Maria Riesch legte einen ganz starken ersten Lauf hin
Wie einst Katja Seizinger oder Rosi Mittermaier. Maria Riesch ist Doppel-Olympiasiegerin. Unglaublich. Bei Schneefall und schwierigen Pistenbedingungen ließ sich die Slalom-Weltmeisterin von Nichts und Niemanden aufhalten.
Ein wenig unter ging im Jubel-Trubel das verpasste Edelmetall ihrer jüngeren Schwester. Nach Platz vier im ersten Durchgang schied Susanne im Finale vor den Augen der Eltern aus, die Medaillenränge belegten die Österreicherin Marlies Schild (Silber) und Sarka Zahrobska aus Tschechien (Bronze).
Drama um Schwester Susanne
Den Grundstein für den nächsten Slalom-Titel hatte Riesch schon im ersten Lauf gelegt. "Das war die halbe Miete", merkte Vater Siggi in der ARD an. Bei Schneefall fuhr Maria Riesch mit wohldosiertem Risiko. Angriffslustig im Flachen, "mit Köpfchen" im Steilen - Platz eins vor dem Finale, in dem sie keine mehr vom Sieg abbringen konnte. Trotzdem dachte Riesch in der Stunde des großen Triumphes auch an ihre Schwester.
"Natürlich ist es für mich irgendwo ein Zwiespalt. Es ist der größte Tag in meinem Leben, ich mach' mein zweites Gold bei Olympia", sagte Maria Riesch, "und bei meiner Schwester ist eine Welt zusammen gestürzt. Ich leide mit ihr. Für sie ist es auch schwierig, sie würde sich bestimmt auch gerne mit mir freuen."
Das etwas überraschende Gold von Rebensburg am Vortag hatte alle im deutschen Lager noch einmal gepusht. Riesch wurde Olympiasiegerin, ein Tropfen Wermut war das verpasste Edelmetall der hochmotivierten Susanne Riesch. "Minuten vor dem Start merkt man doch, dass das was anderes ist als ein normales Weltcup-Rennen", meinte die 22-Jährige. Christina Geiger, die nach einem Sturz beim Einfahren angeschlagen ins Rennen ging wurde 14., Fanny Chmelar schied aus.
Wie schon in der Kombination und dem Riesenslalom kam Lindsey Vonn nicht ins Ziel. Die Amerikanerin fädelte ein. "Trotz der Erwartungen aller anderen war es mein Ziel, eine Medaille zu gewinnen und ich habe die Goldmedaille", tröstete sich die Amerikanerin selbst.
Birnbachers Nähmaschine machte alles zunichte
So erfolglos sind deutsche Biathleten seit 42 Jahren bei Olympia nicht mehr gewesen. Ein Blackout mit zwei Strafrunden von Andreas Birnbacher im Schneegestöber von Whistler kostete die DSV-Skijäger die durchaus mögliche Medaille in der abschließenden 4 x 7,5-Kilometer-Staffel.
Platz fünf - eine große Enttäuschung. Der scheidende Bundestrainer Frank Ullrich hob nach den Fehlschüssen des Schlechingers resignierend die Arme, schüttelte den Kopf und grummelte: "Das war's." So hatte sich der Olympiasieger von 1980 in Lake Placid seinen Abschied von der Olympia-Bühne nicht vorgestellt.
Tief enttäuscht war auch Pechvogel Birnbacher: "Ich habe eine 'Nähmaschine' bekommen. Meine Beine haben so gewackelt, dass ich gar keine Chance mehr hatte zu treffen", sagte er. Gold eroberte Norwegen mit dem überragenden Schlussläufer Ole Einar Björndalen, der bereits seinen sechsten Olympiasieg feierte. Silber erkämpfte Österreich vor Russland.
Reaktionen:
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Tyson Heung: "Das ist unglaublich. Ich bin sehr zufrieden. Ich hatte Glück, okay, aber ich habe es auch verdient, jetzt genehmige ich mir ein paar Bierchen, und dann geht's ins Deutsche Haus, ein bisschen feiern.
