24.08.2008
Omeyer rettet Frankreich Gold

Thierry Omeyer hielt stark
Mit einem imponierenden Auftritt hat Frankreich den Siegeszug der Handballer aus Island gestoppt und sich erstmals zum Olympiasieger gekrönt. In einer über weite Strecken einseitigen Partie besiegte der zweimalige Weltmeister die Nordeuropäer überzeugend mit 28:23 (15:10).
In der vom deutschen Schiedsrichtergespann Frank Lemme und Bernd Ullrich (Magdeburg) geleiteten Partie waren Torhüter Thierry Omeyer und Torschütze Nikola Karabatic (8) vom THW Kiel Garanten für den Sieg. Island hatte bei seinem ersten Medaillengewinn überhaupt im Handball in Olafur Stefansson (5) seinen besten Werfer.
Nerven gaben den Ausschlag
Im anfänglichen Geduldsspiel zweier zunächst abwehrstarker Mannschaften verloren die Isländer Mitte der ersten Halbzeit die Nerven. Nach Fehlpässen, leichten Ballverlusten und zahlreichen Glanzparaden des Kieler Torhüters Omeyer war keine spielerische Linie mehr zu sehen. Deutlich war dem Überraschungsteam in seinem ersten großen Finale die mangelnde Endspiel-Erfahrung anzumerken. Die Franzosen hingegen, die zuletzt bei der Europameisterschaft 2006 gewonnen hatten, bewahrten die nötige Ruhe.
Der EM-Dritte störte den Spielaufbau der Isländer konsequent. Im Angriff war die Wucht des Rückraums mit Karabatic und dem ehemaligen Gummersbacher Cedric Burdet kaum einzudämmen. Vom 4:4 (12.) enteilte Frankreich auf 9:4 (18.). Im gleichen Maße wie Frankreichs Torjäger trafen, versiebten Islands sonst sichere Schützen Stefansson und Gunjon Valur Sigurdsson ihre Chancen.
Frankreich und Island hatten sich 1992 in Barcelona im kleinen Finale gegenüber gestanden, das die Franzosen damals gewannen. Auch im Endspiel von Peking bahnte sich zeitig ein Erfolg des zweimaligen Weltmeisters an. Beim 13:6 (24.) hatten die Mannen um Welthandballer Karabatic erstmals sieben Tore Vorsprung und demonstrierten mit dem starken Rückhalt Omeyer Selbstbewusstsein. Daran änderte sich auch in den zweiten 30 Minuten nichts und Frankreich distanzierte die tapferen Isländer.
Spanien holt sich Bronze
Platz drei hatte sich zuvor Spanien durch einen 35:29 (12:14)- Erfolg im kleinen Finale über Kroatien gesichert. Während die Iberer zum dritten Mal nach 1996 und 2000 Bronze gewannen, war der vierte Platz für Kroatien nach zwei Olympiasiegen (1996 und 2004) die schlechteste Olympia-Platzierung.
Spanien bekam erst in der zweiten Halbzeit die zuvor spielbestimmenden Kroaten besser in den Griff. In der 48. Minute lag der Weltmeister von 2005 erstmals mit drei Toren in Front und baute den Vorsprung kontinuierlich aus. "Heute war es perfekt. Wir haben mit viel Herz gespielt", sagte der frühere Kieler Rückraumspieler Demetrio Lozano. Vor lauter Freude zog er noch auf dem Weg aus der Halle seine verschwitzen Sachen aus und warf diese ins Publikum.