltranglisten-Fünften aus Südkorea.
Der Hamburger Florian Fuchs (50. Minute) und der Kölner Benjamin Weß (58.) erzielten die Tore für den Titelverteidiger, der das Unternehmen WM-Hattrick nun mit einiger Zuversicht weiterverfolgen kann. Im zweiten Gruppenspiel am Mittwoch gegen Außenseiter Kanada, der sich zum Auftakt Neuseeland 2:3 geschlagen geben musste, sollte der erste Sieg folgen.
Der Bundestrainer ist zufrieden
"Das war ein guter Auftakt gegen einen erwartet starken Gegner", befand Bundestrainer Markus Weise nach der geglückten Aufholjagd. "Es war ein bisschen unglücklich, dass wir mit zwei Chancen von Korea zwei Tore kriegen. Aber wir haben sehr viel für das Spiel gemacht, sind zurückgekommen und haben bis zur letzten Minute auf Sieg gespielt. Allein die Eckenquote war sehr mäßig", monierte der Coach.
"Wir sind mit dem 2:2 echt zufrieden", sagte Kapitän Max Müller. "Wir haben Zeit gebraucht, um uns an die Bedingungen zu gewöhnen. Es war ein typisches Korea-Spiel: Die machen aus drei Chancen zwei Tore. Aber letztlich zählt der Punkt, der war wichtig."
Alles läuft zunächst schief
Dabei lief eigentlich von Anfang an alles gegen die noch mit drei WM-Champions von 2006 angetretenen Deutschen. Zwei Strafecken in den ersten drei Minuten brachten nichts ein, dafür führte gleich der erste nennenswerte Angriff der Asiaten zum Erfolg durch Hye Sung Hyun (4.).
Die recht unerfahrene DHB-Elf versuchte den Schock des frühen Rückstands durch ruhiges Aufbauspiel wegzustecken, doch nach einer Viertelstunde stand es 0:2: Nam Yong Lee (15.) traf mit einem Schuss von der Grundlinie ins kurze Eck. Torhüter Max Weinhold, einer von neun Olympiasiegern 2008 im Kader, sah dabei nicht gut aus und verletzte sich auch noch. Zum Glück konnte der Kölner weitermachen.
Südkorea bei Kontern klasse
In der Folge erhöhte der Titelverteidiger zwar den Druck, aber das Zusammenspiel funktionierte noch nicht so, wie es auf WM-Niveau sein müsste. Hinzu kam die mangelhafte Chancenverwertung: Drei weitere Strafecken durch Martin Hähner (23./24.) und Jan-Marco Montag (31.) fanden nicht den Weg ins gegnerische Gehäuse. Dafür hätten die Südkoreaner, denen Ex-Bundestrainer Bernhard Peters das "wohl beste Konterspiel der Welt" attestierte, fast noch auf 3:0 erhöht (32.).
Nach der Pause sorgte ausgerechnet der Jüngste im Team für den Umschwung. Einen Pass von Moritz Fürste lenkte der erst 18 Jahre alte Fuchs im Liegen über die Linie - ein sensationelles Tor. Acht Minuten später legte der Jungstar nach der sechsten deutschen Ecke maßgerecht für Weß auf, der den umjubelten Ausgleich markierte. "Das war ein toller WM-Auftakt, aber das 2:2 ist letztlich ein Erfolg des Teams", sagte Fuchs.