Ob irgendwann wieder gesegelt wird, steht in den Sternen
Der 33. America's Cup kann nicht vor dem arabischen Emirat Ras al-Chaima stattfinden. Dies entschied der Oberste New Yorker Gerichtshof in Manhattan.
Richterin Shirley Kornreich betonte in ihrem Eilurteil, dass sie ihre Entscheidung auf Basis der Cup-Stiftungsurkunde von 1887 und nicht aufgrund von Sicherheitsbedenken seitens des US-Segelrennstalls von Software-Milliardär Larry Ellison gefällt habe. Die Urkunde schreibt für America's-Cup-Regatten im europäischen Winterhalbjahr einen Austragungsort auf der südlichen Erdhalbkugel vor.
Mit ihrem schnellen Spruch, so die Richterin, wolle sie den seit Juli 2007 währenden Gerichtsstreit zwischen Cup-Verteidiger Alinghi und dem klagenden US-Team BMW Oracle Racing für den Fall beschleunigen, dass Alinghi in Berufung geht.
Barry Ostrager, Anwalt des Alinghi-Clubs Sauciété Nautique de Genève (SNG), sagte in Richtung Kornreich: "Euer Ehren, Sie sagen den America's Cup ab. Die Entscheidung, die sie getroffen haben, ist verhängnisvoll und bringt kolossalen Schaden für den Sport, die Veranstaltung, Rais al-Chaima und den America's Cup." Er ergänzte, die SNG wolle nun prüfen, ob der Cup dennoch im Februar ausgesegelt werden könne.
Für das Schweizer Team des Pharma-Milliardärs Ernesto Bertarelli bedeutet das Urteil einen herben Rückschlag im erbitterten Streit um Macht und Recht im America's Cup. Sollte das per Gerichtsbeschluss angeordnete Exklusiv-Duell zwischen den beiden Cup-Giganten vom 8. Februar an nicht mindestens bis Mai verschoben werden, müssen die Eidgenossen den 33. America's Cup entweder in Valencia oder so wie in der Stiftungsurkunde verlangt in einem Revier in der südlichen Hemisphäre austragen.
Nach dem britischen TeamOrigin hat nun auch das deutsche Team Germany seine Teilnahme am 34. America's Cup abgesagt. Die Entscheidung für futuristische Katamarane als Cup-Vehikel und der weiterhin unbekannte Austragungsort vergraulen die potenziellen Teilnehmer.