
Neil Robertson dominiert über Neigel Bond
John Higgins kommt immer besser ins Rollen. Pünklich zur Snooker-WM im Crucible Theatre hat der amtierende Weltmeister seine Form gefunden und sieht nach dem 7:2 in der ersten Session wie der sichere Sieger über Mathew Stevens aus. Auch Neil Robertson steht mit einem Bein in Runde zwei.
Stevens begann den ersten Frame mit einer 46. Nach hartem Kampf mit dem Break stieg er über Rot aus - mit Snooker. Im anschließenden Safetyduell passierte Higgins ein Foul auf Schwarz und der Waliser kam erneut an den Tisch. Mit sieben Foulpunkten im Rücken und einer 28 holte er sich den ersten Duchgang. In der ersten Runde geht es maximal bis 19, das heißt, der erste Spieler der zehn Frames für sich entschieden hat, zieht in die nächste Runde ein.
Higgins dominierte Frame Nummer zwei, nachdem er nach einer schönen Safety seinen Gegner zu einem Fehler zwang. Doch wie schon Stevens im ersten Durchgang kam er nicht richtig ins Break und stieg nach Stellungsfehler auf Blau aus - 37 Punkte waren der Lohn. Doch Stevens kam nicht mehr zu einem Break, denn durch gutes Sicherheitsspiel holte sich der amtierende Weltmeister mit einer 88 den zweiten Durchgang.
Zwei vergebene lange Einsteiger in Frame drei auf Rot brachten Stevens an den Tisch, der mit einem starken langen Ball die Schwarze freispielte. Das 164ste Century für Stevens (112) brachte das 2:1. gleichzeitig war es das erste Century des Turniers.
Der Weltmeister kommt ins Rollen
In Frame vier hatte Higgins erneut das Pech, eine lange Rote genau an die Tasche zu legen, so dass der Walisische Drache einen relativ leichten Einsteiger als Vorbander hatte. Doch ohne Position auf Farbe blieb wieder nur die Safety. Aber Higgins probierte es erneut mit einer langen Roten über den ganzen Tisch und hatte mehr Glück als noch zuvor - gleichzeitig war es der erste Frame, in dem beide Spieler Punkte auf dem Konto hatten.
Doch während Stevens sicher lochte und nur leichte Schwierigkeiten bei der Länge seiner Safety-Stöße hatte, kam Higgins nicht richtig ins Spiel. Probleme bei langen Bällen und auch einige Unkonzentriertheiten bei leichten Bällen brachten Stevens häufig ins Spiel und er nutzte seine Chancen, so auch in Frame vier. Aber dieser Durchgang geriet zu einem Krimi, denn der Waliser patze auf Schwarz, Higgins hatte das Problem eines Kicks und musste ebenfalls aussteigen.
Higgins fand in ein 27er Break, doch zwei Rote an der Fußbande verhinderten den Frame-Ausgleich vor dem Mid-Session Interval. Doch diese Roten an der Bande wurden auch Stevens zum Verhängnis und somit ging es mit 2:2 in die Pause. Der Weltmeister zeigte sich gut erholt und holte sich mit einem Break von 83 erstmals die Führung.
Stevens ohne Glück bei den Safetys
Knackpunkt der Begegnung bis dahin war das Sicherheitsspiel von Stevens, der nur bei 68 Prozent seiner Bälle erfolgreich war, im Gegensatz zum Weltmeister, dessen Safetys zu 91 Prozent Erfolg brachten. In Frame sechs war es wieder ein kapitaler Fehler, als Stevens eine Rote an die Fußbande legen wollte, doch noch einen roten Ball erwischte und ihn direkt vor die Tasche legte. Higgins bedankte sich artig und brachte den Frame mit einer 54 sicher nach Hause und ging erstmals mit zwei Spielen in Führung.
Während John Higgins immer mehr Ruhe in seine Aktionen bekam, schaffte es Matthew Stevens nicht, ein vernünftiges Breakbuilding aufzubauen, was ihm Probleme im siebten Durchgang einbrachte. Zwar kam er auf 38 Punkte, doch dann passierte ihm der Fehler auf Blau. Ein verpasster Split Seitens des Weltmeisters führte zu einem kleinen Duell mit Sicherheitsbällen.
Die Entscheidung brachte ein Double-Versuch von Stevens auf die Mitteltasche, der ihm misslang und Higgins mit einem machbaren Roten zurück an den Tisch brachte. Dieses Risiko war eine Spur zu groß und führte zum 5:2 für den "Wizard of Wishaw". Das 6:2 gelang Higgins durch ein Break von 85. Im abschließenden Frame vor der Pause legte Higgins eine 60 vor und zeigte ein weiter unglaublich sicheres Spiel. Die erste Session endete damit mit 7:2, sicherlich eine Vorentscheidung, die Stevens am Abend kaum noch umdrehen wird.
Robertson dominiert
Neil Robertson gegen Nigel Bond hieß das Duell an Tisch zwei. Beide Spieler konnten im letzten Jahr keine großen Sprünge bei der WM machen. Neil Robertson scheiterte in Runde zwei an Ronnie O´Sullivan und Bond kam nicht über die erste Runde hinaus, als er sich Peter Ebdon geschlagen geben musste.
Der erste Frame ging durch ein 50er Break an den Australier, der sich auch den zweiten Durchgang holte, als er eine 70 nachlegte. Mit 0:2 aus der Sicht des 33-jährigen Engländers ging es in den dritten Frame. Doch auch hier konnte Bond nicht punkten - am Ende versuchte er es mit einem Snooker auf Pink im Endspiel auf die letzten beiden Farben, doch Robertson behielt auch hier die Oberhand.
Frame vier hatte damit die besondere Bedeutung, vor dem Mid-Session Interval nicht mit 0:4 in Rückstand zu geraten. Im letzten Frame gab es eine Safety-Schlacht, in der sich beide Spieler in Absprache mit dem Schiedsrichter darauf einigten, den Frame neu zu beginnen. Dies passiert relativ selten, doch wenn sich beide Akteure festgespielt haben und es keine neue Entwicklung gibt, dann ist dies üblich.
Bond sichert sich den Widerholungsframe
Für Bond hatte sich die Wiederholung des Frames gelohnt, denn mit seinem 250. Framegewinn im Crucible Theatre verkürzte er vor der Pause auf 1:3. Doch nach der Pause zog der Australier gleich wieder an und erhöhte auf 4:1 und dann sogar auf 5:1. Das Bond aber als äußerst ruhiger Spieler gilt und sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, zeigte er direkt im Anschluss, als er mit einer 125 das höchste Break des Tage ablieferte und noch einmal verkürzen konnte.
Doch in den letzten Frames vor Ende der ersten Session sorgte Robertson dann für klare Verhältnisse und erhöhte auf 7:2. Somit haben John Higgins und Neil Robertson zwar noch nicht gewonnen, Matthew Stevens und Neigel Bond aber wohl verloren.
Gunnar Beuth