Das 50 Kilometer-Rennen der Langläufer musste im Sprint entschieden werden. Axel Teichmann holte sich in der engen Entscheidung völlig überraschend die Silbermedaille und musste sich in der nordischen Königsdisziplin lediglich dem unwiderstehlichen Endspurt von Petter Northug geschlagen geben.
Zehn Meter Vorsprung hatte Teichmann kurz vor dem Ziel noch gehabt. Doch während den Deutschen ein kleiner Strauchler etwas aus dem Rhythmus brachte, zündete der von hinten kommende Northug den Turbo. Der Norweger gab alles und stellte den Thüringer auf den letzten Metern noch knapp. Bronze ging an Johan Olsson und profitierte davon, dass der Schweizer Dario Cologna kurz vor dem Ziel stürzte. Den deutschen Erfolg rundete Tobias Angerer ab, der auf Platz vier vorlief.
Überraschend kam das Edelmetall für den Deutschen nicht nur für die Experten, auch er selbst hatte nicht damit gerechnet, auf dem Podium zu landen. "Ich habe gar keine Klamotten für die Siegerehrung dabei", gestand er kurz nachdem er seinen Erfolg realisiert hatte.
Zweites Podium für Teichmann
Denn eigentlich war Teichmann wenige Kilometer vor dem Ziel schon abgehängt. "Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Zwischen Kilometer 30 und 40 hatte ich eine richtige Saftlade drin. Aber am Ende habe ich die zweite oder dritte Luft bekommen", erklärte er, der nach Silber im Teamsprint zum zweiten Mal aufs Siegerpodest lief.
Die Maßgabe war, nicht zu früh den Ski zu wechseln, um sich für das Finale alle Optionen offen zu halten. Doch Teichmann musste sich bereits nach zehn Kilometern neues Material besorgen, da seine Ski stumpf wurden. Er fand aber ebenfalls sofort wieder Anschluss.
Teichmann kämpft sich heran
In einem von der Taktik geprägten Rennen setzten die Schweden um Anders Soedergren die ersten Akzente, während sich die Favoriten wie Lukas Bauer aus Tschechien oder Northug noch zurückhielten.
Der überragende Langläufer dieses Winters, bei Olympia aber klar im Schatten seiner Landsfrau Marit Björgen, zeigte sich nach 20 Kilometern erstmals an die Spitze, ließ aber schon bald seinem Landsmann Martin Johnsrud Sundby den Vortritt. Bauer wurde in einen Sturz verwickelt, kämpfte sich aber schnell wieder nach vorne.
Reaktionen:
1/4
Jochen Behle: "Sensationell! Axel war ja schon weg. Er hat aber noch einen fantastischen Ski bekommen."
Zur Halbzeit belegte René Sommerfeldt den achten Rang, Jens Filbrich war Zwölfter, Tobias Angerer folgte auf Position 16 und Teichmann war 23. Der Silbermedaillen-Gewinner im Teamsprint aus Bad Lobenstein musste im letzten Drittel des Rennens als erster der vier Deutschen ein wenig abreißen lassen.
Zehn Kilometer nutzten alle DSV-Läufer den letzten von drei möglichen Ski-Wechseln, um sich für den Schlussspurt zu präparieren. Nur Angerer und Filbrich konnten zunächst mithalten, als der Russe Alexander Legkov mit seiner Attacke die Spitzengruppe sprengte. Doch dann kam Teichmann angestürmt und rollte das Feld von hinten auf.
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