America's Cup: Schweizer hoffen auf Alinghi-Wetter

Das Alinghi-Team bei der Arbeit
Titelverteidiger Alinghi startet zumindest bei den Buchmachern als Favorit in das 33. Segel-Duell um den America's Cup. Der Vorsprung der Schweizer vor den Amerikanern fällt aber nur minimal aus.
Wer beim renommierten Online-Wettbüro William Hill sein Geld auf eines der beiden Teams setzen will, muss auf große Gewinn-Aussichten verzichten. Im Falle des Alinghi-Sieges zahlen Buchmacher für zehn Euro Einsatz nur elf Euro aus. Gewinnt Herausforderer BMW Oracle Racing, gibt es 12,50 Euro für einen Zehner.
Die Wetterprognosen für die erste von maximal drei Wettfahrten verheißen vornehmlich leichte Winde, auf die eher der Schweizer Katamaran Alinghi 5 als der Trimaran USA optimiert sein soll. Die Teams selbst halten sich mit Angaben zur Chancenverteilung zurück. "Die Wahrscheinlichkeit, dass wir den Cup verteidigen, liegt etwa bei 50:50", sagte Alinghis Chefdesigner Rolf Vrolijk in Valencia.
Millionenschweres Unterfangen
Rund eine halbe Milliarde Euro haben die Teams des Schweizer Pharma-Milliardärs Ernesto Bertarelli und des US-Software-Giganten Larry Ellison in ihren Traum investiert, die älteste Sporttrophäe der Welt in den Händen zu halten.
Der 44 Jahre alte Bertarelli gewann die Silberkanne 2003 erstmals mit einem europäischen Team und verteidigte sie 2007 vor Valencia erfolgreich. Das bevorstehende Duell unter Ausschluss weiterer Teilnehmer nennt der zweimalige America's-Cup- Sieger Jochen Schümann "potenzierten Wahnsinn".
Knapp acht Millionen Euro beträgt das Budget der Veranstaltung. Davon werden rund 30 Prozent in die Organisation der Regatta, weitere 20 Prozent in die Film- und Fernsehproduktion gesteckt.
Um 10:06 Uhr wird es ernst
Zweieinhalb Jahre nach Ausbruch einer Gerichtsschlacht ungekannten Ausmaßes in 159 Jahren Cup-Geschichte kommt es am Montag von 10:06 Uhr an zum Showdown der beiden verfeindeten Mannschaften auf dem Wasser. Die Rennen werden live und kostenfrei im Internet übertragen.
Während Alinghi-Eigner Bertarelli seinen Platz an Bord bestätigt hat und sogar das Ruder der Alinghi 5 im Wechsel mit dem Franzosen Loick Peyron übernehmen wird, winkte Ellison mit schwacher Ausrede ab.
Ellison zieht zurück
"Es gibt nun einmal ein Gewichtslimit und wir haben die Grenze erreicht. Deswegen bin ich vermutlich beim ersten Rennen nicht an Bord. Das ist zwar enttäuschend, aber ich möchte auf keinen Fall unsere Chancen beeinträchtigen, dieses Rennen zu gewinnen." Gesteuert wird die US-Jacht vom Australier James Spithill.
Das Duell wird im Modus best of 3 entschieden. Wer zweimal siegt, hat den 33. America's Cup gewonnen. Die Rennen sollen am Montag, am Mittwoch und gegebenenfalls am Freitag stattfinden. Gibt es aufgrund widriger Bedingungen Ausfälle, sind Reservetage bis zum 25. Februar vorgesehen.
Die erste Wettfahrt führt die Teams über einen Kurs von 20 Seemeilen Länge. "Die Bedingungen werden großen Einfluss auf das Ergebnis haben. Nach dem ersten Rennen werden wir wissen, wer welche Schokoladenseiten hat und wer dieses Duell gewinnen kann", sagte Vrolijk.