"
Eisschnellläuferinnen überzeugend ins Halbfinale
Jubelnd riss das deutsche Eisschnelllauf-Trio die Arme in die Luft: Die deutschen Damen greifen in der Team-Verfolgung nach einer Olympia-Medaille. Mit einem Superlauf schalteten Anni Friesinger-Postma, Daniela Anschütz-Thoms und Stephanie Beckert im Vorlauf den Mitfavoriten Niederlande in 3:01,95 Minuten aus und stehen nun im Halbfinale, in dem der Gegner völlig überraschend die USA sind. Die Amerikanerinnen kamen in Vancouver gegen Weltmeister Kanada weiter.
Zum Auftakt war das deutsche Trio wegen der bekannten Startprobleme von Langstrecken-Spezialistin Beckert in Rückstand geraten. Doch das Team steigerte sich von Runde zu Runde und hatte im Schluss-Gang die Oranjes um 1500-Meter-Olympiasiegerin Ireen Wüst im Griff, die auf 3:03,37 Minuten kamen.
Lange kann Gold abschreiben
Ebenfalls nach einer Medaille greift André Lange mit seinem Viererbob. Doch die Goldene wird es wohl nicht erneut werden. Auf der Hochgeschwindigkeitsbahn von Whistler hatte Lange als Dritter nach zwei von vier Läufen bereits 44/100 Sekunden Rückstand auf die Spitze.
"Gold ist weg. Aus eigener Kraft ist das nicht mehr aufzuholen", glaubte Sportdirektor Thomas Schwab nach Langes Fahrten und analysierte: "Er konnte die Linie nicht fahren. Er hat einfach keinen Halt." enn hatte dafür Steven Holcomb. Der US-Amerikaner liegt zur Halbzeit vor dem Kanadier Lyndon Rush. Thomas Florschütz war nach zwei Läufen Fünfter.
Für Ärger sorgte die gefährliche Bahn. Zahlreiche Stürze begleiteten das Rennen. Neben Alexander Subkov erwischte es auch den österreichischen Routinier Wolfgang Stampfer, der nicht durch die berüchtigte Kurve "Fifty-Fifty" kam. Er erlitt bei seinem Sturz eine Verletzung am Zeigefinger. Zudem stürzten der Slowake Milan Jagnesak, der Brite John Jackson sowie der junge Amerikaner John Napier. Alle Athleten blieben aber unverletzt. Karl Angerer - vorerst Siebter - schimpfte: "Die Bahn ist sehr, sehr gefährlich. Das ist brutal, was den Piloten hier abverlangt wird."
Was für ein Trost für Snowboarderin Kober
Mutterglück statt Medaille: Mitfavoritin und Snowboard-Ass Amelie Kober lüftete nach dem olympischen Parallel-Riesenslalom in Cypress Mountain überraschend ein Geheimnis.
"Es ist so, dass ich in dieser Saison höchstens noch ein Rennen bestreite, weil ich Mama werde", erklärte die 22-jährige Olympia-Zweite von 2006. Beste im Quartett der Deutschen war Selina Jörg aus Sonthofen, die im kleinen Finale gegen Weltmeisterin Marion Kreiner (Österreich) die Bronzemedaille verpasste und Vierte wurde.
Kober belegte Platz 8, Anke Karstens (Bischofswiesen) kam auf den 5. Platz und Isabella Laböck (Klingenthal) wurde 15. Olympiasiegerin wurde die Niederländerin Nicolien Sauerbreij, die im Finale Jekaterina Iljuchina aus Russland besiegte.
Nach 16 Tagen sind die Olympischen Spiele in Vancouver beendet. sportal.de blickt noch einmal zurück und präsentiert Ihnen die zehn olympischen Momente, die uns am meisten beschäftigt haben.