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Leichtathletik WM 2009
LEICHTATHLETIK WM
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Perfekte Show und großer Sport
Perfekte Show und großer Sport
Berlino mit Usain Bolt

Bolt, Berlino, blaue Bahn: Mit einer fast perfekten Show aus großem Sport, viel Spaß und strahlenden Stars haben sich die 12. Leichtathletik-Weltmeisterschaften Gold verdient. "Das war ein fantastisches Ereignis. Wir haben wunderbare Weltmeisterschaften erlebt. Und wir haben hervorragende Leistungen der Athleten gesehen. Usain Bolt ist der populärste Sportler der Welt", schwärmte Lamine Diack, Präsident des Weltverbandes IAAF. 1984 Athleten aus 201 Ländern, drei Weltrekorde und Medaillen für Sportler aus 34 Nationen: Das größte Sportereignis im nacholympischen Jahr war ein Renner - trotz der andauernden Dopingdiskussionen. 

"Die WM hat nur Gewinner"

Drei Jahre nach dem "Sommermärchen" bei der Fußball-WM erlebte auch die Leichtathletik in Deutschland ihr internationales Highlight: Mit einem WM-Budget von 44 Millionen Euro organisierten die Gastgeber eine fast perfekte WM, und die 89 Athleten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) waren beim Heimspiel so erfolgreich wie seit zehn Jahren nicht mehr. Zweimal Gold, dreimal Silber, viermal Bronze - alle Neune! Letztmals war ein deutsches WM-Team 1999 in Sevilla mit zwölf Plaketten (4/4/4) erfolgreicher.

"Die WM hatte nur Gewinner", resümierte DLV-Präsident Clemens Prokop in seiner Eigenschaft als Chef des Organisationskomitees. Sie gebe der deutschen Leichtathletik Selbstbewusstsein und Mut für die Zukunft. Mit neun Medaillen haben die Deutschen die WM 2005 in Helsinki (5) und 2007 in Osaka (7) deutlich übertroffen.

Deutsche Mannschaft sechster im Medaillenspiegel 

Schon vor dem grandiosen Sieg in der 4 x 400-Meter-Männerstaffel, der letzten der 47 WM-Entscheidungen, hatte die US-Mannschaft das prestigeträchtige Duell in der Nationenwertung mit Jamaika ganz klar entschieden: Die Amerikaner sammelten 22 Medaillen - 10 Mal Gold, 6 Mal Silber, 6 Mal Bronze -, Bolt und Co. nur 13 Plaketten (7/4/2). Deutschland ging am letzten Abend leer aus und landete auf dem sechsten Platz (Osaka: 5.).

Äthiopier Bekele mit Double

Wunderläufer Kenenisa Bekele (Äthiopien) gewann nach den 10 000 auch die 5000 Meter. Er feierte seinen fünften Erfolg, zog dank des Doubles mit dem deutschen Diskus-Riesen Lars Riedel gleich und ist nun fünftbester Medaillenjäger in der WM-Historie. Olympiasieger Andreas Thorkildsen ist der erste norwegische Speerwurf-Weltmeister: Mit 89,59 Metern entschied er das große skandinavische Duell mit dem Finnen Tero Pitkämäki (81,90), der nur Fünfter wurde, für sich. Im Weitsprung der Frauen landete Top-Favoritin Brittney Reese (USA) mit einem 7,10-Meter-Sprung in der Goldgrube. 

Außerirdischer Bolt todmüde

Zwei WM-Titel von Diskus-Rebell Robert Harting und "Speerspitze" Steffi Nerius krönten die unerwartet starke Vorstellung der DLV-Asse. Dafür bedankten sich die Fans im Olympiastadion mit Beifallsstürmen. Insgesamt 400 000 Karten wurden nach offiziellen Angaben verkauft; an einigen Tagen blieben zehntausende Sitze im Stadion leer. Am Fernseher hingegen waren allein knapp zehn Millionen Zuschauer in Deutschland beim 100-Meter-Weltrekord (9,58 Sekunden) von Bolt live dabei. Auch über 200 Meter stürmte der Jamaikaner zum Weltrekord (19,19) - mit dem Staffelsieg machte er das Triple perfekt. 

"Ich bin ein Berlino" stand selbst auf Bolts Trikot, aber da hatten die Berliner das bärige WM-Maskottchen längst ins Herz geschlossen. Nach neun Rennen in acht Tagen war selbst der "Außerirdische" todmüde. "Es wird keinen weiteren Weltrekord geben", sagte der Jamaikaner, der bis zum Golden-League-Meeting in Zürich am kommenden Freitag eine kurze Verschnaufpause einlegen kann.

Stadtmarathon begeistert Hunderttausende

Die sportbegeisterten Berliner haben auf der blauen Bahn kein blaues Wunder erlebt, dafür Triumphe und Tragödien, stolze Sieger und traurige Verlierer. Die "Macher" im OK wagten sich auch an Innovationen: Erstmals begannen und endeten die Marathonläufe und Geherwettbewerbe nicht im Stadion - Schauplatz war das weltberühmte Brandenburger Tor und ein Rundkurs durch die City. Dort jubelten Hunderttausende auch jenen zu, bei denen es nicht so gut ging oder lief. 

Lediglich zwei Dopingfälle störten die Show, einen Schatten warf die Affäre um den Geschlechts-Test der südafrikanischen 800-Meter- Weltmeisterin Caster Semenya auf die WM. Aus Protest gegen den Test bei der 18-Jährigen will sich der Kap-Staat bei der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen beschweren. "Wir hätten es besser machen können", räumte Diack ein.

LEICHTATHLETIK WM
Die WM in Berlin geht zuende
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