24.08.2008
Kenianer Wansiru schreibt Geschichte

Samuel Wansiru lässt sich feiern
Auf diesen Moment hat Kenia lange warten müssen: Samuel Wansiru bescherte der Läufernation das erste Olympia-Gold im Marathon. Es war überhaupt erst das dritte Rennen des 21-Jährigen über diese Distanz.
Der Halbmarathon-Weltrekordler, der zuletzt sechs Jahre in Japan gelebt hatte, legte über die 42,195-Kilometer-Strecke ein mörderisches Tempo vor: In der Siegeszeit von 2:06:32 Stunden lief er olympischen Rekord. "Das ist Geschichte für Kenia", sagte Wansiru stolz.
Silber bei dem Hitzerennen gewann mit bereits 38 Jahren der zweimalige Weltmeister Jaouad Gharib aus Marokko (2:07:16) vor Tsegay Kebede aus Äthiopien (2:10:00), der seinen Landsmann Deriba Merga auf der Runde im Nationalstadion noch überholte.
Volleyball, Herren
Nach der goldenen Generation um Volleyball-Legende Karch Kiraly, die 1984 und 1988 Olympiasieger wurde, durften die US-Boys endlich wieder jubeln. Der Weltliga-Gewinner bezwang im Finale den Weltranglisten-Ersten Brasilien mit 3:1 (20:25, 25:22, 25:21, 25:23).
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Im Moment des Triumphs übermannten US-Coach Hugh McCutcheon die Gedanken an die private Tragödie. "Es war zu viel für mich, einfach nur unwirklich", gestand er. 16 Tage zuvor, nur Stunden nach der Eröffnungsfeier, war McCutcheons Schwiegervater von einem Chinesen in der Olympia-Stadt erstochen worden. Seine Schwiegermutter hatte die Bluttat schwer verletzt überlebt. "Es sind die schwersten Zeiten - und zugleich die besten", beschrieb der US-Coach seine verwirrende Gefühlswelt.
Handball, MännerSensationell hatte sich Island in das Finale gekämpft, doch da war dann Frankreich eine Nummer zu groß für die Mannen aus dem hohen Norden. Mit 28:23 (15:10) setzte sich der zweifache Weltmeister durch und wurde damit erstmals Olympiasieger. In dem Finale war der Kieler Torhüter Thierry Omeyer Garant für den Sieg. Für Island ist Silber die erste Medaille bei einem großen Turnier überhaupt.
Boxen, Halbschwergewicht
Zhang Xiaoping wandelt auf den Spuren von Muhammed Ali. 1960 wurde die Legende in Halbschwergewicht Olympiasieger, damals noch unter dem Namen Cassius Clay. 48 Jahre später steht der Chinese Xiaoping ganz oben auf dem Treppchen. Er besiegte Kenny Egan aus Irland mit 11:7 und machte bereits das zweite Box-Gold für die Olympia-Gastgeber perfekt. Tony Jeffries aus Großbritannien und der WM-Dritte Yerkebulan Shynaliyev erkämpften sich die Bronzemedaillen.
Superschwergewicht
Weltmeister Roberto Cammarelle ist auch Olympiasieger. Der Italiener kam im Finale des Superschwergewichts in einem einseitigen Kampf zu einem RSC-Erfolg in der vierten Runde. Bis dahin hatte er seinen Gegner Zhang Zhilei aus China, immerhin WM-Dritter, klar beherrscht. Die dritten Plätze gingen an David Price aus Großbritannien und Vyacheslav Glaskov aus der Ukraine.
Halbfliegengewicht
Die Chinesen haben bewiesen, dass sie in allen Sportarten mithalten können. Das gilt natürlich auch für das Boxen. Zou Shiming machte dort die 50. Goldmedaille perfekt. Sein Sieg im Finale gegen den Mongolen Serdamba Purevdorj war keine Überraschung, schließlich war Shiming bereits Olympia-Dritter in Athen und zweimaliger Weltmeister. Sein Gegner musste in der zweiten Runde aufgeben, nachdem er sich an der rechten Schulter verletzt hatte. Die Bronzemedaillen hatten sich Yampier Hernandez aus Kuba und der Ire Paddy Barnes gesichert.
Bantamgewicht
Auch im Bantamgewicht setzte sich im Finale der Favorit durch. Der Mongole mit dem klangvollen Namen Badar-Uugan Enkhbat ließ dem Kubaner Leon Alarcon keine Chance und siegte mit 16:5 Punkten. Rang drei ging an den Moldawier Veaceslav Gojan und an Bruno Julie aus Mauritius.
Leichtgewicht
Vier Jahre und ein paar Kilo mehr auf den Rippen haben Alexey Tishchenko nicht geschadet. Nachdem der Russe in Athen noch im Federgewicht Olympiasieger wurde, triumphierte er nun auch eine Gewichtsklasse höher. Er setzte er sich im Leichtgewicht durch gegen Daouda Sow aus Frankreich mit 11:9 durch. Dabei kam der Russe zu einem glücklichen Erfolg, da der Franzose ebenbürtig war und besonders in der Schlussrunde klare Vorteile besaß. Bronze ging an Hrachik Javakhyan aus Armenien und Yordenis Ugas aus Kuba.
Weltergewicht
Es wäre ungerecht, die historische kubanische Pleite an Carlos Banteaux Suarez festzumachen. Doch der Weltergeichtler hatte eben das Pech, als letzte kubanische Hoffnung als Verlierer den Ring zu verlassen. Er verlor das Finale gegen Asienmeister Bakhyt Sarsebayev aus Kasachstan mit 9:19. Damit blieb Kuba erstmals seit 40 Jahren ohne Olympiasieg im Boxen, sieht man von der Nichtteilnahme der Mannschaft in Los Angeles 1984 ab. Die Bronzemedaillen hatten sich zuvor Hanati Silamu aus China und der Südkoreaner Kim Jungjoo erkämpft.
Basketball, Herren
Die US-Basketballer sind zum 13. Mal Olympiasieger geworden. Das Team um die NBA-Profis Dwayne Wade (27 Punkte), Kobe Bryant (20) und LeBron James (14) setzte sich in einem hochklassigen Endspiel gegen Weltmeister Spanien mit 118:107 (69:61) durch. Beste spanische Werfer waren Rudy Fernandez (22) und Pau Gasol (21). Bronze ging an Argentinien.
Wasserball, Herren
Die ungarische Nationalmannschaft ist zum neunten Mal Olympiasieger geworden. Das Team von Cheftrainer Denes Kemeny setzte sich im Finale vor rund 4000 Zuschauern gegen die USA mit 14:10 (6:4, 3:4, 2:1, 3:1) durch. Das Spiel um Bronze gewann der ehemalige Weltmeister Serbien gegen Europa-Champion Montenegro mit 6:4.
Rhythmische Sportgymnastik
Russland hat seine Vormachtstellung in dieser Sportart eindrucksvoll untermauert. Zum dritten Mal in Serie sicherte sich die russische Gruppe den Olympiasieg und verwies die überraschend starken Chinesinnen auf den zweiten Platz. Vorkampfsieger Weißrussland sicherte sich Bronze. Für Vize-Weltmeister Italien blieb nur der enttäuschende vierte Rang. Tags zuvor hatte Evgeniya Kanaeva in der Einzel-Konkurrenz gleichfalls den dritten russischen Olympiasieg hintereinander gefeiert.