Cortese und Folger in Assen in den Top Ten

Marc Marquez ist in der 125er Klasse nicht zu stoppen
Mit couragierten Fahrten rasten Sandro Cortese und Jonas Folger beim Jubiläum in Assen in die Top Ten. Nicht so gut lief es für den fit gespritzen Stefan Bradl. In der neuen Moto2-Klasse verpasste er die Punkteränge.
Cortese kam beim sechsten von 18 Läufen zur Motorrad-WM auf den fünften Platz der Viertelliter-Klasse. Und Folger erkämpfte sich nach dem Start von letzter Position mit einem Husarenritt durch fast das komplette Feld den zehnten Rang. "Das war fast perfekt", urteilte Folger. Und Cortese befand: "Ich habe viel Selbstbewusstsein getankt."
Eine Woche nach Sturz und Ausfall im britischen Silverstone reichte es für Stefan Bradl wieder nicht zu einer guten Platzierung. Gehandicapt durch muskuläre Probleme im rechten Arm wurde der 20-Jährige nur als 19. abgewunken. "Das ist irgendwie eine Muskelverhärtung. Ich habe vor dem Rennen eine Spritze bekommen. Und irgendwann habe ich dann kein richtiges Gefühl mehr gehabt", sagte der Honda-Pilot. Vor dem nächsten Rennen am kommenden Wochenende in Barcelona will sich Bradl zu Hause ärztlich untersuchen lassen.
Seriensieger Marc Marquez
Die 80. Auflage des Motorrad-Rennens in Assen dominierten bei strahlendem Sonnenschein einmal mehr die spanischen und italienischen Piloten. Im 125-ccm-Limit übernahm der Spanier Marc Marquez mit seinem dritten Sieg in Serie die Führung in der WM-Wertung. Hinter ihm kamen seine Landsleute Nicolas Terol und Pol Espargaro ins Ziel.
In der Moto2 feierte Andrea Iannone überlegen seinen zweiten Saisonsieg vor Toni Elias (Spanien) und Thomas Lüthi (Schweiz). In Abwesenheit des verletzten Titelverteidigers Valentino Rossi (Italien) baute der Spanier Jorge Lorenzo mit dem vierten Saisonsieg seinen Vorsprung an der Spitze der WM-Wertung aus.
Wieder schwere Stürze
Überschattet wurde die Rennveranstaltung wiederum von zahlreichen Stürzen mit zum Teil schweren Verletzungen. Im freien Training der Königsklasse verunglückte der Italiener Marco Melandri und fiel wegen ausgekugelter Schulter für den WM-Lauf aus. Im Qualifikationstraining der Moto2 kollidierte der Spanier Alex Debon mit dem Thailänder Ratthapark Wilairot, stürzte und erlitt einen Schlüsselbeinbruch. Sein Landsmann Axel Pons brach sich die Speiche im rechten Unterarm und zog sich zudem eine tiefe Fleischwunde zu.
Erst drei Wochen zuvor war Superstar Valentino Rossi (Italien) spektakulär gestürzt, musste wegen eines offenen Schienbeinbruchs im rechten Bein zweimal operiert werden und rechnet frühestens Mitte August beim Großen Preis von Tschechien in Brünn mit einer Rückkehr auf die Rennstrecke. In Assen fehlte zudem der Japaner Hiroshi Aoyama, im Vorjahr Weltmeister in der abgeschafften Klasse bis 250 Kubikzentimeter, wegen eines vor Wochenfrist erlittenen Wirbelbruchs.