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O'Sullivan nimmt die erste Hürde
O'Sullivan nimmt die erste Hürde
Ronnie O'Sullivan haderte teilweise mit sich, hatte ansonsten aber viel Spaß

Stuart Bingham hat sich in der ersten Session als der erwartet unangenehme Gegner erwiesen, doch am Ende fand Titelverteidiger Ronnie O'Sullivan seine Form, spielte zwei Centurys und steht nach dem 10:5 in Runde zwei der Snooker WM in Sheffield. Derweil drehte die walisische Potting Machine ein fast verlorenes Match.

Die WM ist gestartet und die Kugeln rollen wieder über das grüne, extrem straff gespannte Tuch im Crucible Theatre. Michaela Tabb hatte die Ehre, das erste Spiel zu leiten, gleichbedeutend damit darf sie auch das Finale leiten - als erste Frau in der Geschichte. Welch ein Moment für sie, und welch eine Freude für die Freunde des Snooker-Sports, die endlich wieder WM-Luft schnuppern durften.

Ronnie O' Sullivan eröffnete als amtierender Weltmeister die Spiele, sein Gegner hieß Stuart Bingham und ist einer der Trainingspartner von Ronnie - sicherlich kein leichter Auftakt. So sah es auch Bingham, der allerdings dazu betonte, dass, wenn es schon gegen The Rocket geht, er ihn doch gerne zu Beginn haben will.

Doch es begann denkbar schlecht für den Außenseiter. Ronnie fand direkt ins Spiel, sicherte sich den ersten Frame bei der WM 2009 mit einer 61 und legte danach richtig los. Mit 140 spielte er das erste Century Break und alle Anhänger des Engländers waren direkt verzückt, ob der traumhaften Lochquote. Doch Bingham, der bei der WM 2000 Stephen Hendry in Runde eins bezwungen hatte, kam zurück. Oder besser gesagt, er fand erstmals ins Spiel.

Bingham traumhaft sicher

Mit unheimlich sicheren langen Einsteigern ließ er O' Sullivan kaum eine Chance, lochte ebenfalls sicher und holte sich drei Frames in Folge. Dabei spielte er Breaks von 67 und 58. Es sah nicht gut aus für den Titelverteidiger, der Probleme mit den Einsteigern und den Splits hatte. Zum Midsession-Interval stand es ausgeglichen 2:2 und danach holte Bingham nur noch einen Frame.

Dabei war es ein einfacher Fehler, der Bingham eine gute Ausgangsposition kostete. In Frame fünf, beim Stand von 47:42, verschoss er die vorletzte Rote und ließ O'Sullivan an einen ansonsten natürlich offenen Tisch. Mit einer Total-Clearance holte dieser sich das 3:3.

Die langen Einsteiger klappten bei O'Sullivan zwar immer noch nicht, die Quote lag knapp über 30 Prozent, doch dafür lag die Lochquote bei starken 97 Prozent und Ronnie hatte nun die Möglichkeit, am Spiel teilzunehmen. Denn Stuart Bingham hatte an Sicherheit verloren, seine Safeties waren nicht so stark wie zuvor und er ließ hie und da einfache Einsteiger liegen. Somit verzichtete der Titelverteidiger komplett auf lange Bälle und spielte befreit auf, als er merkte, dass er das Spiel wieder unter Kontrolle hatte.

The Rocket mit schnellem Spiel

Nun ging es schnell, und O'Sullivan brauchte knappe 20 Minuten, um mit Breaks von 72 und 104 die Führung auszubauen. Im letzten Frame der Session lag er dann auf Maximum-Kurs, verschoss jedoch bei 73 die Schwarze vom Spot. Es folgte ein kleines Intermezzo durch ein Safetie-Duell, doch Bingham musste sich kurz darauf geschlagen geben.

In der Abendsession hatte Bingham sich vorgenommen, wieder ein wenig an den Titelverteidiger ranzukommen, doch O'Sullivan ging nach schönem Breakbuilding mit 7:3 in Führung. Aber der Underdog zeigte seine Nehmerqualitäten und spielte seinerseits im zwölften Frame mit einer 100 ein Century. Aber The Rocket hatte nicht vor, sich hier schon in Runde eins zu verabschieden, legte eine 71 nach, um dann in Frame 14 mit einer 104 ein weiteres Century aufs Parkett zu legen.

Zum Schluss war die Luft raus bei Bingham, nach einem leichten Fehler auf Rot zog O'Sullivan davon und machte mit dem 10:5 den Erstrunden-Erfolg klar.

Traumduell in Runde eins

Ein Leckerbissen war sicherlich auch das Erstrunden-Duell zwischen Stephen Hendry und Mark Williams. Der siebenfache Weltmeister Hendry begann mit einer 72, spielte dabei neunmal Rot und Schwarz. Williams konterte mit einer 75, danach zog der Golden Boy aber auf und davon. Zum Midsession-Interval führte Hendry mit 3:1, die Welch Potting Machine kam nicht in die Gänge.

Aus der Pause zurückkommend änderte sich zunächst nichts. Hendry baute seine Führung auf 4:1 aus und die Fans von Williams bekamen es langsam mit der Angst zu tun. Doch Williams ist ein alter Hase und seit 1992 Profi. Er schmiss den Motor an und wurde von Stoß zu Stoß besser und sicherer. Mit kleinen Breaks von 57, 66 und 44 drehte er die Partie und geht nun, wer hätte das gedacht, mit 5:4 in die zweite Session.

Ausgeglichenes Match

Ebenfalls 5:4 steht es im Duell zwischen Barry Hawkins und Graeme Dott. Hawkins spielte dabei mit 129 das höchste Break des Matches. Und dann war da noch das Duell zwischen Mark King und Rory McLeod. McLeod ist der erste Spieler mit dunkler Hautfarbe, der sich für die WM qualifizieren konnte. Mit Mark King hatte der Mann mit den jamaikanischen Wurzeln keine leichte Aufgabe u bewältigen, gewann aber immerhin Frame eins.

Doch King konterte mit Breaks von 71 und 62, übernahm mit 3:1 die Führung zur Pause. Danach wurde es zäh und der Neuling gewann mit einem Break von 17 Frame Nummer fünf - es ging hin und her. Zuletzt schaffte es McLeod auf Braun den Ausgleich zu erzielen. Derweil führt Captain Ali Carter mit 6:2 gegen Gerard Green.

Gunnar Beuth

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