11.12.2008
Zwei Medaillengewinner von Peking suspendiert

Vadim Devyatovskiy ist Wiederholungstäter
109 Tage nach Ende der Olympischen Spiele von Peking hat das IOC drei Dopingsünder disqualifiziert. Darunter sind mit den weißrussischen Hammerwerfern Vadim Devyatovskiy und Ivan Tikhon zwei Medaillengewinner. Dritter im Bunde ist der Kanute Adam Seroczynski, der Vierter geworden war.
Der Pole wurde Einnahme des Mittels Clenbuterol überführt. Devyatovskiy (Silber) und Tikhon (Bronze) müssen ihre Medaillen zurückgeben. Devyatovskiy wurde als Wiederholungstäter auf Lebenszeit für alle Olympischen Spiele gesperrt. Nach den Regeln des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF dürfte der 31-Jährige nun für immer aus den Arenen verbannt werden.
Devyatovskiy und Ivan Tikhon waren nach dem Hammerwurf-Finale am 17. August in Peking positiv auf Testosteron getestet worden. Für die Dopingsünder aus Weißrussland rücken der Ungar Krisztian Pars (ursprünglich 4./jetzt Silber) und Japans Athen-Olympiasieger Koji Murofushi (5./jetzt Bronze) auf die Medaillenplätze auf. Gold hatte der Slowene Primoz Kozmus erkämpft.
Devyatovskiy zum zweiten Mal erwischt
Der 31-jährige Devyatovskiy war bereits zwei Jahre (2000 bis 2002) wegen Dopings suspendiert. Dagegen lag beim dreimaligen Weltmeister Tikhon noch kein positiver Test vor. Der 32-Jährige will seine Bronzemedaille nun vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne einklagen. Dies kündigte Tikhon in Minsk an. "Das ist nicht das endgültige Urteil", meinte er. "Wir werden zweifellos Einspruch einlegen."
Murofushi profitiert bereits zum zweiten Mal vom Sündenfall eines Sport-Betrügers: Gold in Athen gewann der Japaner 2004 in Athen erst durch die Disqualifikation des Ungarn Adrian Annus.
Damit erhöhte sich die Zahl der Dopingfälle in Peking von sechs auf neun. Bei den Sommerspielen wurden 4770 Dopingtests - darunter 969 Blut-Analysen - vorgenommen.
Weitere Nachtests im Januar
Bei den Urin-Kontrollen wurde in 817 Fällen auch auf das herkömmliche EPO getestet, unter den Blutanalysen waren auch 471 Tests auf Wachstumshormone (hGH). Das IOC bewahrt alle bei Olympischen Spielen abgegebenen Dopingproben acht Jahre lang für mögliche Nachkontrollen mit neuen Methoden auf.
Mögliche Dopingsünder, die in Peking nicht erwischt wurden, müssen deshalb weiter zittern. Erst am Dienstag hatte das IOC mitgeteilt, mit den Nach-Tests von rund 500 Dopingproben im Januar 2009 zu beginnen.
Diese Kontrollen sollen in den von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA akkreditierten Labors in Lausanne, Paris und Köln vorgenommen werden. Dabei wolle man sich vor allem auf die Ausdauer-Disziplinen im Radsport, Rudern, Schwimmen und in der Leichtathletik konzentrieren. Erste Ergebnisse werden Ende März 2009 erwartet.