Armstrong von Rabon beeindruckt

Lance Armstrong hatte deutlichen Rückstand
Der erst große Zeitfahr-Test in dieser Saison ist Lance Armstrong gründlich misslungen. Auf der vorletzten Etappe der Murcia-Rundfahrt in Spanien kam der 38-Jährige bei seinem Europa-Debüt 2010 nicht über den achten Platz hinaus.
Armstrong büßte über 22 Kilometer rund um Alhama de Murcia 1:18 Minuten auf den tschechischen Tagessieger Frantisek Rabon ein. "Ich habe viel Zeit auf Menchov, Wiggins und Klöden verloren", erklärte Armstrong via Twitter. Rabon, der sich auf der Schlussetappe beim Tageserfolg des Niederländers Theo Bos den Gesamtsieg nicht mehr nehmen ließ, sei "sehr beeindruckend" gewesen.
Rabon triumphiert vor Menchov
Im Gesamtklassement verwies Rabon überraschend den russischen Vorjahressieger Denis Menchov (+38 Sekunden) und den Briten Favoriten Bradley Wiggins (+53) auf die Plätze zwei und drei. Andreas Klöden (+57) aus der Armstrong-Mannschaft RadioShack war als bester Deutscher Gesamtvierter. Armstrong (+1:23 Minuten) wurde Siebter.
Auf dem Weg zum angestrebten achten Tour-de-France-Sieg ist das Zeitfahr-Resultat für Armstrong ein herber Rückschlag. Schließlich hatte sich der Texaner, dessen großer Rivale Alberto Contador bei der Fernfahrt Paris-Nizza startete, vor der Murcia- Rundfahrt gezielt auf seine einstige Spezialdisziplin vorbereitet.
Nach dem Zeitfahren wollte der Kapitän der US-Equipe RadioShack keine Fragen beantworten. Team-Sprecher Philippe Maertens ließ verlauten, Armstrong sei "nicht glücklich, aber auch nicht unglücklich". Schneller als der siebenmalige Tour-Gewinner Armstrong war auch Jung-Profi Patrick Gretsch aus Erfurt, der mit 1:03 Minuten Rückstand Fünfter wurde.
Überraschungen bei Paris-Nizza
Die 68. Austragung der Etappenfahrt Paris-Nizza hat mit zwei Überraschungen begonnen. Beim Prolog über 8 Kilometer in Monfort-L'Amaury bei Paris war nur der niederländische Überraschungssieger Lars Boom schneller als Altmeister Jens Voigt aus Berlin. Mit diesem Einlauf hätte kaum einer gerechnet: Boom brauchte 10,58 Minuten und schlug den 38-jährigen Voigt vom dänischen Saxo- Bank-Team um eine Sekunde.
Der mit großen Ambitionen gestartete zweifache Tour-de-France- Sieger Alberto Contador, der mit einem Sieg bei der Algarve-Rundfahrt in die Saison gestartet war, musste sich mit Rang vier zufriedengeben. Der 27-jährige Spanier brauchte vier Sekunden mehr als Boom. Direkt vor ihm landete der US-Profi Levy Leipheimer aus dem Lance-Armstrong-Team RadioShack, der in der vergangenen Saison noch mit Contador bei Astana zusammen fuhr. Vorjahressieger Luis-Leon Sanchez aus Spanien wurde Achter.
Der dritte der vergangenen Zeitfahr-Weltmeisterschaften, Tony Martin aus Eschborn, war noch etwas gehandicapt von seiner Knie- Verletzung, die er sich vor dem Saisonstart eingehandelt hatte. Der Columbia-Profi griff nicht in die Entscheidung ein und benötigte 11,37 Minuten.