Gerdemann verliert Führungstrikot

Linus Gerdemann hat kaum Chancen auf den Gesamtsieg
Milram-Kapitän Linus Gerdemann hat sein Blaues Trikot als Spitzenreiter der Fernfahrt Tirreno-Adriatico nach der 3. Etappe an den Tagessieger Daniele Bennati verloren. Der Italiener gewann nach 159 Kilometern in Monsummano den Massensprint vor seinem Landsmann Alessandro Petacchi.
Der Freiburger Gerdemann rollte im geschlagenen Feld über die Ziellinie und fiel mit vier Sekunden Rückstand auf Bennati auf den zweiten Platz im Gesamtklassement zurück. Weil diesmal ein Zeitfahren im Parcours des italienischen Klassikers fehlt, sind die Chancen des 27-jährigen Radprofis auf den Gesamtsieg geschrumpft.
Neben dem Verlust der Führung musste Gerdemann zudem den Ausfall von gleich zwei wichtigen Helfern verkraften. Fabian Wegmann wurde nach Angaben aus dem Milram-Team acht Kilometer vor dem Ziel in einen Sturz verwickelt und musste mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch aufgeben. Johannes Fröhlinger stieg nach tagelangen Magen-Darm-Problemen vorzeitig aus. "Das war ein sehr bitterer Tag für uns", meinte Christian Henn, der Sportliche Leiter des Milram-Teams.
Contador bleibt in Frankreich vorn
Bei der Fernfahrt Paris-Nizza verteidigte der zweifache Tour-de-France-Gewinner Alberto Contador das Gelbe Trikot ohne Mühe. In Aix-en-Provence rollte der 27-jährige Spanier, der sich durch seine Attacke am Vortag an die Spitze der Gesamtwertung katapultiert hatte, nach 157 Kilometern in der Spitzengruppe kurz hinter Tagessieger Peter Sagan über die Ziellinie.
Der 20-jährige Slowake entschied die fünfte Etappe für sich und feierte damit seinen zweiten Etappensieg - auf das Gesamtklassement hatte dies keinen Einfluss: Contador führt vor den beiden entscheidenden Tagen weiter mit 20 Sekunden Vorsprung vor seinem Landsmann Alejandro Valverde.
Einen schwarzen Tag erlebte die große deutsche Rundfahrt-Hoffnung Tony Martin, der zu Beginn des Rennens nur hauchdünn an einem Etappensieg vorbeigeschrammt war. Der 23-jährige Thüringer aus Eschborn, der wegen Knieproblemen eine stockende Saisonvorbereitung hatte, fiel am vorletzten Berg zurück und handelte sich im Ziel einen großen Zeitverlust ein.
"Ich fühle mich gut, aber das Ding ist noch lange nicht gewonnen", dämpfte Contador den Optimismus im eigenen Lager. Der Astana-Kapitän hatte das zum 68. Mal ausgetragene Traditionsrennen bereits 2007 gewonnen.