Ronnie O´Sullivan gewann die Northern Ireland Trophy und auch das Masters
Der Countdown hat begonnen, noch drei Tage, dann fällt der Vorhang im Crucible Theatre zu Sheffield und die Crème de la Crème der Snooker-Profis begibt sich an die Tische, um den Weltmeister des Jahres 2009 zu küren. sportal.de lässt die Saison im Hinblick auf das Highlight Revue passieren.
Die WM beginnt am 18. April und geht bis zum 4. Mai 2009. Das Turnier im Crucible Theatre ist das Ereignis schlechthin und was war, ist erst einmal völlig nebensächlich. Hier geht es um Prestige, eine Menge Geld und natürlich Punkte für die Rangliste. Acht Turniere liegen hinter den Snooker Profis, zunächst fassen wir die Saison einmal kurz zusammen.
Northern Ireland Trophy
Begonnen hatte das Jahr mit der Northern Ireland Trophy in Belfast und der amtierende Weltmeister Ronnie O´Sullivan, der das WM-Finale mit 18:8 gegen Ali Carter gewonnen hatte, dominierte auch zu Beginn der neuen Saison. Jeglichen Gerüchten zum Trotz, dass er eine Pause einlegen wolle, schlug er Ken Doherty, Joe Perry, Barry Hawkins, erneut Ali Carter und im Finale schließlich Überraschungs-Finalist Dave Harold.
Shanghai Masters
Zu einem zweiten Erfolg in der Saison 2008/09 bei einem Ranglistenturnier sollte es nicht kommen, denn jedes der acht Main-Tour-Turniere - mit Ausnahme des Masters als kein Ranglistenturnier - förderte einen anderen Sieger zu Tage. Es folgten die Shanghai Masters, bei denen sich The Rocket ebenfalls einem nicht unbedingt dort erwarteten Gegner im Finale gegenüber sah. Ricky Walden, der seinerzeit als eins der größten Talente bezeichnet wurde, verhinderte den zweiten Erfolg des Engländers und bezwang ihn mit 10:8. Gleichzeitig war es der erste Erfolg für Walden auf der Main-Tour überhaupt. Die Stationen seines Erfolgs waren Zhang Alda, Stephen Hendry, Neil Robertson, Altmeister Steve Davis und Mark Selby.
Grand Prix
Der Grand Prix in Glasgow folgte und im Gegensatz zur letzten Saison wurde die Gruppenphase wieder abgeschafft. Einzigartig bei diesem Turnier ist jedoch, dass die Paarungen nach jeder Runde neu ausgelost werden. John Higgins, der Wizard of Wishaw, war nach 1999 und 2005 wieder an der Reihe und bestieg den Thron des mittlerweile drittwichtigsten Turniers auf der Tour.
Der Schotte setzte sich gegen Anthony Hamilton, Stephen Hendry, Ding Junhui und Judd Trump durch, bevor er im Finale auf Ryan Day traf. Der Waliser schlug sich achtbar, doch letztendlich unterlag er dem zweimaligen Weltmeister mit 7:9. Durch die Finalteilnahme kletterte Day immerhin auf Rang drei des Provisional Rankings, ist aber weiter ohne Turniersieg auf der Main-Tour.
Bahrain Championship
Etwas enttäuschend verliefen die Bahrain Championship, denn der Zuschauerzuspruch war nicht so hoch, wie sich die Veranstalter erhofft hatten. Ronnie O´Sullivan hatte wegen Überlastung eine ärztliche Pause verordnet bekommen, dazu hatten John Higgins, Mark Selby und Ding Junhui nicht gemeldet, da sie sich anderweitig verpflichtet hatten, bevor das Turnier offiziell bekannt gegeben wurde. Davon profitierten Matthew Stevens - der leider nicht bei der WM an der Start gehen wird - und der Australier Neil Robertson. Das Aussie Ace bezwang den walisischen Drachen im Finale mit 9:7.
UK Championship
Die UK Championship sind hinter den Weltmeisterschaften das Top Turnier der Saison und folgten zum Jahresende im Telford International Centre. Es ist das einzige offizielle Turnier, bei dem jemals ein 148er Break gespielt wurde. Jamie Burnett hatte 2004 die Ehre, als er durch einen Free Ball zu Beginn den Zusatzpunkt erspielte. Shaun Murphy trug sich in diesem Jahr in die Siegerliste ein, der Whiston Warrior gewann in einem packenden Match gegen Marco Fu mit 10:9, nachdem er im Halbfinale Steven Maguire klar und deutlich mit 9:4 nach Hause geschickt hatte.
Masters
Das Snooker-Jahr 2009 startete mit dem Masters in London. Auch ohne zu gewinnende Weltranglistenpunkte klopft die gesamte Weltspitze regelmäßig an die Tür der Wembley Arena, denn das Preisgeld kann sich durchaus sehen lassen und steht dem der Weltmeisterschaften in nichts nach. Ronnie O´Sullivan und Mark Selby bestritten das Finale und O´Sullivan setzte sich in einer für ihn untypischen Weise mit 10:8 durch.
Mit einem völlig neuen Queue zeigte er eine kämpferische Leistung, die man so nicht von ihm gewohnt war. Schon im Viertelfinale spielte The Rocket beeindruckendes Snooker und fegte Ali Carter mit 6:2 aus der Halle, Halbfinalgegner Maguire konnte gar nur einen Frame für sich entscheiden.
Welch Open
Zwei Turniere standen nun nur noch auf dem Plan, eins davon waren die Welch Open. Alle Waliser mussten in Runde eins die Segel streichen und der Captain Ali Carter kam endlich zu seinem ersten Erfolg in diesem Jahr und dem ersten Erfolg auf der Main-Tour überhaupt. Nach zuvor zwei Halbfinal-Niederlagen in der Saison schlug er Joe Swail mit 9:5. Zuvor ließ er Wirbelwind Jimmy White, Graeme Dott, Shaun Murphy und Anthony Hamilton keine Chance.
China Open
Die Form überprüfen konnten die Profis dann bei den China Open, bevor es in Richtung Sheffield ging. Und auch in China setzte sich jemand durch, der zuvor in der Saison nicht sonderlich aufgefallen war: Peter Ebdon. Der auch The Force genannte Engländer zeigte sich zwar im Finale nicht in Hochform, doch auch John Higgins fand nicht zu seinem gewohnten Spiel. So siegte Ebdon am Ende mit 10:8 und stellte den Erfolg auf eine Stufe mit dem Gewinn des WM-Titels 2002. In der Form, so Ebbo, wird er in Sheffield schwer zu schlagen sein.
Die WM
250.000 Pfund gibt es in Sheffield zu gewinnen und wie in jedem Jahr ist es ernorm schwierig, eine Prognose zu stellen. Sicher ist nur, Ronnie O´Sullivan ist - wie in fast jedem Jahr - ein ziemlich guter Tipp. Zwei Turniere konnte der Engländer in dieser Saison gewinnen, dazu stand er in Shanghai im Finale. "Ich kann mehr gewinnen", erklärte The Rocket, nachdem er die WM-Trophäe zum dritten Mal in die Luft gestemmt hatte. Etwas, das vor ihm nur Steve Davis und Stephen Hendry vollbracht hatten.
Im nächsten Teil stellen wir Ihnen die Favoriten auf den Titel 2009 vor.