Jorge Lorenzo kommt dem Gewinn seines ersten Weltmeistertitels in der Königsklasse MotoGP immer näher. Der Spanier setzte sich beim Grand Prix der USA im kalifornischen Laguna Seca überlegen durch und baute mit dem sechsten Saisonsieg seine Führung in der WM-Wertung aus. Zweiter auf dem extrem kurvenreichen und kräfteraubenden Kurs wurde der Australier Casey Stoner vor Titelverteidiger Valentino Rossi.
Nur 50 Tage nach seinem offenen Schienbeinbruch schaffte der noch nicht wieder ganz genesene italienische Superstar den Sprung aufs Podest. Bei seinem Comeback in der Vorwoche hatte er auf dem Sachsenring Platz drei in der letzten Kurve noch an Stoner verloren. "Das ist toll und extrem wichtig für mich, so schnell wieder auf dem Podium zu sein. Und das auch noch auf diesem schweren und anstrengenden Kurs", sagte Rossi, der mit einer Krücke auf dem Podest erschien. Deutsche Piloten sind in dieser Klasse nicht am Start.
Lorenzo nutzte Pedrosa-Fehler
Lorenzo, der von der Pole Position gestartet war, verlor vor mehr als 51.000 Zuschauern zunächst seine Spitzenposition an seinen von Platz vier ins Rennen gegangenen Landsmann Dani Pedrosa. Der Vorjahressieger konnte sich etwas absetzen, machte aber in der elften von 32 Rennrunden einen groben Fehler: Beim Anbremsen rutschte ihm der Vorderreifen weg. Er schied nach dem Sturz aus. Dieses Missgeschick nutzte Lorenzo und fuhr sein Rennen wie ein Uhrwerk zu Ende. Damit stand der Spanier in jedem Saisonlauf auf dem Podest.
"Ich wusste, wenn ich Dani unter Druck setze, dass er vielleicht einen Fehler macht. Und dann ist es passiert und ich habe es genutzt", sagte Lorenzo, der nach einem Fauxpas der Ausrichter bei der Siegerehrung zunächst statt der spanischen die italienische Hymne zu hören bekam. Das nächste komplette Rennen mit allen drei Klassen findet am 15. August in Brünn statt.
Nach über 7000 absolvierten Kilometern hieß der Sieger der Rallye Dakar einmal mehr Stéphane Peterhansel. Im Mini angetreten, verwies er bei seinem zehnten Erfolg Joan Roma mit einem Abstand von 40 Minuten auf Platz zwei. Für die große Überraschung sorgte Dirk von Zitzewitz, der im privaten Imperial Toyota Dritter wurde.