Jamie Green gewinnt vierten DTM-Lauf

Miss Norisring sah einen schwachen Start von Ralf Schumacher
Freud und Leid liegen nahe beieinander. Nach der ersten Pole in seiner DTM-Karirere hatte sich Ralf Schumacher nicht ganz unberechtigte Hoffnungen auf ein gutes Resultat beim vierten Saisonlauf gemacht. Dann fabrizierte er einen Frühstart und sah elf Fahrer an sich vorbeiziehen. Darunter auch Sieger Jamie Green.
Beim Heimspiel von Audi auf dem Nürnberger Norisring holte sich der Brite Green als erster DTM-Fahrer einen Hattrick auf dem jener Strecke und baute die lange Mercedes-Serie auf acht Erfolge hintereinander aus.
Der 28-Jährige setzte sich vor Audi-Rivale Mattias Ekström und dem in der Gesamtwertung weiter führenden Markenkollegen Bruno Spengler durch. "Brillant! Was für ein Wochenende", brüllte Green nach seinem dritten Sieg in Serie bei dem prestigeträchtigen Saison-Highlight des Deutschen Tourenwagen Masters in den Boxenfunk.
Schumi II verpatzt den Start
Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug war erleichtert, den Konkurrenten aus Ingolstadt nur 90 Kilometer von dessen Konzernzentrale wieder in Schach gehalten zu haben. "Das war knapp", sagte Haug. "Es hätte auch andersrum ausgehen können, das muss man ehrlich sagen. Audi war siegfähig."
Der geschlagene Konkurrent tröstete sich nach verpatztem Zeittraining und drei Mercedes an der Spitze mit einer achtbaren Performance im Rennen. "Nach dem Qualifying haben wir das Maximum herausgeholt. Eki hat im Gesamtklassement zwei Punkte auf Spengler gutmachen können", sagte Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich. "Es gibt noch viele Rennen. Es ist wichtig, dass wir wieder da sind."
Im Mercedes-Lager herrschte auch große Freude darüber, dass Spengler mit nun 32 Zählern die Spitze in der Fahrerwertung behaupten konnte. Green (22 Punkte) schob sich auf Rang zwei vor, dahinter liegt Ekström (21). Seinen insgesamt sechsten DTM-Erfolg fuhr Green nach 82 Runden auf dem 2,3 Kilometer langen Kurs (Gesamtdistanz 188,6 Kilometer) in 1:08:05,282 Stunden ein. Ekström war nur 0,591 Sekunden langsamer.
Enttäuschend verlief das Rennen vor 132.000 Zuschauern (am Wochenende) für Überraschungs-Pole-Mann Ralf Schumacher. Er büßte die Hoffnung auf sein erstes Podium im 25. DTM-Rennen schon auf den ersten Metern ein. Der Ex-Formel-1-Pilot trat zu früh aufs Gas und wurde von der Rennleitung mit einer Durchfahrtsstrafe belegt.
Ekström mit guten Boxenstopps
Der Kerpener, der sich im Qualifying kurz nach seinem 35. Geburtstag noch mit der ersten Pole Position seiner DTM-Karriere beschenkt hatte, kroch also durch die Boxengasse. Und er musste sich am Ende mit Platz 11 begnügen. "Das ist sicher ärgerlich. Er ist nicht so früh losgefahren, dass er einen Vorteil gehabt hätte. Aber das Auto hat gezuckt", sagte Haug.
Damit war an der Spitze die Bahn vorerst frei für das Mercedes-Duo Green und Spengler, der beim Start seinen zweiten Platz an den Teamkollegen verloren hatte. Doch sie konnten sich nicht entscheidend von ihrem dahinter liegenden Audi-Jäger Ekström absetzen.
In der ersten Boxenstopp-Phase knackte Ekström dann die silberne Doppelspitze: Mit einer kurzen Standzeit verdrängte der Schwede Spengler vom zweiten Platz und nahm mit schnellen Rundenzeiten die Verfolgung des um einige Sekunden enteilten Green auf. Doch Green, der in den vergangenen beiden Jahren mit exakt demselben Auto auf dem traditionsreichen Stadtkurs triumphiert hatte, hielt Ekström auf Distanz. Auch die zweiten Stopps änderten nichts mehr an der Reihenfolge des Spitzentrios.