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Liang Wenbo sorgt für Sensation
Liang Wenbo sorgt für Sensation
Stephen Maguire spielt groß auf

Bei der Snooker Weltmeisterschaft in Sheffield hat der 21-jährige chinesische Debütant Liang Wenbo für die größte Sensation seit Jahren gesorgt. In Runde eins schaltete er Ex-Weltmeister Ken Doherty sensationell mit 10:5 aus und führte seinen Gegner regelrecht vor.

Lediglich im ersten Frame lief es so, wie Doherty sich das gesamte Match vorgestellt hatte. Zum Auftakt gelang ihm ein 66er Break, gleichbedeutend mit der 1:0-Führung. Doch danach übernahm Liang das Geschehen am Tisch.

Zwar konnte auch der Chinese nicht mit rekordverdächtig hohen Breaks glänzen, doch mit einer 77 und einer 58 erhöhte er schnell auf 4:1. Der "Darling of Dublin" schien irritiert, ob der Stärke seines chinesischen Kontrahenten, konnte aber noch auf 2:4 verkürzen. Danach war es eine One-Man-Show von Liang, der gnadenlos auf 8:2 davonzog.

Doherty ohne Lochsicherheit

Doch Ken Doherty machte es seinem Gegner auch recht einfach. Sein Lochspiel war kaum vorhanden und so legte er ein ums andere Mal leichte Bälle für den Chinesen vor die Löcher. Nach einem weiteren Framegewinn von Doherty gab es dann den Knackpunkt in Frame 12. Beide Spieler beendeten den Frame mit 67 Punkten - eine re-spotted Black musste also die Entscheidung bringen. Doch auch hier zog der Ire den Kürzeren, als weiß ihm in eine Ecktasche lief und er sich einem 3:9-Rückstand gegenüber sah.

Nach dem Midsession Interval konnte Doherty noch auf 5:9 verkürzen, doch Liang fand zurück zu seinem Spiel und sorgte am Ende für eine nicht zu erwartende klare Niederlage für den absoluten Favoriten, der damit nach 15 Jahren aus den Top-16 fällt und im nächsten Jahr ebenfalls durch die Qualifikationsrunden muss wie beispielsweise Matthew Stevens und Steve Davis.

Dott mit guter Leistung

Ebenfalls ausgeschieden ist Graeme Dott, der aber seine beste Leistung seit langem zeigte. Mit 7:10 musste er sich Joe Perry geschlagen geben, doch nach Depressionen und enormem Trainingsrückstand zog er sich mehr als achtbar aus der Affäre. 5:4 für Perry hatte es nach dem ersten Tag gestanden und der Engländer übernahm sofort wieder das Kommando, als er mit einer 104 den Tag eröffnete.

Dott schaffte mit einer 126 den Ausgleich, doch sah sich direkt wieder in der Bredouille, als Perry mit drei schnellen Breaks - unter anderem einer 132 - auf 9:6 davonzog. Doch danach zog sich das Match, denn Perry schien Angst vor dem entscheidenden Ball zu haben und ließ Dott noch auf 7:9 herankommen. Auch im Frame 17 sah Dott lange wie der Sieger aus, als er im Endspiel auf die Farben am Zug war. Doch blau lag an der langen Bande und "The Pocket Dynamo" schaffte es nicht, sie von dieser zu lösen. Mit einem Double fiel blau zwar, doch pink wollte nicht in die Tasche fallen. Perry profitierte schließlich und machte den Sack nach mehreren Versuchen zu.

"The Rocket" mit Problemen

Ebenfalls zäh verlief die erste Session zwischen Ronnie O'Sullivan und dem 17-jährigen Debütanten Liu Chuang. Der Top-Favorit der Buchmacher führte schnell mit 3:0, dann aber zeigte der Chinese, warum er zu Recht bei der WM dabei ist. Erst drei Spieler vor ihm durften übrigens ihr Debüt in Sheffield bereits mit 17 Jahren geben - Ronnie O´Sullivan, John Higgins und Stephen Hendry.

Mit drei Breaks - Top-Break war eine 92 - glich er aus und profitierte von Schwächen von "The Rocket". Am Ende der Session lag der Weltmeister von 2001 und 2004 knapp mit 5:4 in Führung und muss um das Weiterkommen zittern.

Maguire in Top-Form

Sicher im Achtelfinale stehen derweil Shaun Murphy und Stephen Maguire. Murphy hatte den Grundstein bereits in der ersten Sassion gelegt, als er schon mit 7:2 gegen Dave Harold in Führung lag. Harold hatte keine Chance gegen den "Whiston Warrior", obwohl er den ersten Frame am zweiten Tag gewann. Doch Harold hatte längst resigniert und konnte die einfachsten Bälle nicht mehr lochen. Murphy zog das Tempo an und siegte klar und deutlich mit 10:3.

Auch Stephen Maguire ist in bestechender Form und der Einzug in die nächste Runde ist nur noch Formsache. Anthony Hamilton konnte gar nicht eingreifen und lag schnell mit 0:8 in Rückstand. Maguire spielte traumhaft sicher und musste erst im letzten Frame des Tages einen Durchgang abgeben. Doch ein Comeback scheint sehr unwahrscheinlich und Hamilton kann bereits die Koffer packen.

Gunnar Beuth

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