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Stephen Hendry schlägt Mark Williams
Stephen Hendry schlägt Mark Williams
Mark Williams machte zu viele Fehler

Wenn einer das Crucible Theatre als sein Wohnzimmer bezeichnen darf, dann ist das wohl Stephen Hendry. Kein Spieler stand öfter in Sheffield am Tisch, kein Spieler hat mehr Centurys hier gespielt und niemand hat sich so viele Titel hier gesichert wie der Golden Boy. Nun wollte Mark Williams ihn aus seinen vier Wänden vertreiben, doch Hendry hatte die passende Antwort parat.

In der ersten Session hatte Hendry losgelegt wie die Feuerwehr und lag schnell mit 4:1 in Führung. Doch die Welch Potting Machine drehte das Spiel, gewann vier Frames in Folge und ging mit einer 5:4-Führung in die zweite Session. Dort sah es zunächst gut aus für den zweimaligen Weltmeister von 2000 und 2003. Hendry war im Break, musste aber nach einem Kick seinen Freund und Trainingspartner an den Tisch lassen, und dieser räumte von Grün bis Schwarz ab. Die nächsten beiden Frames wurden friedlich geteilt und beim Stand von 7:5 passierte Williams ein Missgeschick.

Ärger mit dem Spielgerät

Der Waliser räumte den Tisch ab, hatte den Frame sicher und spielte dann plötzlich die schwarze Kugel mitten im Break an die obere kurze Bande. Ein Raunen ging durchs Publikum, Stephen Hendry schaute verwundert - niemand wusste, was los war. Williams ging zum Schiedsrichter und es dauerte ein paar Minuten, bis klar wurde, dass er Probleme mit seiner Pomeranze hatte.

Der Schiedsrichter wollte weiterspielen lassen, doch Hendry als wahrer Gentlemen schlug vor, dass Midsession Interval vorzuziehen, damit Williams sein Spielgerät reparieren konnte. Doch Williams hatte scheinbar weiterhin Probleme mit seinem Queue, oder war durch dieses Problem so verunsichert, dass er nach der Pause kein Bein mehr auf den Boden bekam. Dazu fand Henry ins Spiel und agierte so, wie er es zu Beginn der ersten Session gezeigt hatte. Traumhaft sichere Breaks, gute lange Einsteiger und viel Selbstvertrauen zeichneten sein Spiel aus.

Mit Breaks von 51 und 83 glich er aus und Williams zeigte Nerven. Auch mit einigen Flukes schaffte er es nicht, vernünftig in ein Break zu kommen. Dazu gab es gleich mehrere Nackenschläge, die er zu verkraften hatte. In Frame 13 lag Hendry schon mit 50 Punkten im Hintertreffen, holte sich dank einer 51 aber noch den Frame. Kurze Zeit später hatte Williams die 8:7-Führung vor Augen, verschoss aber die letzte Schwarze, die zu einer respotted Black geführt hätte. Der Rest war dann Formsache und der Golden Boy steht nach dem 10:7-Erfolg im Achtelfinale und bleibt damit auch in den Top-16.

Dott berappelt sich

Nur fünf Minuten nach dem Sieg von Hendry war auch der Arbeitstag von Graeme Dott beendet, der sich nach hartem Kampf mit 10:8 gegen Barry Hawkins durchsetzen konnte. Nach vielen privaten Rückschlägen und Depressionen zeigt die Formkurve des ehemaligen Weltmeisters wieder nach oben und mit Hawkings bekam er einen Gegner, der bislang noch kein Spiel im Crucible Theatre gewinnen konnte.

Dabei war es ein offenes Spiel, in dem sich Hawkings mit einer 104 im elften Frame die letzte Führung des Tages erspielt hatte. Doch Dott, der wie immer mit einem neckischen Pflaster unter dem Kinn spielte, zeigte sich kämpferisch und hatte die passende Antwort parat. Mit Breaks von 91, 95 und einer 69 suchte er die Vorentscheidung und ging mit 8:6 in Führung.

Auch der Captain steht im Achtelfinale

Hawkins, der seine Felle davonschwimmen sah, riss sich noch mal zusammen, spielte mit 75 und 84 ebenfalls gute Breaks und schaffte es nochmal, die Partie auszugleichen. Doch Dott hatte am Ende die besseren Nerven, holte sich die letzten beiden Durchgänge und ließ seiner Freude nach der letzten Schwarzen freien Lauf - da war das Spiel am Nebentisch auch schon beendet. Dott schaffte damit auch den Vebleib in der Liste der besten 32 spieler.

Ohne große Mühen zog Ali Carter durch ein 10:5 gegen Gerard Greene in die nächste Runde ein und auch Mark King, der wesentlich mehr zu kämpfen hatte, schaffte es am Ende doch noch, den Neuling Rory McLeod mit 10:6 in die Schranken zu weisen. Noch offen sind die Partien zwischen Mark Allen und Martin Gould (7:2) und Mark Selby gegen Ricky Walden (6:3)

Gunnar Beuth

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